Jetzt eintauschen
und EUR 6,61 Gutschein erhalten
Eintausch
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte: Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg [Gebundene Ausgabe]

Gerd Schultze-Rhonhof
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (51 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  

Kurzbeschreibung

Oktober 2007
Was hat die Generation meines Vaters dazu bewogen, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen? Die Suche des Autors nach einer Antwort führt zu überraschenden Ergebnissen. Dokumente beteiligter Außenministerien, Notizen und Memoiren englischer, französischer, italienischer und amerikanischer Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber belegen: Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben. Zusammenhänge werden deutlich, die bislang schlichtweg übergangen wurden. „Dieser Krieg“, so Schultze-Rhonhof, „hatte viele Väter“. Vieles in unserer deutschen Geschichte zwischen 1919 und 1939 ist ohne Kenntnis des zeitgleichen Geschehens in anderen Ländern nicht zu verstehen, zu eng greifen oft Wirkung und Wechselwirkung ineinander. Doch es ist nicht allein die zeitgleiche Geschichte unserer Nachbarvölker, die den Kriegsbeginn beeinflußt hat, es ist auch – und das nicht unerheblich – die gemeinsame Vorgeschichte der streitenden Parteien. Der israelische Botschafter in Bonn, Asher ben Nathan, antwortete in einem Interview auf die Frage, wer 1967 den 6-Tage-Krieg begonnen und die ersten Schüsse abgegeben habe: „Das ist gänzlich belanglos. Entscheidend ist, was den ersten Schüssen vorausgegangen ist.“ So hat fast jede Geschichte ihre Vorgeschichte.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 605 Seiten
  • Verlag: Olzog - Aktuell Gmbh; Auflage: 6., überarbeitete und aktualisierte Auflage. (Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3789282294
  • ISBN-13: 978-3789282294
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 18 x 5,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (51 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 296.823 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg. Was hat die Generation meines Vaters dazu bewegt, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen? Die Suche des Autors nach einer Antwort führt zu überraschenden Ergebnissen. Dokumente beteiligter Außenministerien, Notizen und Memoiren englischer, französischer, italienischer und amerikanischer Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber belegen: Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben. Zusammenhänge werden deutlich, die bislang schlichtweg übergangen wurden. "Dieser Krieg", so Schultze-Rhonhof, "hatte viele Väter". Vieles in unserer deutschen Geschichte zwischen 1919 und 1939 ist ohne Kenntnis des zeitgleichen Geschehens in anderen Ländern nicht zu verstehen, zu eng greifen oft Wirkung und Wechselwirkung ineinander. Doch es ist nicht allein die zeitgleiche Geschichte unserer Nachbarvölker, die den Kriegsbeginn beeinflußt hat,! es ist auch - und das nicht unerheblich - die gemeinsame Vorgeschichte der streitenden Parteien. Der israelische Botschafter in Bonn, Asher ben Nathan, antwortete in einem Interview auf die Frage, wer 1967 den 6-Tage-Krieg begonnen und die ersten Schüsse abgegeben habe: "Das ist gänzlich belanglos. Entscheidend ist, was den ersten Schüssen vorausgegangen ist." So hat fast jede Geschichte ihre Vorgeschichte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Gerd Schultze-Rhonhof war 37 Jahre lang Soldat der Bundeswehr, zuletzt als Generalmajor und Territorialer Befehlshaber für Niedersachsen und Bremen. 1995 zog er das Interesse der Medien auf sich, als er das Bundesverfassungsgericht wegen seines sogenannten "Soldaten sind Mörder"-Urteils öffentlich kritisierte.


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Mit besonderem Augenmerk rollt der Autor in diesem sehr flüssig zu lesenden Buch die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen auf und zeigt uns, das die größtenteils eigentliche Geschichtsschreibung der Siegermächte, in denen Hitler und das Deutsche Reich gerne als Kriegslüsterne Schergen dargestellt werden, nicht ganz so wahrhaftig ist, wie sie zunächst scheint.

