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Fußball-Weltmeisterschaften sind neben den Olympischen Spielen das größte Sportereignis der Welt - aber mehr noch. Sie geben Kindheitserinnerungen Halt, sie prägen den Geist der Zeit, sie versetzen ganze Länder in Euphorie oder stürzen sie in Trauer. Die Fußballwelt hat Deutschland als Schauplatz für ihr 18. WM-Turnier 2006 erwählt, zum zweiten Mal nach 1974 macht das Spektakel Halt in Deutschland. Die Süddeutschen Zeitung gibt aus aus diesem Anlass eine Bibliothek der Weltmeisterschaften heraus: ein Buch zu jeder WM seit 1954 und einen Sammelband zu den ersten vier Turnieren.
Die WM-Bibliothek erweckt ein Stück Geschichte zu neuem, farbigem Leben. In Berichten und Reportagen, Interviews mit Zeitzeugen und Beiträgen prominenter Gastautoren lässt sie die Turniere Revue passieren. Sie begleitet die deutsche Mannschaft durch das Turnier und bietet einen Blick auf das Deutschland der jeweiligen Epoche. Sie stellt die Gastgeberländer vor, porträtiert Stars, die Weltmeister - und auch die größten Verlierer. Sie wirft Streiflichter auf Stile und Moden. Und sie dokumentiert im Statistikteil lückenlos alle Spiele, alle Spieler, alle Tore seit dem ersten Turnier 1930 in Uruguay.
Erleben Sie Geschichte und Geschichten der Fußball-Weltmeisterschaften.
Das dritte Tor ist nur eine Episode von vielen. Ein Hund namens Pickles fand vor dem Turnier beim Gassigehen den gestohlenen WM-Pokal. Der aus Mosambik stammende Portugiese Eusébio schwang sich zum ersten multikulturellen Star des europäischen Fußballs auf. Und nicht zuletzt sorgten die neuen Deutschen unter Trainer Helmut Schön für Furore. Uwe Seeler erzählt im Interview freimütig, man habe, anders als unter Sepp Herberger, auch mal säuische Lieder gesungen. Die Bundesliga hatte drei Jahre zuvor ihren Betrieb aufgenommen und prägte moderne Stars. Der junge Franz Beckenbauer, von Tugendwächtern argwöhnisch beäugt, überzeugte mit atemberaubendem Spiel. Auf Sammelbildchen wurden die Helden erstmals verehrt; die wunderbaren blauen Alben lagern noch heute in manchem Keller.
Neue, faszinierende Zeiten. In Deutschland hatte sich mit Herberger auch Kanzler Adenauer verabschiedet. Die Jugend forderte Freiheit, die Swinging Sixties prägen die Kultur bis heute. Die Beatles hatten gerade eines ihrer legendären Konzerte in München gegeben, als die deutschen Fußballer ins WM-Abenteuer starteten. Die Welt des Pop und die Welt des Fußballs fanden in England dann erstmals zueinander.
Drin oder nicht drin? Es gab Wichtigeres damals.
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Auch an diesem Buch gefällt mir, dass es zuerst einmal um den Sport geht. Obwohl es gute und spannende Spiele gab (man denke nur an das Finale !), war die WM 1966 wohl leider von einigen hässlichen, überhart geführten Spielen überschattet.
In dem Buch finden sich viele schöne Details. So soll Heinrich Lübke gesagt haben, er habe im Fernsehen gesehen, wie der Ball beim 3:2 "im Netz zappelte"!
Und das Sportfoto des Jahrhunderts? Uwe Seeler, wie er "vom Kampf gezeichnet, vom Gegner geschlagen und an einem Irrtum zerbrochen" den Platz verlässt.
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