Fünf Langhaarige fallen im Sommer 1975 durchs Abitur, kaufen sich einen alten VW-Bus und fahren an die französische Atlantikküste. Und eigentlich geht es vor allem um Mädchen, Haschisch und Rockmusik. Aber Appaz hat daraus eines der besten Bücher gemacht, die ich in letzter Zeit gelesen habe!
Ich glaube, es ist extrem wichtig, Zeitgeschichte zu vermitteln. Nur wenn wir etwas über die Vergangenheit wissen, können wir die Gegenwart begreifen und haben vielleicht die Chance, etwas für eine bessere Zukunft zu tun. Gerade die Siebziger Jahre sind eine wichtige Zeit, da sich damals vieles verändert hat, was sich bis heute auswirkt. Aber bisher war es immer so, dass die Autoren, die über diese Zeit erzählten, sich als die großen Revolutionäre aufgespielt haben, so dass man fast glauben musste, damals wären alle kritisch und politisch aktiv gewesen.
Ich bin jetzt Mitte zwanzig und entdecke in dem Buch von Kurt Appaz eine Menge wieder, was auch meine Erfahrungen und mein Lebensgefühl zu Abiturzeiten war. Appaz erzählt über eine Zeit, in der ganz viel passiert ist, aber seine Protagonisten sind Leute, die damals genauso verplant waren, wie wir 30 Jahre später!
Ein tolles Bich, das bei Lesern aus der Generation meiner Eltern sicher viele Erinnerungen wecken wird, aber das vor allem auch für deren mittlerweile erwachsene Kinder eine Zeit begreifbar macht, ohne sich dabei so furchtbar wichtig zu nehmen wie sonst üblich. Außerdem kann der Autor wirklich toll erzählen. Das Buch ist unter einem Pseudonym erschienen, der Autor schreibt sonst Kinder- und Jugendbücher, aber sein Schreibstil lässt schnell erkennen, wer sich hinter "Kurt Appaz" verbirgt.
Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und glaube, dass es schnell ein Kult-Roman werden wird. Spannend ist übrigens auch das offensichtlich "getürkte" Interview unter www.kurt-appaz.de!