Die wahren Hintergründe zur Entfesselung des Zweiten Weltkrieges liegen ein wenig tiefer verwurzelt und vor allem abseits der herkömmlichen Schulliteratur, in denen den Schülern gerne das Bild einer Reichsregierung vermittelt wird, die nicht etwa an einer Lösung der Auseinandersetzung um die freie Stadt Danzig sowie der Korridorfrage und dem Schutz der Menschenrechte der deutschen Minderheiten in Polen interessiert war, sondern mit Brachialgewalt auf den Krieg drängt und Polen erobern will, um zusätzlichen "Lebensraum für Deutsche im Osten" zu erschließen, wobei sich gerne auf die Hitler'sche Forderung aus "Mein Kampf" aus dem Jahre 1924 berufen wird.

Das diese Lebensraum-Vorstellungen sich zwischen der Veröffentlichung von Mein Kampf" 1924 und seiner im Hoßbach-Protokoll" überlieferten Ansprache von 1937 bereits deutlich auf Österreich und die Tschechei reduzierte und die wirtschaftlichen Überlegungen, die Hitler 1924 zu seiner Lebensraum-Idee geführt haben, für Ihn inzwischen durch den ausgedehnten Präferenzhandel mit 26 Export-Import-Partnerstaaten nicht mehr aktuell waren und er diese Absicht in den letzten Friedensjahren weitestens aufgegeben hatte, findet dubioserweise weiter keine Erwähnung.

Was sich dagegen umso hartnäckiger hält, bleibt der vermittelte Eindruck des Kriegstreiberischen Tyrannen, der die Welt in Scherben sehen und sich zu eigen machen wollte. Diese Lüge wird gern mit einem für den Nürnberger Prozess gefälschtem Zitat aus der Hitler Rede vor den Oberbefehlshabern eine Woche vor Kriegsbeginn unterstrichen, in der er abschließend angeblich erklärt haben soll: "Es ist ein großes Ziel, das vielen Einsatz fordert. Ich habe nur Angst, dass mir noch im letzten Moment irgend ein Schweinehund einen Vermittlungsplan vorlegt."

Insgesamt ist diese nachweisliche Rede vom 22. August 1939 ebenfalls recht kritisch zu betrachten, da sie in ihrer Abfassung mehrere Versionen von verschiedenen Leuten enthält, welche in der historischen Literatur noch bis heute kursieren und teilweise recht unglaubwürdige, besonders brutale und blutrünstige Redewendungen enthalten, die aus Widerstandskreisen erstellt wurden.

Fakt ist, das Hitler Göring noch am gleichen Tag die Zustimmung für Verhandlungen mit der englischen Botschaft erteilte, da Polen sich ja weiterhin als Verhandlungsresistent erwies.

Eingiebig beleuchtet der Autor unter anderem das deutsch-polnische Verhältnis, welches seine Tragödie insbesondere nach Ende des Ersten Weltkrieges fand, jedoch ebenso zeigt, das es nicht immer gleich schlecht bestellt, sondern mehr durch einen schlechten Start und ein schlechtes Ende bestimmt wurde und sich zusammenfassend etwa wie folgt darstellt:

*1918 Annektiert Polen ohne den Zuspruch der Sieger widerrechtlich die deutschen
Provinzen Posen und Westpreußen.

*1918/19 Polen fordert in Versailles Teile von Pommern, Schlesien und Ostpreußen, welche
es aber nicht zugestanden bekommt.

*1921 Polen versucht, ganz Oberschlesien mit Milizen und den dort ansässigen polnischen
Gastarbeitern zu erobern.
Nach einer Volksabstimmung, die Polen versuchte zu verhindern, erhält es das
Ostoberschlesische Industriegebiet von den Siegerstaaten zugesprochen.

*1933 Polen fordert Frankreich 3 mal zu einem Zweifrontenkrieg gegen Deutschland auf,
was Frankreich jedoch ablehnte.

