Dieser Sammelband mit hervorragenden Analysen und Erklärungen wurde schon vor 10 Jahren zum ersten Mal, damals im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht veröffentlicht, wo er über eine Rezeption innerhalb der Zunft der Historiker nicht hinaus kam.
Nun, 40 (!) Jahre nach "1968", veröffentlicht der Suhrkamp Verlag neben einem neuen Buch von Ingrid Gilcher-Holtey diesen Band in seiner edition suhrkamp noch einmal , in der Hoffnung, in der Fülle der erschienenen Bücher, vor allem von damaligen Aktivisten der Bewegung, mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. Die hat dieses tiefgehende Buch auch verdient, nun, da es in der Reihe gelandet ist, die damals in bunten Regenbogenfarben die Bücherregale Zehntausender Studenten und Intellektuellen schmückte. Ob sie sie damals alle gelesen haben, sei dahingestellt, aber sie gehörten dazu zu der Kultur, die 1968 geprägt und verändert hat.
Für dieses Buch braucht man viel mehr Zeit und Muße als etwa für die aktuellen Bücher von Götz Aly, Peter Schneider und den vielen anderen damaligen Großkopfeten. Aber die Lektüre lohnt sich, weil sie das Geschehen von 1968 in einen großen Zusammenhang stellt, der sich hinzieht bis in die aktuellen Diskussionen und Entwicklungen über die globalisierte Welt und ihre Herausforderungen an eine demokratische und aufgeklärte Öffentlichkeit.