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1920-Lieder der Märzrevolution
 
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1920-Lieder der Märzrevolution

Grenzgänger Audio CD
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Produktbeschreibungen

Titel-Magazin, 23. Februar 2006

Das ist ein pures intellektuelles und ästhetisches Vergnügen, lehrreich und unterhaltsam zugleich. Da gibt es satirische und sentimentale Töne, Rap und Kampflieder, Schnulzen und Spottverse, Anklagen und stolze Bilanzen, Bonzenschelte und Klassenbewusstsein (ein Wort, das aus der Mode gekommen ist wie die Sache selbst - sehr zur Genugtuung derer, die genau wissen, woher sie ihre Privilegien beziehen).

68 Seiten ist das Beiheft dick. Es enthält die Liedtexte und weitere nützliche Informationen. Diese CD gehört in jede Schulbibliothek. Auch wenn sie, was zu befürchten ist, beim nächsten PISA-Test nicht abgefragt werden sollte. (Thomas Rothschild)

Teleschau, 23. Februar 2006

Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Rap, Irish Folk und Bänkelgesang gelingt es den Grenzgängern und Frank Baier, eine vergessene Revolution wieder auszugraben. Erfrischend frech setzt sich bereits der Titel-Rap "1920" über jede Geschichtsstunden-Betulichkeit hinweg. "Wen juckt das schon: 1920 - die Revolution", heißt es herausfordernd im Text. Die verrappte Botschaft lautet: Da war mal was, das wichtig war... Und so sind auch hier all die Lieder die besten, die es akustisch ordentlich krachen lassen, mit fast symphonischer Breite, mit Bassschrummen, Gegeige und Schalmeienklang. Am allermeisten fährt allerdings doch unter die Haut, wenn der alte Zeitzeuge loslegt, die immer noch kräftige Staublungenstimme erhebt ("Das war das!") und singend von damals gefallenen Rotgardisten erzählt. ...Wäre das so aufsässig weitergegangen damals, und nicht bloß ein paar Tage lang, bis zum wieder friedlichen Ostern Anfang April, dann hätte das mit dem Hitler und den Nazis wahrscheinlich nicht geklappt. Wilfried Geldner (Genre: Besonderes, Bewertung: Ausgezeichnet)

Ruhrnachrichten, 8. Februar 2006

Der anrührendste Moment auf der CD ist (...) einem Zeitzeugen vorbehalten. Der inzwischen verstorbene Johannes Leschinsky erzählt, wie Freikorps-Verbände "den alten Muhs" umbrachten. 21 "Lieder der Märzrevolution" haben sie eingespielt - Melodien vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu eigenen Kompositionen. Manche singt Frank Baier mit rauchiger Stimme, wie etwa Lieselotte Rauners schönen Text "Frühling im Revier". Aber es gibt auch den in die Beine gehenden März-Rap, zu dem die Wittener "Sons of Gastarbeita" die Musik machen. Verblüffend, wie aktuell manche Texte wirken, etwa ein Lied von 1930: "Was? Du knurrst? Zu wenig Lohn?/ Schwere Arbeit? Schicht verkürzen?/ Mund gehalten! Keinen Ton!/ Sollen denn die Kurse stürzen?" (Bettina Jäger)

Neues Deutschland, 25. Februar 2006

Ohren zu öffnen, das gelingt dieser CD. Und Risse in der Geschichte zu kitten, bevor sie zu tief sind. Die musikalische Bandbreite reicht vom HipHop übers Chanson bis zu einer Instrumentalversion der »Internationale«. Bemerkenswert das Booklet, in dem nicht nur alle Liedtexte nachzulesen sind, sondern mit kurzen Texten, historischen Fotos und Faksimiles packend Geschichte vermittelt wird. (Martin Hatzius)

Kurzbeschreibung

21 Titel enthält die CD, mehr als 75 Minuten Spielzeit in einer Schmuckausgabe mit Papp-Schuber und dazu ein 68-seitiges Booklet mit vielen, vielen Fotos, allen Texten und Hintergrundinformationen. Die Bremer Folk-Avantgardisten „Grenzgänger“ und das Duisburger Ruhrpott–Urgestein Frank Baier spielen Lieder und Texte aus der "größten Aufstandsbewegung, die es in Deutschland seit den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts gegeben hat", dem nahezu völlig vergessenen Volksaufstand im Frühjahr 1920 im Anschluß an den Kapp-Putsch. Die Niederschlagung der „Märzrevolution 1920“ und die damit einhergehende Ermordung von über 1000 Arbeitern bedeutete schon viele Jahre vor 1933 den Beginn vom Ende der Weimarer Republik.

Biographie der Mitwirkenden

Die Grenzgänger waren mit ihrer mitreißenden Mischung aus Chanson, Volkslied, Jazz, Blues und Musikkabarett schon auf Platz 1 der Liederbestenliste und erhielten wiederholt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Bei Gastspielen im In- und Ausland (u.a. für das Goethe-Institut und als deutscher Beitrag beim Festival der Europäischen Rundfunkanstalten in Norwegen) schufen die Folk-Förderpreisträger von 1995 „Unverwechselbares von bisweilen träumerischer Eleganz“ (Nordseezeitung) – und die Rheinpfalz schrieb: „Kleinkunst ganz groß!“

Frank Baier, der singt, als hätte man seine Stimmbänder mit Ruhrpottkohle eingerieben, spielt Ukulele, Quetsche, Harfe, Gitarre und Mundharmonika. Er begann Ende der 60er Jahre mit Skiffle, spielte er in den Siebzigern mit seiner Gruppe „Kattong“ in Gefängnissen und besetzten Häusern (u.a. mit Ton, Steine, Scherben), war maßgeblich beteiligt an der Wiederbelebung von Arbeiterliedern im Ruhrgebiet, gab Konzerte von Duisburg bis Madagaskar und feierte vor kurzem beim Festival in Rudolstadt zusammen mit den Rappern „Sons of Gastarbeita“ ein aufsehenerregendes Comeback.

Produktbeschreibungen

1920 - Lieder der Märzrevolution
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