Da Deutschland sich nach dem Versailler Frieden als einzige Nation an die
Abmachung der Abrüstungsvorgaben hielt, sei in diesem Zusammenhang erwähnt,
das Polen zu dieser Zeit mit über 278.000 Mann im Heer über fast 3 mal so viele
Streitkräfte verfügte wie Deutschland mit seinen 100.000 Mann, was im Reich
natürlicherweise gewisse Ängste schürte und dazu führte, das Polen von allen
deutschen Parteien als Bedrohung empfunden wurde.

Nach dem Machtantritt Hitlers gibt es zwischen selbigem und dem polnischen
Diktator Pilsudski ab 1934 wieder erste Annäherungen, die auch nach Pilsudskis Tod
1935 noch eine Weile greifen.

*1938 Polen lässt sich von Hitler durch den Freundschaftsvertrag seine Landerwerbung in
der zerfallenen Tschechoslowakei billigen. Hitler willigte mit der Begründung ein,
das man nicht um jede noch so kleine Stadt mit Polen feilschen könne.

*1939 Erneute Verschärfung der Verhältnisse. Nach der Vereinigung Österreichs und der
Sudetengebiete mit dem Deutschen Reich bekommt Polen es mit der Angst zu tun,
Deutschland könne auch von ihnen Land und Menschen aus dem Bestand des
früheren Deutschen Reichs zurückverlangen, und lehnt jede Verhandlung über einen
Anschluss Danzigs ins Reich ebenso wie den Bau einer exterritorialen Autobahn
und einer Eisenbahnverbindung durch den polnischen Korridor hindurch zu dem seit
1918 abgetrennten Reichsgebiet Ostpreußen ab, wofür die Feindschaft der Polen
gegen ihre deutsche Minderheit wieder schärfere Formen annimmt. Polens
Kündigung des bilateralen Minderheitenschutzabkommens, welches jeweils 1934 und
1937 durch Polens ständige Kündigungen erneut ausgehandelt wurde, führt zu
erneuten Terrorakten gegenüber Deutschen sowie die Zerstörung deutscher Geschäfte
und Brandstiftungen auf deutschen Bauernhöfen. Da diese Pogrome nun mehr
mittlerweile zur Tagesordnung zählten, sah Hitler sich entschlossen, die Probleme
noch vor Wintereinbruch auf dem Verhandlungswege oder - wenn dies nicht möglich
sei - mit einem Krieg zu lösen und somit genötigt, Polen ein Ultimatum zu stellen.

Da Polen sich durch die Rückendeckung der Englischen und Französischen
Kriegsclique weiterhin nicht sonderlich beeindruckt zeigte und jeglichen Versuch zu
einer friedlichen Lösung zu gelangen von sich wies, drohte Hitler, dass er "bei dem
geringsten polnischen Versuch, noch weiterhin gegen Deutsche oder gegen Danzig
vorzugehen, sofort eingreifen" werde, und weiter "Bei der nächsten polnischen
Provokation werde ich handeln." - wozu es schlussendlich am 1 September auch
kam.

Wir sehen, dass die lieben unschuldigen Polen also gar nicht so lieb und unschuldig sind, wie uns immer weisgemacht wird.

Doch geht es hier nicht um das deutsch-polnische Verhältnis alleine.
Nicht umsonst trägt das Buch "Der Krieg, der viele Väter hatte" den Untertitel "Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg".

Diesen zettelte eine ganze Anzahl von Staaten an, wessen komplexe Zusammenhänge ohne detaillierte Kenntnis des zeitgleichen Geschehens in anderen Ländern - ganz richtig - nicht zu verstehen, dafür in diesem Buch sehr gut herausgearbeitet worden sind. Die Lage Europas war zwischen den 2 großen Kriegen nie frei von Krisen gewesen, so dass es immer wieder zu Spannungen kam, welche den Kontinent schließlich in einer Art permanenten Fieberzustand" hielten und es im Prinzip nur eine Frage der Zeit bis zum großen Knall war.

Eine große Schuld daran trägt die Zerrüttung der politischen Verhältnisse durch die willkürliche Festschreibung des Versailler Diktatfriedens nach dem ersten Weltkrieg und seinem anschließendem, unkontrolliertem Zerfall, der nicht nur durch Deutsche, sondern auch Alliierte Vertragsbrüche begünstigt und zu einem intrigenreichen Netzwerk von Absichten wurde, in dem sich die Beteiligten schlussendlich selbst verhedderten.

