"Wir verschließen die Augen vor der drohenden Apokalypse und weichen auf Nebenschauplätze aus. Wir verdammen die Abgase unserer Autos und verdrängen Apokalypsen viel größeren Ausmaßes, auf die wir keinen Einfluss nehmen können."
(Jörg-Walter Langbein)
1972 konnten mich beim Lesen von "Aussaat und Kosmos" die Thesen einer "Prä-Astronautik" begeistern. Da ich noch mehr wissen wollte, besorgte ich mir mit "Erinnerungen an die Zukunft" (1968) und "Zurück zu den Sternen" (1969) die ersten Bücher Erich von Dänikens. Danach griff ich auf weitere, bereits ältere Bücher zurück, wie z. B. "Aufbruch ins dritte Jahrtausend" (Originalausgabe 1960), "Der Planet der unmöglichen Möglichkeiten" (1968), "Die Entdeckung des ewigen Menschen" (1970) von Louis Pauwels (1920-1997) &Jacques Bergier (1912-1978), sowie "Phantastische Vergangenheit" (1966) und "Die Meister der Welt" (1967) von Robert Charroux (1909-1978). Um mich dem Studium der Geschichte und Religionen zuzuwenden, beendete ich mit Ernst von Khuons (1915-1997) "Waren die Götter Astronauten" zunächst die parawissenschaftliche Lektüre.....
.....bis ich aufgrund meiner Ägypten-Reisen mit von Dänikens "Die Augen der Sphinx" (1989) und "Das Licht der Pharaonen" (1996) von Peter Krassa und Reinhard Habeck, sowie "Das Sternentor der Pyramiden" (1997) und "Verbotene Ägyptologie" (2001) von Erdogan Ercivan erneut in die mittlerweile weltweit als "Paläo-SETI" bezeichnete Thematik einstieg. Mit Ercivans Schreibweise und Argumentation setzte ich mich, auch in Amazon-Rezensionen, besonders kritisch auseinander.....
Walter-Jörg Langbeins religionsgeschichtskritisch fundierte Sachbücher "Lexikon der biblischen Irrtümer" (2003), "Lexikon der Irrtümer des neuen Testament" (2004), "Das Sakrileg und die heiligen Frauen" (2004), "Die Geheimnisse der sieben Weltreligionen" (2005), "Maria Magdalena" (2007) und "Eine kurze Geschichte von Gott" (2007) habe ich mit Begeisterung gelesen und rezensiert.....
Mit "2012. Endzeit und Neuanfang. Die Botschaft der Maya" kehrt Langbein nach 30 Jahren zur Thematik seines ersten Buches "Astronautengötter" (1979) zurück. Auch hierbei bedient er sich seiner theologischen Kenntnisse und der wissenschaftlichen Arbeit und Argumentation. Er beschränkt sich hierbei jedoch nicht nur auf die "Lehrmeister aus dem All" wie die Kachinas der Hopi-Indianer, der Elohim des Alten Testaments, das apokryphe Buch Henoch über die gefallenen Engel und die Vimanas (Himmelsfahrzeuge) der Hindus. Er begründet, dass Platon die Atlantis-Geschichte nicht erfunden hat, um seinen idealen Staat darzustellen, sondern Tatsache geschildert hat. Das biblische Paradies weist Parallelen zum Garten der Hesperiden im griechischen Sagenkreises auf. (S. 34 ff.) Dem biblischen Noah diente offenbar Utnapischtim aus dem 5000 Jahre alten sumerischen Gilgamesch-Epos als Vorlage. Bei einer Weltflut sei neben Atlantis auch ein pazifischer Kontinent versunken, dessen Existenz sich in den Kolossen der Osterinsel und den gewaltigen Bauten von Nan Mandol mit ihren tonnenschweren Steinkolumnen (S. 57 ff.) manifestiert hat.
Langbein erläutert, dass ein gigantischer Himmelskörper aus dem All jederzeit die "Apokalypse" und das Ende allen Lebens auf unserem Planeten herbeiführen kann (S. 129). Am 2. März 2009 und gut zwei Wochen später sausten "kleinere" Meteoriten mit rund 45.000 km/h an der Erde vorbei, die bei Kollision verheerende Wirkungen gehabt hätten. Auch die Offenbarung des Johannes schildert "was bald geschehen muss" (S. 86 ff.), ebenso die Walam-Olum-Chronik der Lenni Lanape (S. 89) und der zu den vier - in Maya-Schrift aufgezeichneten - Codices zählende Codex Tro-Cortesianus, sowie das im 16. Jahrhundert in Latein niedergeschriebene Popol Vuh. Neben den kosmischen Gefahren ist auch die des "Höllenpfuhls" stets aktuell. Sodom und Gomorrah ist nur ein Beispiel für den Ausbruch eines Vulkans. Im Yellowstone-Nationalpark schlummert ein Riesenvulkan (S. 160), dessen Ausbruch alles bisherige - im wahrsten Sinne des Wortes - in den Schatten stellen würde.
Der Kalender der Mayas (S. 106 ff.) besteht aus großen, 5125 Jahre dauernden Zyklen keine große Apokalypse am Ende der Zeiten, sondern immer wieder neue Weltuntergänge, auf die stets neue Schöpfungen folgen (S. 44). Wie bereits vorhergesagte Termine für die Parusie Christi und die biblischen Apokalypse (S. 122) nicht eingetreten sind, wird auch am 21.12.2012 die Welt nicht untergehen. Bei den Mayas gibt es keinen absoluten Endpunkt! Langbein sieht in dem Termin jedoch eine Warnung vor der permanent möglichen kosmischen und/oder irdischen Apokalypse und eine Mahnung zum "Sprung des Menschen in ein kosmisches Zeitalter" zur Rettung seiner Spezie und Welt....
Der Autor weiß, wovon er schreibt, denn er hat sich vor Ort, wie auf seiner 22.000 Kilometer langen Reise zu den Bauten von Nan Mandol, selbst ein Bild machen können (S. 65). Auf den Weltkonferenzen der "Ancient Astronaut Society" trat er mehrmals als Referent auf. Der eingangs erwähnte Jacques Bergier war sein Ziehvater, mit Koryphäen wie Hermann Obert (18941989), dem Vater der Raumfahrt führte er persönliche Gespräche (S. 211). Prof. Dr. Dr. Obert bejahte ihm gegenüber nicht nur die Vertretbarkeit der Prä-Astronautik, sondern beantwortete die Frage nach einem von Außerirdischen übermittelten Wissen mit den Worten "Es muss nicht, aber es kann...."
"2012" ist ein kenntnisreiches, überzeugendes und spannend zu lesendes Update einer durchaus ernst zunehmenden "Grenzwissenschaft".
5 Amazonsterne.