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Aber genug davon, hier soll ja in erster Linie das Buch bewertet werden. Es beginnt mit der Vorgeschichte, dem "Aufbruch der Menschheit" (wie er im Film genannt wird): Auf der Erde, 3 Millionen Jahre vor unserer Zeit, stehen die Menschenaffen (bzw. Urmenschen oder wie man sie auch nennen mag) kurz vor dem Aussterben, da sie ihren natürlichen Feinden hoffnungslos unterlegen sind und ihr Überlebenskampf von Tag zu Tag härter wird. Zu diesem Zeitpunkt erreicht ein Monolith außerirdischer Herkunft die Erde, mit dem Auftrag die dortigen Lebewesen zu sondieren. Nur bei den vermeintlich zum Untergang verdammten Urmenschen findet er eine Art Verstand, primitiv und sich selbst nicht bewußt, aber existent. Der Stein lehrt sie den Gebrauch von Werkzeugen und macht sie so zur überlegenen Lebensform dieses Planeten ...
Drei Millionen Jahre später wird von einer auf dem Mond errichteten Station ein Monolith gefunden, tief im Mondgestein vergraben und Millionen Jahre alt -- der unwiderlegbare Beweis für eine außerirdische Zivilisation. Der Fund wird geheimgehalten, um die Bevölkerung nicht in Panik zu versetzen und ein Raumschiff wird für einen Flug zum Jupiter konstruiert, dem Ziel eines Energieblitzes, den der Monolith nach seiner Freilegung abgab. An Bord dieses Raumschiffs, der "Discovery", befinden sich sechs Besatzungsmitglieder, von denen vier bis zum Erreichen des Ziels in Kälteschlaf gesetzt wurden, um Ressourcen zu sparen. Als Entlastung der Crew, sozusagen als "7. Mann" ist ein Supercomputer der HAL-9000-Serie an Bord, der abgesehen von den sich in Kryostase befindlichen Crewmitgliedern, als Einziger die wahre Mission kennt.
Clarke (wie nebenbei bemerkt auch Kubrick) bemüht sich um möglichst große Realitätsnähe ohne daß das Ganze in Hard-SF "eskaliert": ob es sich um den Aufbau des Raumschiffs, den Flug an sich oder auch um die abschließende Reise durch das Sternentor (die übrigens sehr an "Contact" erinnert) handelt, es bleibt immer im Rahmen des technisch bzw. wissenschaftlich Vorstellbaren.
Vor allem die Kapitel in denen die Erzählperspektive sozusagen aus dem Raumschiff "herausschwenkt" und Hintergründe beispielsweise zu HAL oder dem Monolithen liefern, lockern die Handlung auf, da diese ansonsten (ab dem zweiten Drittel) nur auf einen Ort mit praktisch drei handelnden Personen beschränkt ist.
Das Ende "schreit" förmlich nach einer Fortsetzung, was Clarke anscheinend ebenso sah und 2010, 2061 sowie in jüngster Zeit, als Abschluß der Tetralogie, 3001 folgen ließ. Urteil: Interessantes Buch, auch -- oder besser vor allem -- für diejenigen, die den Film bereits gesehen haben. Es geht insoweit über den Film hinaus, als es die Ursachen für HALs "Fehlfunktionen" und vor allem die Geschehnisse am Ende erklärt. --Oliver Faulhaber -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Arthur C. Clarke skizzierte diese Überlegungen in "2001", ohne freilich eine eindeutige Antwort zu geben. Die muß der Leser sich selbst definieren, und so gelangt eine Beschreibung des Romans "2001" auch zu keiner Rezension, sondern zu einer Diskussion der grundsätzlichen Fragen. Eine philosophische, teils natürlich wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik außerirdischer Intelligenz scheint da schon angebrachter: Wie bedeutend ist der Faktor Mensch, die Existenz der Mensch-heit, wenn der Kontakt zu außerirdischer Intelligenz Realität wird? Wenn Utopie zur Realität wird, wären wir dann so "reif", die - real gewordene Utopie - eines außerirdischen Kontakts in seiner Gesamtheit, seiner Bedeutung zu begreifen?
Wenn Utopie nicht mehr Utopie ist, ist dann Realität noch Realität?
Der amerikanische Astronom Chandra Wickramasinghe kam in einem Interview, in dem auch Kubrick's "2001" sowie Arthur C. Clarke's Romanvorlage zur Sprache kam, befragt zur Existenz außerirdischer Intelligenz, zu dem Schluß: "Dagegen bin ich inzwischen fest davon überzeugt, daß intelligentes Leben im Universum weit verbreitet ist."
Als Abrundung zum Roman empfiehlt sich freilich jene Verfilmung von Stanley Kubrick, die nicht minder faszinierend ist als die geschriebene Vorlage.
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