Interessant ist dabei vielleicht die Erwähnung der Tatsache, das England durch seinen erfüllten Bündnispart nicht in den Krieg zog, um Polen zu beschützen, sondern quasi den Krieg bekommen hat, den es die ganze Zeit haben wollte, was einige britische antideutsche Zitate hier und an anderer Stelle sehr gut belegen.

So heißt es beispielsweise, um nur einiges zu nennen, vom englischen Botschafter in Washington, Lord Halifax:

"Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, so dass er nicht mehr auf friedlichem Wege ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen aufheben kann".

Weiter schreibt Churchill in seinen "Erinnerungen":

"Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte."

Dem Industriellen und Militärfachmann General Robert Wood droht er (bereits 1936 (!!) ) "Deutschland wird zu stark, wir müssen es vernichten! Lesen Sie weiter... ›
War diese Rezension für Sie hilfreich?
219 von 242 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fünf Kriege gegen das Deutsche Reich 27. Mai 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch von Gerd Schulze-Rhonhof rollt die Zeit zwischen den beiden großen europäischen Kriegen des 20. Jahrhunderts auf, und macht uns klar, dass es in der Außenpolitik um Machtfragen geht und nicht um Moral.

Ausgehend vom Waffenstillstand 1918 und vom Versailler Vertrag, zeigt der Autor, dass sich einzig und allein das Deutsche Reich an die damals festgelegten Abrüstungsbedingungen gehalten hat, während die Siegermächte diesen Paragraphen in keiner Weise zu folgen gewillt waren. Im Gegenteil, angetrieben von gegenseitigem Misstrauen und wohl auch von der Überzeugung, dass die neue Struktur Europas auf die Dauer keinen Bestand haben könnte, trieben sie ihre Rüstung voran, selbst als das Deutsche Reich in der zweiten Hälfte der 20er Jahre seine Entwaffnung auf das vereinbarte Niveau voll durchgeführt hatte und somit keine unmittelbare Gefahr mehr darstellte. Dieser labile, aber nicht bedrohliche Zustand sollte noch fast ein Jahrzehnt bis weit in die Hitlerzeit hinein andauern, jedoch lief etwa in den USA zu jener Zeit die Rüstungsproduktion bereits auf vollen Touren und man baute dort sogar viermotorige Bomber, die sicherlich nicht für den Schutz des Landes vor Übergriffen mexikanischer Bandenführer vorgesehen waren.

Man begreift die Grundeinstellung von Staaten wie Frankreich, Polen oder der Tschechoslowakei, die, wie der Verfasser aufzeigt, in den 20er und 30er Jahren ganz entschieden aufrüsteten. Diese Staaten waren - ob zu Recht oder zu Unrecht soll hier nicht diskutiert werden - auf Kosten des Deutschen Reiches gewachsen oder überhaupt entstanden und mussten ein Wiedererstarken Deutschlands fürchten. Der Leser fragt sich jedoch nach den Motiven, welche der Londoner Regierung eine ähnliche Politik vorschrieben.

Natürlich gibt es dafür die traditionelle Erklärung, dass Großbritannien aus Prinzip die schwächere Macht auf dem Kontinent gegenüber der stärkeren förderte, doch liegen die Gründe vielleicht tiefer; man findet einen Hinweis darauf an anderer Stelle. Der britische Autor Martin Allen veröffentlicht in seinem Buch „Churchills Friedensfalle" ein Dokument, das hierüber Aufschluss geben kann. Es handelt sich um eine Notiz des Ständigen Beraters des britischen Außenministeriums, Sir Robert Vansittart, von Anfang September 1940 für seinen damaligen Außenminister, Lord Halifax. In dieser Notiz steht der merkwürdige Satz: „The enemy is the German Reich and not merely Nazism and [certain people]... would let us in for a sixth war even if we survive the fifth".

