Kurzbeschreibung
Hans Bender ist zweifelsohne einer der bekanntesten und bedeutendsten Psychologen des vergangenen Jahrhunderts im deutschen Sprachraum, dessen Name sich in allen wichtigen Nachschlagewerken findet. Um so erstaunlicher ist es, dass bei den zahlreichen Darstellungen seines Gelehrtenlebens seine Straßburger Tätigkeit entweder ausgeblendet, mit wenigen Worten übergangen oder verkürzt dargestellt wird. Das mag daran liegen, dass er sich selber nur zurückhaltend dazu äußerte, sei es, dass er in den diversen Entnazifizierungsverfahren nach seiner Rückkehr aus der Internierung nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte, sei es, dass ihm die Tätigkeit in Straßburg, einer als nationalsozialistische Musteruniversität geplanten Hochschule, im nachhinein peinlich war, sei es, daß die fünf Straßburger Semester für den späteren Parapsychologen wissenschaftlich eher unergiebig, wenngleich für die Planung einer Nachkriegskarriere unschätzbar waren.
In vorliegendem Werk soll der Versuch unternommen werden, diese für Benders akademischen Werdegang entscheidenden Jahre, ohne deren Erfahrungen er vermutlich niemals in Freiburg im Breisgau das später weltberühmte, Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP) hätte gründen können, so detailliert wie möglich zu rekonstruieren und ihn selber wie die Persönlichkeiten, die an seinemFortkommen in Straßburg Anteil hatten, ausführlich zu Wort kommen zu lassen.