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Fast zehn Jahre lang schuf die aus Cincinnati stammende Rock-Combo "Afghan Whigs" eine Musik, die so schön schmerzte. Sie waren in einer emotional zwiespältigen Situation tief verwurzelt. Punk als Ausdruck von Selbstverachtung und andererseits einer Seele, die die Selbstdarstellung liebt. Die Melodien der Band winden und schlängeln sich und schneiden sich durch bis auf den Kern von zusammenhanglosen Beziehungen. Aber nach seiner finsteren, bitteren Veröffentlichung (1995) wurde
Black Love in der Öffentlichkeit nicht beachtet und die entmutigte Band verabschiedete sich für vier Jahre, um ihre Kunst neu einzuschätzen.
1965 zeigt, daß die Whigs, falls sie an einer Identitätskrise gelitten haben, sich jetzt wieder gefunden haben. Anstatt Gedanken zu wälzen und zu grübeln, wie sie es bei den letzten Werken getan haben, stolziert und taumelt die Band voller Lust und kommt rüber mit dem Drive und dem Elan wie die Rolling Stones bei ihrem Hormon-Fest
Some Girls. Viele ihrer Songs auf
1965 werden mit schmetternden Bläsern, Slide-Gittaren und einem unbekümmerten Piano begleitet und die genießerisch schwelgende Stimmung spiegelt ganz deutlich das Ambiente der Stadt New Orleans wieder, in der diese Schallplatte geschaffen wurde. Zu den Höhepunkten zählen die dunkle Woge von "Something Hot", das mit Fackeln erleuchtete Drama von "Crazy" und der armselige Pulsschlag von "66", der mit einer 23 Sekunden dauernden Aufnahme einer intimen Begegnung des Frontmans Greg Dulli beginnt.
--Jon Wiederhorn
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