Anfang der 90er schwappte die Brit-Pop-Welle von England über die ganze Welt. Bands wie Pulp, Blur, The Verve und Oasis waren die hot talks in der Szene, und sprießen zu Ruhm. Poppig musste es sein, rotzig und rockig zugleich, und genauzu dieser Zeit gründete der Poet Stuart Staples seine Tindersticks. Mit den Eckpfeilern Pianist Dave Boulter und kongenialem Geiger und Arrangeuer Dickon Hinchcliffe sollte eine ganz eigene Art von Klang entstehen: Eine geschmackvolle Mischung aus Jazz, Singer/Songwriter, Klassik, Slowcore, Indie und Soul.
Die Haare waren eher "pomadig" und am liebsten trugen sie
Anzüge anstatt Lederklamotten.
Nicht Rock'n'Roll, denkste, dahinter steckt pure Leidenschaft, Kunst und Seele. Die Musik der Tindersticks ist dynmisch und intensiv, die genuschelte Stimme von Staples, gerne mit Tom Waits und Nick Cave verglichen aber ganz eigen für sich, mag auf Anhieb nicht gefallen, erklimmt aber nach einiger Zeit das Herz und will nicht mehr raus. Man will die Tragik dieses Mannes verstehen, mit den Liedern im Geiste durch düstere Räume wandern, sich von ein paar Sonnenstrahlen die durch schwere Vorhänge fallen, zwischendurch aufwecken lassen, über die Treppen fallen und wieder aufstehen, tief einatmen: Leben, Liebe, Schmerz - sich richtig darin baden.
Das First Tindersticks Album wurde in allen wichtigen Musikmagazinen als herrausragendes Debüt gerühmt. , vom Großen Publikum wurde die Band nie entdeckt, muss ja nicht sein, die schrägen, düsteren Klänge sind auch nicht jedermann's Sache,
aber dafür konnte man sich über die Jahre behaupten und etablieren. Im Nachhinein muss man wohl sagen, dass es definitiv einer der besten Tindersticks Alben ist. Herrausragend sind
"Jism", "Raindrops" und "City Sickness"... "..the city is just used to make people feel better that's not like us" -
Tindersticks sind wie ein dicker alter Klassiker-Roman,
erkennt man die Leidenschaft darin, verliert man sich, will man
schnelle Unterhaltung sollte man lieber anderswertig umzuschauen.
Trotzdem eintauchen lohnt sich, es besteht nur die Gefahr süchtig zu werden, denn diese Band ist von und wohl nur für Fanatiker!
Definitiv eine sehr interessante Band, innovativ wie emotional muss sie in der englischen Musikgeschichte der 90 erwähnt werden.