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Aber man höre und staune: Es gibt wirklich Menschen, die sich über Jahre hinweg mit diesem Werk beschäftigen. Zu Ihnen zählt der Toningenieur der vorliegenden CD, der sich im Booklet ausführlich darüber verbreitet, wie er mit allen erdenklichen technischen Raffinessen unter Rückgriff auf ausgefeiltestes Equipment die verschiedenen Elemente des Stücks, vor allem die originalen Kanonenschüsse, aufgezeichnet, manipuliert und zusammengesetzt hat. Noch ganz unter dem Eindruck nun überstandener Belastungen und Sorgen berichtet er: "Wir mussten mit dem Projekt weitermachen und wussten (hofften?), dass die Geräte und Mittel, die wir brauchten, irgendwie auftauchen würden zu der Zeit, in der wir sie benötigten."
Nicht nur an verschiedenen Orten, sondern auch in verschiedenen Jahren wurden Chor, Orchester, Carillon und Kanonen festgehalten, um sie schließlich mit modernsten Mitteln zu kombinieren. Doch Achtung: Ihre Anlage kann schaden nehmen, wenn sie etwa billige Boxen aus dem Supermarkt besitzen! Mehrfach wird vor allzu lautem Abspielen gewarnt. Im weniger schlimmen Fall geht es Ihnen vielleicht wie dem Rezensenten, der auch nicht die empfohlene "Surround-Technik" besitzt: Sie hören eine sehr gute Aufnahme der Ouvertüre 1812, Anlage und Ohren bleiben heil, und das war es.
War es das wirklich? Nein, keineswegs, denn es folgen einige hervorragend musizierte andere Stücke Tschaikowskys, auf die er zweifellos wesentlich stolzer gewesen ist: Sein herrlicher "Slawischer Marsch" op. 31 etwa, oder das äußerst farbenreiche "Capriccio italien" op. 45. Fazit: Unbedingt hörenswert, vor allem wegen Erich Kunzel und seinen brillanten "Cincinnati Pops", aber nicht wegen "1812". --Michael Wersin
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