Inhalt:
2129: Commander Brandis und seine Crew haben zur Jubiläumspräsentation der VEGA Dienst als Ausstellungsführer in San Francisco. Ein ungewöhnlich starkes Erdbeben lässt die San-Andreas-Spalte, auf der die Stadt steht, aufbrechen. Der VEGA-Hangar stürzt ein und nur Brandis' Geistesgegenwart verhindert, dass die HERMES zusammen mit dem Rest der Raumschiffe vor Ort zerstört wird. Die Stadt geht im Erdbeben unter. In der Nachbesprechung eröffnet Direktor Harris erschreckende Fakten: schon bald werde dieses Unglück durch ein weit größeres abgelöst, wenn kein Wunder geschieht ...
Story:
Gefiel mir "Aktenzeichen: illegal", die 15. und somit Vorgängerfolge dieses Hörspiels, bereits ausgezeichnet aufgrund der klugen Intention, die im Plot versteckt war, so muss ich dieses Kompliment ebenfalls auf "Operation Sonnenfracht" anwenden, denn es ist herausragend, welche Thematiken Nikolai von Michalewksy in seinen Büchern, auf denen diese Serie basiert, verarbeitet. Dieses Mal trifft es die Frage der Atomenergie und des entstehenden Atommülls. Heute, im Jahr 2011, ist es uns nicht gelungen, ein Endlager zu finden für die Tonnen an strahlenden Giftstoffen, fiktiv muss nun also im Jahr 2129 der Müll per Raumschiff möglichst schnell wegtransportiert werden. Eine brisante Aufgabe, was auch Commander Mark Brandis bewusst wird, der sich in diesem Fall hauptverantwortlich für alle entstehenden Risiken zeigt. Selbstvorwürfe prägen "Operation Sonnenfracht", man erlebt einen Gewissenskonflikt mit, der unglaublich authentisch ist und absolut fasziniert. Hinzu kommt gleich zu Beginn ein durch die Inszenierung optimal geratenes Actionspektakel, für Fans der Serie wird also wahrlich etwas geboten, das ist schon große Hörspielkunst, die hier in kurzweiligen und unterhaltsamen Szenen zum Tragen kommt.
Sprecher:
Das Lob aus der vergangenen Episode lässt sich auch im Sprecherbereich anführen. Angefangen bei Michael Lott, der gewohnt souverän und gekonnt die Rolle des Commander Mark Brandis einspricht, über David Nathan, Martin Keßler, Claudia Urbschat-Mingues bis hin zu Gerhart Hinze, Wolfgang Kaven und den sehr gut aufgelegten weiteren Sprechern werden die Rollen wirklich klasse besetzt, auch hier kann ich bei dieser Produktion nur meinen Hut ziehen für die geleistete Arbeit. So kommen auch zahlreiche Sprecher zum Einsatz, die man noch nicht aus allzu vielen Rollen kennt - Ulrike Kapfer etwa oder Dorothea Anna Hagena, genauso wie Marion von Stengel, Thomas Nero Wolff, Stephan Kretschmer und all die anderen Sprecher, die dieses Hörspiel "Operation Sonnenfracht" so unvergleichbar gut machen.
Musik und Effekte:
Pompös, gewaltig, fesselnd. Das sind nur drei Vokabeln, die mir schlagartig durch den Kopf gingen, als der Raumschiffhangar zusammenstürzte. Auf beeindruckende Art und Weise gelingt Joachim Redeker eine Inszenierung der ganz besonderen Art, denn der Zusammenbruch der Träger ist derart authentisch realisiert worden, dass man nur staunen kann, was heutzutage lediglich mit spärlichen Mitteln der Tontechnik zu verwirklichen und darzustellen ist. Zwar ist dies wirklich das i-Tüpfelchen auf der gelungenen Untermalung, doch eine ehrenvolle Leistung sei als eine solche auch klar gewürdigt. Musikalisch bewegt man sich in den Stilrichtungen der Industrial-Musik, die sehr angemessen ist und zur Handlung passt. Eine klasse Arbeit von der Soundtechnik, man schöpft aus dem Vollen und bewegt das Hörspiel so in höchste Bewertungssphären.
Fazit:
"Abenteuer in der Welt von morgen" lautet der Spruch, der das Inlay des vorliegenden Hörspiels ziert. Doch gerade in den vergangenen Jahren sollte den Bürgern Deutschlands, ja allen Menschen auf der gesamten Welt, bewusst geworden sein, wie ernst das Problem der Atommüllendlagerung wirklich ist. Nikolai von Michalewsky intelligente Umsetzung einer dramaturgischen Handlung über dieses Thema mitsamt gewieft eingebauten Selbstvorwürfen und gut gezeichneten Charakteren verdient ein großes Lob. Gleiches gilt den Sprechern und vor allem den an der Inszenierung mitwirkenden Technikern, die zu Beginn ihr wahnsinniges Können unter Beweis stellen können. Eine herausragende Produktion aus der "Mark Brandis"-Hörspielserie von Folgenreich.
Note 1