Ja einfach macht es Brian D'amato einem nicht, wenn man das Buch liest. Schon allein die Maya Namen, die er verwendet und natürlich in erster Linie alles rund um die Datumsangaben macht es dem Leser nicht leicht immer zu folgen.
Jed ist ein Nachfahre der Mayas, ein Addierer, sprich einer, der sich mit Kalendern aber vor allem mit dem Opferspiel der Mayas auskennt. Von Klein auf hat er dieses Spiel gespielt und nutzt sein bisher begrenzt angesammeltes Wissen finanziell aus. Seine Kontakte zu einer Wissenschaftlergruppe, die sich an einen in diesem Buch recht undurchsichtig dargestellten Konzern verkauft hat bringen ihn zu einem Codex der Mayas, der ein Opferspiel beschreibt in dem das Ende der Welt vorhergesagt wird, aber nicht wie es zustande kommt. Da in diesem Spiel mit allen Maya-Mitteln gespielt wird, es also weit über Jeds Niveau hinausgeht, lässt er sich auf diesen Konzern und vor allem auf eine junge Frau ein, die ihn geschickt dazu bringt seinen Geist zurück zu den Mayas zu senden, um das Spiel zu lernen, wie es die alten Mayas gespielt haben.
Dort erlebt er als Jed2 die Kultur und die Zivilisation seiner Vorfahren kennen. Findet die Spielerin des Spiels und zettelt quasi einen Aufstand an, um zu bekommen wonach er sucht.
Der Roman spielt also auf zwei Zeitebenen und ehrlich gesagt ist der erste Teil des Buches wirklich sehr verwirrend und man schüttelt oft genug den Kopf, weil man nicht so richtig versteht, worum es geht. Der Teil in der Vergangenheitsebene verlangt viel Aufmerksamkeit, um sich zurechtzufinden. Hier übertreibt der Autor an mancher Stelle mit der Beschreibung der Umgebung und des Weges, den Jed2 mit seiner Gruppe nimmt. Klar ist es aus der Sicht des Autors sinnvoll die Kultur der Mayas und die Umgebung in der sie leben vor dem Leser auszubreiten und ich wünsche mir, dass die vielen geschichtlichen Darstellungen in den kommenden Bänden-die allerdings noch nicht einmal geschrieben zu sein scheinen-eine große Rolle spielen werden.
Diese Zeitebene wird-typischer Cliffhanger-abruppt verlassen. Verstärkt wird das Ganze noch dadurch, dass in einer späteren Hinterlassenschaft von Jed2 Hinweise auf weitere spannende Vorkommnisse zu finden sind.
Die Auflösung des Buches auf der heutigen Zeitschiene respektive Jahr 2012 ist allerdings dann natürlich die perfekte Basis für die Fortsetzungen.
Fazit: Wer etwas mit Zeitreise, Endzeittheorie und mittelamerikanischem Mystizismus mag, nicht schnell bei kleinen Längen in einem 880 Seiten Buch die Lust verliert, ist hier gut aufgehoben und deshalb klare Empfehlung.
Horror: Nicht der Inhalt, aber der Druck ist der reinste Horror, inhaltlich entstellende Druckfehler sind hier in einer solchen Masse angehäuft, dass der Leser gezwungen ist, den einen oder anderen Satz mehrmals zu lesen, bis er sich erschließt. Die Frage stellt sich heute immer mehr, wird in den Verlagen eigentlich noch redigiert oder wenigstens Korrektur gelesen? Ich kann nur vermuten Nie und Nimmer! Bastei Lübbe sollte sich etwas schämen! Deshalb keine 5 Sterne, die ich wegen des Themas und der tiefgründigen Umsetzung gern vergeben hätte.