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1968: Bildspur eines Jahres
 
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1968: Bildspur eines Jahres [Gebundene Ausgabe]

Gerd Koenen , Andres Veiel
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Fackelträger-Verlag (20. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783771643591
  • ISBN-13: 978-3771643591
  • ASIN: 3771643597
  • Größe und/oder Gewicht: 27,4 x 21,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 570.641 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

1968 ist längst die Chiffre eines gesellschaftlichen Umbruchs, erstarrt in den immergleichen Argumenten und Bildern. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer Andres Veiel und der renommierte Historiker Gerd Koenen sind in die Archive gestiegen und haben einen frischen Blick auf die Fotoschätze dieser Zeit geworfen. Sie zeigen und erzählen die Geschichte diese atemlosen Jahres, eine Geschichte, die lange vor 1968 beginnt und weit darüber hinausreicht. Veiel und Koenen nehmen ihre historische Bildspur bei der Spiegelaffäre, dem Auschwitzprozess und dem Vietnamkrieg auf, folgen ihr über die Kommune 1, den Prager Frühling, die Rassenunruhen in den USA und die deutschen Studentenbewegung bis zur Radikalisierung des Protestes durch die RAF. IHr Blick erfasst aber ebenso die massenkulturellen Umbrüche dieser Zeit, von Oswalt Kolle bis Woodstock, von Heintje bis Jimi Hendrix, ohne die die Geschichte diese Jahres unvollständig wäre.

Über den Autor

Gerd Koenen, geboren 1944 in Marburg, Studium der Geschichte und Politik in Tübingen und Frankfurt/M. und dabei vom SDS 1967 bis zu den maoistischen Zirkeln der 70er Jahre das volle Programm des linksradikalen Aktivismus absolviert. Später hat er als Lektor, Journalist, wissenschaftlicher Mitarbeiter Lew Kopelews sowie als freier Schriftsteller gearbeitet. Zahlreiche Buchveröffentlichungen.Andres Veiel, geboren 1959 in Stuttgart, studierte Psychologie und machte parallel eine Regie- und Dramaturgieausbildung unter Leitung des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieslowski. Er ist derzeit der bedeutendste deutsche Dokumentarfilmer. Seine Filme 'Balagan', 'Die Überlebenden', 'Black Box BRD' und 'Die Spielwütigen' waren Publikums- und Presseerfolge und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2011 erhielt Andres Veiel den "Alfred-Bauer-Preis" und den "Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater".

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Von damals
Format:Gebundene Ausgabe
Mich hatte der Namen Andres Veiel gelockt, einige von dessen radikal subjektiven und gerade dadurch genauen und sensiblen Dokumentarfilmen entlocken mir immer wieder Begeisterung. Keine von diesen Qualitäten zeichnet dieses Buch aus. Man fragt sich geradezu, ob Andres Veiel tatsächlich daran mitgearbeitet hat oder ihm bloß seinen Namen lieh, um es als Merchandising-Artikel für seinen Spielfilm zum selben Thema nutzen zu können.
Schon die Beschränkung auf das tatsächliche Jahr 1968, die dem Phänomen 1968 keineswegs gerecht wird, zeigt, wie eng die Sache angegangen wird. Die allzu große Fokussierung auf die westdeutschen Studentenunruhen betont dieses Enge, Selbstreferentielle noch. Hintergrundinformationen: Fehlanzeige. Um was es bei der Têt-Offensive oder bei den Notstandsgesetzen eigentlich ging, wird nicht gesagt, der Leser muss woanders nachschlagen. Und wenn es um die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba geht, wird die offizielle sowjetische Lesart ironisiert darboten, nicht aber, worum es wirklich ging. Nicht einmal, ob die Linken Moskau damals wirklich geglaubt haben, erfährt man ganz sicher.
Denn auch ein bewusst subjektives Erinnerungsbuch ist das nicht, das merkt man schon an der brav vollständigen Bildauswahl, bei der jede Schlagzeile des Jahres 1968 ordentlich abgehakt wird. Statt persönlichem Statement überall irgendwie allgemeines Bereden alter Schlagzeilen. Das gipfelt in der abschließenden Bemerkung, man könne heute nicht mehr für oder gegen 1968 sein. Meine Güte, wenn ihr nicht einmal mehr selbst zu euren Idealen steht - warum vermarktet ihr sie dann zu Büchern?

