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Produktinformation
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Tatsächlich, so die These Norbert Freis in seinem dem Buch den Titel gebenden Aufsatz "1945 und wir", leben wir auch in einer ganz profanen, gleichwohl ebenso folgen- und chancenreichen Weise in einem erinnerungspolitischen Gezeitenwechsel. Denn: "Die Zeit des 'Dritten Reichs' entschwindet der Zeitgenossenschaft", der Nationalsozialismus verabschiede sich "aus dem in unserer Gesellschaft päsenten Vorrat persönlicher Geschichtserfahrung". Wer, gleichsam um das Unvermeidbare aufzuhalten, eine Pflicht des Erinnerns postuliere, unterliege einer Selbsttäuschung, schließlich könne schon bald niemand mehr von dieser Zeit sagen: "Ich erinnere mich!"
Was von uns Heutigen, der Zeit von Naziherrschaft, Holocaust und Zweitem Weltkrieg Nachgeborenen zu leisten ist, ist die Gewinnung eines eigenen Standpunkts, von dem aus wir die Gegenwart der Vergangenheit in den eigenen Blick nehmen und danach fragen, welche Lehren, aber auch welche Fragen uns die hinterlassene Geschichtserfahrung aufgibt. Eben dies versucht Frei für einzelne Aspekte dieser historischen Hinterlassenschaft in den folgenden, durchweg lesenswerten Essays des Bandes beispielhaft vorzuführen. Dazu beleuchtet er "die Rückkehr des Rechts" oder den "Mythos Stalingrad" ebenso, wie "das Epochenjahr 1933", den Begriff der "Volksgemeinschaft", den "Erinnerungskampf" um den 20. Juli 1944 in den Bonner Anfangsjahren oder die Diskussion der Kollektivschuldthese in der Nachkriegszeit. Den Schlusspunkt setzt er mit mit einem Aufsatz über "Auschwitz und die Deutschen". Sehr empfohlen! -- Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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