Würde man mich fragen, welches mein Lieblingsroman ist, würde es mir zugegebenermaßen in der ersten Sekunde etwas schwerfallen, nur einen auszuwählen, da ich sehr viel und gerne lese und viele Romane mir gleichzeitig in den Sinn kämen. Dennoch würde ich immer wieder einen einzigen Roman angeben, der einfach so genial geschrieben ist, dass ich all die anderen geliebten Bücher dennoch nicht auf die gleiche Stufe stellen kann: 20.000 Meilen unter den Meeren. Nachdem ich schon immer einen Roman von Jules Verne lesen wollte, bin ich leider zunächst an eine der vielen gekürzten Versionen geraten. Nach weniger als 100 Seiten habe ich dies allerdings aufgegeben und habe mir die ungekürzte Fassung vom dtv gekauft, der auch nach Prüfung anderer Übersetzungen eindeutig und mit Abstand die beste Lösung ist. Dies gilt übrigens auch für die anderen Romane von Jules Verne im dtv-Verlag. Ein großes Dankeschön hier an Volker Dehs, der unglaublich detailgetreu arbeitet. Die Originalgrafiken der Erstausgaben sind als Scan im Buch enthalten und ebenso findet man zusätzlich zum Roman sehr viele und ausführliche Infos zu Personen, Ereignisse, Gegenstände und Tiere, die in dem Roman vorkommen.
Jules Verne ist nicht nur ein genialer Autor und wissenschaftlich- sowie technisch-interessierter Mensch gewesen, er hat auch Dinge so im Detail beschrieben, wie sie erst Jahre oder gar Jahrzehnte später technisch möglich wurden.
Die Aufzählungen der verschiedenen Fischarten wirken nicht nervig oder langatmig, sondern klingen faszinierend und beinahe wie eine Anreihung von Musiknoten. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber ich könnte seitenweise Fischnamen lesen, so wie Jules Verne sie anordnet. Daher finde ich es unmöglich diese Details einfach zu kürzen bzw. zu streichen. Dies geschieht hier zum Glück nicht. Im wahren Leben trete ich Fischen gegenüber ehrlich gesagt sehr ängstlich entgegen (Kindheitstrauma....) und würde nie ein Aquarium oder ähnliches betreten. Wenn ich die Beschreibungen von Jules Verne lese, wie die Hauptfiguren aus dem Sichtfenster der Nautilus schauen, wünschte ich dennoch, dabei zu sein. Ich kann nicht genau mit Worten beschreiben, wie Jules Verne dies schafft, aber es scheint mir, als hat er mit seinen Werken im Allgemeinen und mit diesem im Besonderen, einfach genau den richtigen Nerv bei mir getroffen. Seine Romane lassen die Fantasie aufblühen und seitdem ich dieses Buch gelesen habe, kann ich von Jules Verne nicht mehr genug bekommen.