Auf den ersten Blick ist dieser Satz völlig unklar, denn es hatte außer dem 1. Weltkrieg nie einen Krieg zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien gegeben. Wenn man ihn mit einer weiteren Zeile aus Vansittarts Notiz zusammenbringt, erkennt man mehr, da steht nämlich „... the German Reich and the Reich idea have been the curse of the world for 75 years...". Liest man noch Vansittarts entsetzliches Pamphlet „Black Record - Germans Past and Present", so wird die Sache vollends deutlich: Es ging in London um die Auschaltung Deutschlands als Machtfaktor in Europa überhaupt und das war im 1. Weltkrieg noch nicht erreicht worden. Deutschlands bloße Existenz als Staat mit einer eigenen politischen Ausrichtung bedeutete schon eine echte Gefahr für die Londoner Regierung und musste daher bekämpft werden.

Vor diesem Hintergrund nimmt sich das Verhalten Londons in den Jahren zwischen 1918 und 1939 ganz rational aus. Man erkennt mit Schulze-Rhonhof, dass es den Regierungen in London darum ging, das Deutsche Reich in eine politische Situation hineinzubugsieren, in der es zu den Waffen greifen musste, um dann nochmals, und nun völlig, besiegt und entmachtet zu werden. Auch das sagt Vansittart in den wenigen Zeilen seiner Notiz: „...the German Reich ... has got to go under, and not only under, but right under." Als es dann im Sommer 1939 zur Danzig-Krise kam, die Schulze-Rhonhof sehr detailliert beleuchtet und Hitler vorher mit der Besetzung der Rest-Tschechei einen außenpolitischen Fehler begangen hatte, konnte man das britische Ziel auch der Welt verständlich machen, die nötigen Bundesgenossen gewinnen und militärisch aktiv werden. Hitler als Figur war dabei unwichtig und der Nationalsozialismus eine Nebensache. Die einzige Überraschung war der unerwartete und völlige Kollaps Polens im September 1939.

Diese britische Politik wurde grundsätzlich von dem Bestreben geleitet, den eigenen Besitzstand, das Empire, vor dem vermeintloichen deutschen Griff nach der Weltherrschaft zu sichern. Wie so häufig bei einem Krieg, sah dann die Welt 1945 völlig anders aus, als sich das die Beteiligten anfangs vorgestellt hatten. Deutschland war zwar zerstört, zerschmettert und zerrissen, den Erzfeind Preußen hatte man einfach abgeschafft, doch das Empire war ebenfalls verloren und im Osten richtete sich die Sowjetunion drohend auf, sodass sich ganz Westeuropa unter den Schutz der USA flüchten musste. Frankreich versuchte zu retten, was von seinen Eroberungen noch zu retten war, aber innerhalb von einem Dutzend Jahren war auch hier von Vietnam bis Algerien der Traum von einem Weltreich ausgeträumt. London besitzt heute politisches Gewicht nur noch durch seine Anlehnung an Washington und so könnte Großbritannien durchaus als 51. Staat der USA enden - wenn auch etwas anders, als sich das Shaw in seinem „Kaiser von Amerika" einmal vorgestellt hatte.

Polen und die Tschechoslowakei, um derentwillen man 1939 in den Krieg gezogen war, spielten 1945 überhaupt keine Rolle mehr und wurden mit den baltischen Staaten der Sowjetunion überlassen. Diese hatte als einzige Macht in Europa politische Siege verbuchen können, sie hatte mit Ostpreußen eine wichtige U-Bootbasis an der Ostsee gewonnen, hatte ihre Grenzen auf Kosten Polens und Deutschlands um mehrere hundert Kilometer weiter nach Westen vorschieben können und bedrohte jetzt sogar die USA von Kuba aus.

