Ich finde nicht, daß dies das bislang stärkste Liwa-Werk ist (das sind "St. Amour" von 2000 und mit den Flowerpornoes "...Red nicht von Strassen, nicht von Zügen" von 1994). Nicht falsch verstehen: Diese Doppel-CD ist über Strecken wieder ein Genuß, doch den Gesamteindruck trüben mehrere Dinge: Erstens die Länge: 27 Nummern sind schön und gut, doch zuviele. Einiges davon hätte sich der Duisburger sparen können, kommen doch einige Titel als Skizzen und ziemlich unfertig daher. Zweitens die Texte: Liwa hat mit seiner wunderbaren Stimme einiges zu sagen, doch man versteht vieles davon nicht - vor allem was den Sinn anbelangt (weil extrem persönlich und dann doch wieder extrem vage), auf der zweiten "Punk"-Platte auch akustisch nicht wirklich. Insgesamt also ein etwas ausuferndes, konfuses Werk mit ein paar großen Momenten (z.B. "Das Tal der nackten Männer", "Auf den Morgen", "Die Traurigen Flugzeuge"), doch man ist versucht zu sagen: Bring Dein Talent ein wenig mehr auf den Punkt, Tom!