Inhalt:
Fast niemand kennt den kleinen See am alten Torfmoor, zu dem die vier Freunde von TKKG an diesem sonnigen Nachmittag einen Ausflug machen. Als Oskar plötzlich verschwindet, und die Freunde ihn suchen, machen sie eine unglaubliche Entdeckung: vor ihnen liegt eine geöffnete Grabstätte mit einem mumifizierten Skelett - eine Moorleiche! Handelt es sich bei dem Skelett um einen 3000 Jahre alten Germanen oder wurde hier erst kürzlich ein Mord begangen? Als ein merkwürdiger Archäologe bei Kommissar Glockner auftaucht und die Leiche unbedingt untersuchen will, werden die Freunde hellhörig und stellen eigene Nachforschungen an, die dem Fall eine überraschende Wendung geben ...
Story:
"Das Geheimnis der Moorleiche" - ein wenig erinnert der Titel dieses Hörspiels an die dritte Folge der TKKG-Serie, die den Titel "Das leere Grab im Moor" trug. Bietet "Das Geheimnis der Moorleiche" lediglich eine an deren Handlung angelegte Story oder kann die 172. Episode aus dem Leben der vier Großstadtjugendlichen eigene Akzente setzen? Viele Kernelemente der Geschichte sind neu, der Rahmen bleibt aber identisch, denn Autorin Veronika Hampl, die mit dieser Buchvorlage für das Hörspielskript ihren Serieneinstand liefert, scheint sich ganz getreu dem Motto "back to the roots" zu verhalten und so finden sich gewisse Aspekte wie beispielsweise überspitzt dargestellte Randgruppen im Hörspiel wieder. Teilweise sogar stark mit Vorurteilen gespickt, wird dem Zuhörer schnell klar gemacht, welche Charaktere auf der Seite des Verbrechens und welche auf der Seite der Verbrechensbekämpfung stehen. So scheint die Handlung schnell gelöst zu sein, was sich allerdings aufgrund zahlreicher Wendungen, die am Ende besonders das Geschehen bestimmen, als Trugschluss erweist. Gerade aufgrund der klassischen Elemente, die Stefan Wolf in seiner Zeit als Autor der Serie geprägt hat und die Veronika Hampl nun übernimmt, empfinde ich das Debüt dieser Autorin und die Skriptumsetzung von André Minninger als stark, denn nach den vergangenen Folgen schienen den Autoren die Ideen ausgegangen zu sein, die TKKG-Serie blieb weniger authentisch, steigerte sich sogar manchmal ins Übersinnliche. Insofern erachte ich diese Folge, wenngleich das Rätsel um die Mumie letzten Endes einfach zu entschlüsseln ist, als Schritt in die richtige Richtung. Auf diesem Niveau sollte die Serie bleiben, fast schon klassisch kommt die Handlung daher, wonach man sich lange gesehnt hat.
Sprecher:
Ein weiteres bemerkenswertes Indiz für die Qualität dieser Folge ist die gute Aufteilung der Sprechzeiten zwischen den einzelnen Sprechern. War es zuletzt oftmals Tim, der die notwendigen Beweise für die Überführung des Täters lieferte, so sind alle vier TKKG-Mitglieder gleichwertig am Fall "Geheimnis der Moorleiche" beteiligt und dabei begleiten sie in den Nebenrollen einige bekannte Stimmen aus der Serie. Die Rolle des herumwuselnden Professor Graber, der Edgar Bessen als Kommissar Glockner keine Ruhe lässt, setzt Wolfgang Draeger ausgezeichnet um - die Aufdringlichkeit reizt selbst den Hörer und somit ist der Zweck dieses Protagonisten im Hörspiel erfüllt. Bei ihren Ermittlungen stoßen Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowksi und Rhea Harder auch auf einige Jugendliche, die überspitzt von Jens Wendland, Frank Meyer-Brockmann und Stephan Gabriel dargestellt werden, auch sie verkörpern ihre Rollen mit viel Enthusiasmus, so bleibt letzten Endes auch keine Kritik an den Sprechern zu üben.
Musik und Effekte:
Ein weiterer ganz und gar nicht unerheblicher Faktor bei der Produktion von TKKG bilden die Effekte und ganz besonders auch die Musiken, die in diesem 172. Fall ebenfalls an die Anfangszeiten der Serie erinnern. Zwar steckt hinter den Melodien nur ein Computerprogramm, aber neben klassischen Kriminalklängen wie durch Streicherklänge geprägte Stakkato-Rhythmen fügen die Produzenten aus dem Hause EUROPA derart harmonische Musiken ein, dass man nach der Stunde Spielzeit gerne noch weiter in der Millionenstadt-Atmosphäre verweilt hätte. Die Effekte geben ein präzises Klangbild ab, Wanda Osten leistet genauso wie in allen Serien, in denen sie die Aufgabe der Geräuschemeisterin übernimmt, gute Arbeit, der man gerne lauscht.
Fazit:
Was bleibt also übrig vom "Geheimnis der Moorleiche"? Für Fans wohl vor allem die Auffälligkeit, dass es wohl scheinbar doch noch genügend Ideen gibt, um gute Hörspielskripte für TKKG zu schreiben. Die klassischen Elemente bieten viel Charme, den die Techniker sehr schön umzusetzen wissen, folglich ergibt sich eine gute Produktion, die in einigen Handlungsaspekten noch realistischer hätte gestaltet werden dürfen. Ansonsten aber hoffe ich, dass auch weiterhin Veronika Hampl und ihre Autorenkollegen passende Geschichten für die vier TKKG-Freunde schreiben werden.
Note 2-