Inhalt:
2128: Grischa Romen hat sich verliebt - in die chinesische Astrophysikerin Ko Ai, die im Rahmen eines internationalen Projekts auf der HERMES gearbeitet hat. Seine Gefühle werden erwidert, doch einer gemeinsamen Zukunft steht ihre republikanische Herkunft im Weg. Als bekannt wird, dass sie eine "illegale Geburt" ist, der bei Rückkehr in ihre Heimat die Exekution droht, wendet sich Romen an seinen Commander und Freund Mark Brandis, der bald darauf Kopf und Kragen riskiert, um den beiden zu helfen. Erst als es zu spät ist, erkennt Brandis, wie skrupellos die Bürokratien der Staaten ihre Ziele verfolgen ...
Story:
Man hülle seine politischen Ansichten in ein Gewand, das besser wohl kaum geschmückt werden könnte. So zumindest müsste man den Plot zusammenfassen, der bei "Aktenzeichen: illegal" vorliegt, denn das Hörspielskript von Regina Schleheck und Balthasar von Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michaelwsky bietet mehr politischen Unterton als es manchem wohl recht wäre. Glücklicherweise fällt dies für die breite Käuferschicht aber weniger auf, die Handlung steht im Vordergrund, wenngleich Mark Brandis Gedanken in dieser Folge mehr im Mittelpunkt stehen als üblich. Die Science-Fiction-Umgebung, in der wir uns Mitte des 22. Jahrhunderts befinden, erscheint erschreckend real - werden auch wir eines Tages um Planeten als Kolonien kämpfen? Ich bin ein Freund der anregenden Inhalte und diese 15. Folge der bekannten Hörspielreihe um Mark Brandis liefert viele klug ausgeführte Szenarien, die plausibel und realistisch erscheinen und dabei auch noch höchst unterhaltsam daherkommen. Sicherlich gab es schon bessere Folgen mit dem Commander Brandis hinsichtlich des Spannungsbogens, ebenfalls gab es actionreichere, doch "Aktenzeichen: illegal" ist eine Folge zum Grübeln. Zum Nachdenken darüber, ob wir als Vergangenheit der Zukunft zulassen sollten, was in einigen Jahren Realität werden könnte. Kommt diese Anregung in Schwung, so verzeichnet auch die Handlung ein Spannungsplus und kommt vor allem zum Ende hin gehörig in Fahrt.
Sprecher:
Beteiligt an der hohen Glaubwürdigkeit ist im Besonderen Michael Lott, der als Commander Mark Brandis die Gedankenstränge spinnt, die so vermutlich eine Darstellung von Michalewskys Gedankenwalt sind. Allgemein ist die Sprechrriege sehr hochkarätig bestückt und dankenswerterweise werden eben solche Leistungen geboten. Gerhart Hinze und Vera Teltz übernehmen entscheidende Rollen, Teltz ist anfangs sehr involviert und sorgt für ein wenig durchschaubares Bild, was der Geschichte sehr gut zu Gesicht steht. Ihre Stimme erweckt den Eindruck einer gewissen Zwiespältigkeit, ihre Rolle wird zumindest erst gen Ende wirklich klarer und sorgt so für Spannungsreize. Gastsprecher bei dieser Produktion sind auch Oliver Rohrbeck, Martin Keßler, Claudia Urbschat-Mingues, David Nathan und weitere bekannte Namen, die bekannte Buchreihe wird also auch von Sprechergrößen eingesprochen, die ihre Arbeit sehr sorgfältig und überzeugend ableisten.
Musik und Effekte:
Jochim Redeker ist verantwortlich für Sounddesign und Musik, somit ist er es alleine, der die "Mark Brandis"-Serie audiotechnisch ausschmückt. Wie nicht anders zu erwarten war, begleiten Weltraumsounds den Charakter Mark Brandis durch die gesamte Episode, gleichzeitig bekommt man als Zuhörer eine utopische Vorstellung davon geboten, wie Telekommunikation in einigen Jahrzehnten aussehen könnte. Die Soundkulisse könnte besser wohl kaum sein, besonders wirkt alles sehr räumlich, weshalb man schnell in die Handlung hineingesogen wird und keineswegs die Geschichte für unglaubwürdig hält. Vielmehr ist man beeindruckt von der dargebotenen Authentizität, sodass als Fazit angesichts der grandiosen Untermalung nur das Lob für Jochim Rede bleibt. Er leistet konstant seinen Beitrag zur geglückten Gesamtdarstellung der Hörspielserie.
Fazit:
Eine überwältigende Soundtechnik bestimmt gemeinsam mit herausragenden Sprechern und einer ordentlichen Handlung das Geschehen von "Aktenzeichen: illegal". Zwar bietet man anfangs recht wenig Handlung, mit der Zeit aber steigert sich die Spannungskurve merkbar. Garant für gute Unterhaltung bei "Mark Brandis" ist die saubere Sprache, mit der gearbeitet wird. Sie ist präzise und kommt dadurch simpel verständlich herüber. Wohl nicht die allerbeste Folge der Serie, doch weiterhin wird das hohe Niveau gewahrt. Erstaunlich, welch große Qualität Nikolai von Michalewskys Buchbestseller für das Medium Hörspiel hergeben. Eine weitere gekonnte Umsetzung von INTERPLANAR für FOLGENREICH.
Note 2