Alborosie erweist dem Reggae der 80er erneute seine Ehrerbietung. Auf seine einmalige Art. Er zitiert sich selbst, ohne zu langweilen. Auch italienisch wird gesungen (International Drama). Klar, er ist ja sizilianischer Jamaican. Über die "La Revolucion" ist es dann -natürlich- spanisch. Auch die Jah Army findet ihre Entsprechung in der Forderung einer Revolution, die uns befreien soll von mentaler Sklaverei und Armut. Auch Autotune darf nicht fehlen, um etwas Black Uhuru-Feeling im Song "Respect" in die Welt der 2010er zu transportieren. "Soul Train" erinnert mich im Refrain an den guten, alten Peter Tosh. Aber immer ist es Alborosie, der die Songs durchwirkt. Er klaut nicht, er verneigt sich vor den Älteren und macht daraus seine Musik. Und das Thema der sozialen Ungerechtigkeiten in der Welt ist so aktuell wie eh und je. Wer wegen der von ihm entworfenen Gitarre in MG-Optik an Gangster-Style denkt, der liegt falsch. Es geht um den Reggae-Soldier, der das System mit Songs in die Knie zwingen will und nicht um Gewalt, die Gewalt erzeugt. Und diese Songs sind kritisch, gut gelaunt, verliebt (zusammen mit Etana), revolutionär. Eine vielschichtige Platte, eine abwechslungsreiche noch dazu.