Kurzbeschreibung
» 68 « mit seiner außerparlamentarischen Opposition (APO) ist auch 2008 ein fortwirkendes Ereignis mit oft verblüffenden Zeitzündereffekten ähnlich einem aufwändigen Feuerwerk, das trotz Unterbrechungen unvermutet immer wieder Funken sprüht. Das magische Jahr gilt bis heute als politischkulturelle Vergleichs- und Deutungsebene. Ohne die erhellenden Erfahrungen von 1968 kann man Peymanns Theater, Wim Wenders Filmästhetik oder Sozialtypen wie »Punk« oder »Yuppie« schwerlich verstehen. Der Geist jener Zeit des »großen Tumults« wirkt fort im zeitgenössischen Feminismus wie in den Attacken der Globalisierungsgegner und den punktgenauen Nadelstichen der Greenpeace-Aktivisten. Das gilt bis hin zu jüngsten Stichwort- und Vorbildgebern »linker« Theorie und Praxis, aber auch für Comedystars und für anarchische Politclowns wie Michael Moore und »Borat«. Nicht zu vergessen: Die 68er, die jetzt in Rente gehen, werden die erste Generation der »neuen Alten« sein!
Über den Autor
Bernd Guggenberger, geboren 1949, Sozialwissenschaftler, Essayist und bildender Künstler, ist Rektor der Lessing-Hochschule zu Berlin. Er schrieb für »Die Zeit« und die »Frankfurter Allgemeine Zeitung «. Von ihm erschienen bei Rotbuch »Sein oder Design. Im Supermarkt der Lebenswelten« (1998), »Das digitale Nirwana« (1997) und »Einfach schön. Schönheit als soziale Macht« (1995).