... na ja, dennoch zwei Sterne, weil ja interessante Bilder drin sind ...
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Menge der zum Teil sehr persönlich gefärbten Veröffentlichungen über das Jahr 1968 beginnt in diesem Frühjahr, 40 Jahre nach den Ereignissen "die die Welt verändert" haben sollen, langsam unübersichtlich zu werden. Götz Alys provokatives Buch, das 1968 in einen historischen Zusammenhang mit 1933 rückt, ist dabei bisher am meisten, sehr kontrovers, diskutiert worden. Auch andere Ikonen der Bewegung wie zum Beispiel Peter Schneider, haben sich mit beeindruckenden Büchern zu Wort gemeldet.

Im vorliegenden, mit einer längeren historischen Einordnung eingeleiteten Bildband des preisgekrönten Dokumentarfilmers Andres Veiel und des bekannten und durch viele Monographien ausgewiesenen Historikers Gerd Koenen, bietet der Fackelträger-Verlag nun eine die anderen Bücher über 1968 begleitende und ergänzende "Bildlektüre" an, die wichtig ist, denn damals begannen die Bilder zu sprechen und auch eine politische Wirkung zu entfalten, auf die etwa Susan Sontag in ihren Essays zu Fotografie immer wieder hingewiesen hat.

Waren die Rückblicke vor 30 oder etwa vor 20 Jahren, an die ich mich noch sehr gut erinnere, noch geprägt von der Nabelschau der an der Bewegung beteiligten "Köpfe", hat sich die Sicht auf das, was "1968" gewesen ist, mittlerweile verändert.
Das sehr lesenswerte Vorwort von Gerd Koenen zu diesem Bildband dokumentiert diese Veränderungen, indem er die Wurzeln der Bewegung verortet und nüchtern beschreibt, was aus vielen Hoffnungen geworden ist. Bewegungen, die "Vorbilder" waren, sind in den Terrorismus abgeglitten und auch "die politischen, technischen und ökonomischen Entwicklungen überholten uns ein ums andere Mal, während wir uns doch per Definition an der Spitze des Fortschritts sahen."

Es ist unbestreitbar, dass die Ereignisse von 1967/68, und wie sie eine ganze Generation geprägt haben, auf eine historisch beispiellose und schnelle Weise in den folgenden Jahrzehnten in die Gesellschaft eingesickert sind und ihre ganze Kultur verändert haben. Erst in letzter Zeit allerdings wird auch deutlich, wo eindeutige Fehlentwicklungen lagen, etwa im Menschenbild, und in welche zum Teil verhängnisvollen Abwege eine ganz bestimmte Philosophie geführt hat.

"Nichts an diese Geschichte lässt sich auf einen Nenner bringen", schreibt Gerd Koenen am Schluss seines Vorwortes. "Insofern ist es auch sinnlos und verfehlt, von heute aus 'für' oder 'gegen' 1968 zu optieren. Alles war, wie es war - so vieldeutig nämlich, wie es solche historischen Kulminationspunkte nun einmal sind."

Dennoch ist es wichtig, genau zu analysieren und zu beschreiben, welche Geisteshaltungen damals sich in weiten Kreisen der "Bewegung" breitgemacht haben, die alles andere als demokratisch waren. Götz Alys Thesen sind noch lange nicht erledigt.

Der empfehlenswerte neue Roman Bernhard Schlinks "Das Wochenende" macht einen wichtigen und diskussionswürdigen Versuch hierzu und sei in diesem Zusammenhang ausdrücklich erwähnt.
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