Von der heutigen Warte aus betrachtet, kann man die Politik der Alliierten in den Jahren vor 1939 nur als infantil und das Ergebnis als ein Desaster bezeichnen. Man hatte sich im Hinblick auf das Deutsche Reich einen Popanz aufgebaut, der den Blick auf die wirkliche Situation der damaligen Welt völlig verstellte. Weil sie ihrer eigenen Propaganda glaubten, fühlten sich die Alliierten berechtigt, die Substanz Mitteleuropas zu zerstören und dort eine kulturelle und geistige Wüste zu hinterlassen, die noch lange einen Schwachpunkt des Abendlandes darstellen wird, welcher vielleicht nie wieder beseitigt werden kann. Gerd Schulze-Rhonhof, dieser ehemalige Offizier, hat hier eine entscheidende Lücke in unserer Geschichtsschreibung gefüllt.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
49 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wo ist der weichspüler? 17. Juli 2011
Von Platinum
Format:Gebundene Ausgabe
DER KRIEG, DER VIELE VÄTER hatte ist das einzige von der politischen mainstream-kultur, von der linken betroffenheits-bohème und den besatzungsmächten anerkannte buch über die vielschichtigkeiten, die zum zweiten großen weltkrieg und dem ende des 35jährigen krieges gegen das deutsche reich geführt haben.

WAHRHEIT FÜR DEUTSCHLAND ist zwar erhellender und das den tatsachen am nächsten kommende werk dieser thematik, aber hier geht der autor schonmal in die richtige richtung.

wenn man dann noch an herrn churchill denkt und sich an eines seiner zitate erinnert, welches man in seinen ins deutsche übersetzte memoiren nicht mehr findet, dann weiss man ganz klar, wer diese ominösen väter waren, auf die man anspielen könnte, wenn man politisch unkorrektes gedankengut dächte:

"Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mitverdienen konnte."
churchill in seinen "Erinnerungen".

5 sterne. denn verglichen mit den knoppschen märchen ist dieses buch eine offenbarung.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Der Krieg der viele Väter hatte
Ein spannendes Buch, sehr informativ und gut zu lesen, kann ich nur weiter empfehlen, alles bestens und dabei viel Spass
Vor 4 Monaten von Gabriele Ark veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Warum nur...
...passiert es immer noch, dass das Offenkundige geleugnet wird?

Natürlich hat es auf Seiten der Allierten und Rußlands im Vorfeld des Krieges strategische... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von wonderwalt veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Rechtradikaler Mist
Dieses Buch bezeichne ich als Schundliteratur und es sollte verboten werden! Herr Schultze-Rhonhof sollte sich mal mit Geschichte vertraut machen.
Vor 4 Monaten von thoste veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Geschichte pur
Ja, as Buch sollte jeder Geschichtsinteressierende unbedingt lesen.
Da gerät das Schulwissen schnell ins Hintertreffen. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von ureika veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Über Deutschands geringe Schuld an den Weltkriegen
In diesem Buch, das die Gründe zur Entstehung der beiden Weltkriege sucht, betätigt sich der Autor Generalmajor Schulze-Rohnhof nicht nur als Historiker sondern auch als... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Surfer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Heimatgeschichte
Dieses Buch listet unverhohlen alle politisch - tragischen Umstände auf, die zum Krieg, zum Verlust der Heimat und millionenfachen Tod geführt haben. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Günther veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Danke, Herr General
General a.D. Schultze-Rhonhof fasst mit seinem Werk ein heißes Eisen an. Wer wüßte das nicht? Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Militärhistoriker veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ende der Teilwahrheiten
Ich muss dem Autor danken, da er die europäische Situation und die Einzelinterressen der Regierungen in Europa ausführlich darstellt. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Ronny Abaraham veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen krude Thesen
Allein der Titel erzeugt schon Kopfschütteln.
Ein nur von der rechten Szene hofierter Hobby-Historiker ( er besitzt keinerlei Ausbildung in diesem Bereich bzw. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Serverus2 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr interessantes Buch
Das Buch erklärt auf anschauliche Weise die verschiedenen politischen Beweggründe, die auf allen Seiten der Kriegsparteien vorhanden waren. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von 3nigma veröffentlicht
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Historiker Scheil 0 02.02.2013
Zionismus, Rothschild und zionistische Freimaurerei 1 14.04.2012
Alle 2 Diskussionen ansehen...  
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar