Vorweg:
Meine Rezension bezieht sich ausschließlich auf den Film - wer Informationen zum beworbenen Film-Paket und den enthaltenen Extras sucht, kann meine Rezension einfach überspringen.
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< GRUNDLAGE >
Wieder einmal ein alter Film, der sich bei vielen Zuschauern zw. Liebe und Hass bewegt. Gleichzeitig ein Kubrick-Film und daher, nach dem Genuss von "Uhrwerk Orange" oder "Dr. Seltsam" schon per se interessant. Ein Kubrick-Film verheißt für mich, dass er sich vom Mainstream lossagt und besonders, bizarr oder einfach nur anders ist. Das ist nicht immer beste Unterhaltung, aber stets sehenswert und nachhaltig. So auch hier ...
< EINLEITUNG >
Die Einleitung "The Dawn of Men" ist trefflich gewählt, auch wenn sie merkwürdig dokumentarisch daher kommt und vorerst irgendwie gar nicht zum erwarteten Science-Fiction-Film passt. Die recht klare Positionierung zugunsten der Evolutionstheorie stellt die Entdeckung des Werkzeugs und die Nutzung desselben als Waffe ins Zentrum der früh-menschlichen Entwicklung. Es folgt ein extrem-kontrastierter Übergang in eine fortschrittliche Zeit, in der die Menschheit, in Verfolgung des eingeschlagenen Weges, scheinbar zur Krone der Schöpfung aufgestiegen ist.
< TECHNIK >
Angesichts der Entstehungszeit des Films und auch weit darüber hinaus, ist die Inszenierung der zukünftigen Technik und die damit verbundene Bildgewalt wirklich sehr beeindruckend. Die Kulissen, die Raumgleiter, die Bilder des Weltraums - alles wirkt sehr modern und lässt auch aus heutiger Sicht kaum etwas vermissen. Im Vergleich zu modernen Blockbustern zeigt uns dieser Film alles sehr gemächlich, langsam und detailliert - anstatt sich vor Effekten und Geschwindigkeit fast schon zu überschlagen (wie z.B. bei "Transformers").
< MUSIK UND TON >
Klassische Musik spielt nicht nur als Hintergrunduntermalung im Film eine große Rolle, sondern wird zeitweise sogar stark in den Mittelpunkt gestellt. Immer wieder werden einfache (Zukunfts-) Alltagsabläufe, Weltraumaktivitäten oder technische Abläufe minutenlang einfach nur dargestellt - unterlegt von ruhiger oder fesselnder klassischer Musik. Daneben spielen aber auch bizarre oder einfache, metallische oder Krach-ähnliche Klang-Elemente eine große Rolle bei der Gestaltung der Atmosphäre.
< THEMATIK >
Das meiner Meinung nach zentrale Thema des Films, hat mich vom Ansatz her an die (natürlich später erschienene) Terminator-Reihe erinnert. Auch hier geht es um menschgemachte "Supercomputer" oder "Technische Gehirne" und ihre potenzielle Autonomie. Anders als bei den wohlbekannten Actionfilmen wird eher die grundlegende Thematik als ihre brisanten Konsequenzen betrachtet - irgendwie auch aus der Sicht der "Künstlichen Intelligenz" selbst: Sehr einfühlsam und differenziert, auch heute noch neuartig, ausgesprochen interessant und z.T. durchaus ergreifend. Im Angesicht der Erschaffung einer artifiziellen Intelligenz werden völlig neuartige moralische Fragen aufgeworfen ...
< MEIN FAZIT >
"2001 - Odyssee im Weltraum" ist ein sehr ruhig erzählter, wenig reißerischer, emotionaler und gewichtig von klassischer Musik unterlegter Film. Letzteres sollte man mögen oder zumindest nicht ablehnen, wenn man sich nicht langweilen möchte. Technisch brilliant gestaltet, klanglich sehr atmosphärisch durch (modern anmutende) Noise-Elemente unterstützt und inhaltlich mehrdeutig sowie "Fragen aufwerfend". Gemessen an seiner Entwicklungszeit ein wirkliches Meisterwerk - aus heutiger Sicht ein Film, der abseits des Mainstreams fraglos sehenswert ist.