Aus der Amazon.de-Redaktion
Nach
Die Duellisten und
Blade Runner hat man sich an die majestetische Ästhetik des Ridley Scott gewöhnt. Auch an seinen Sinn für grandiose Dekors und große Effekte. Nun hat ihm der 500.Jahrestag der Entdeckung Amerikas einen willkommenen Anlass für seine Ambitionen geliefert, nicht zuletzt auch dank einer internationalen Co-Produktion und dem damit verbundenen Budget. Die Besetzung ist hervorragend, die historische Rekonstruktion -- ob es sich dabei um die Caravellen oder den spanische Hof handelt -- dürfen als gelungen betrachtet werden, und die Musik von Vangelis rundet das Ganze ab. Und dennoch:
1492 - Die Eroberung des Paradieses fehlt etwas von dem epischen Hauch, den dieses historische Fresko verdient hätte. Zu deutlich spürt man dahinter das Auftragswerk eines fleißigen Schülers, der vor allem seinem Auftragsgeber zu gefallen sucht. Trotzdem bleibt der Film eine Erzählung, die der Wirklichkeit nahe kommt, mit einem Gérard Depardieu, der dem gefolterten Seefahrer trotz seiner englischen Sprachprobleme ein Profil zu verleihen versteht.
--Olivier Pousset
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Mit der Laufzeit meint es die die Disc besser als die Coverangaben, den der Film ist satte 10 Min. länger als angekündigt. Dafür waren von den versprochenen 30 Minuten Bonusmaterial nur zwei, nämlich der Trailer zu finden, alle anderen Extras spielen sich auf Texttafeln ab. Ridley Scotts Film krankt an seiner Opulenz, in der sich die Geschichte oft verliert. Die Handlung wird ohne Stringenz vorangetrieben und verlangsamt den Fluß des Filmes fast bis zur Langeweile. Den Garaus macht dem Film die unerträglich aufdringliche und völlig Bild-inkonforme Musik von "Hau Drauf"-Vangelis, der es an jeder Nuancierung im Ausdruck fehlt. Zugute zu halten ist dem Film seine Besetzung, die gegen den Bombast an Ausstattung verloren scheint, und seine Historientreue.
Bild: Das Bild weist ein gewisses, flirrendes Grieseln auf, das die Farben in ihrer Intensität leicht hemmt und auch verhindert, daß die Schärfewerte wirklich die Spitzenkategorie erreichen. Der Kontrast ist vergleichsweise schwach und verrät so in dunkleren Szenen großflächige Bildinhalte, die nicht direkt angeleuchtet werden ans Gräuliche (00.34.00, Kostüme) und verschleiert somit Helligkeitsabstufungen. Artefakte treten selbst in Problemmomenten nur in abgeschwächter Form in Erscheinung. Bei der Wiedergabe von Nebel etwa ist nur eine leichte Klötzchenbildung zu vermerken (00.48.20).
Ton: Der 5.1-Ton liefert in beiden Sprachfassungen eine etwas zu offensichtlich aufgemotze Kulisse. Die Rearkanäle sind leicht überrepräsentiert und teilweise werden sie im falschen Moment zurückgefahren, etwa bei 01.23.40, wo die Meeresbrandung zunächst lautstark von hinten unterstützt wird, um im nächsten Moment fast rein frontal zu klingen. Die Musikmischung ist zwar weiträumig und umfassend gestaltet, läßt aber ein gewisses Maß an Transparenz vermissen (00.22.17); sie wirkt ein wenig indifferent und diffus. Insgesamt ordentlich, aber leicht gekünstelt. --movieman.de
VideoMarkt
Columbus ist getrieben von der Vision, einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. In der düsteren Zeit der Inquisition gelingt es ihm mit Charme, die spanische Königin Iabella zu überzeugen, ihm die Seereise zu finanzieren. Vollkommen überraschend stößt Columbus nach endloser Fahrt auf Amerika. Als Held kehrt er zurück nach Spanien. Nach weiteren Reisen versucht er als Gouverneur der neuen Welt, einen Brückenkopf für Spanien zu schaffen. Doch die friedliche Koexistenz zwischen Europäern und Eingeborenen wird zunehmend auf harte Proben gestellt. Schließlich versinkt Columbus' Traum von einer neuen Zivilisation im Blut, das von Imperialisten und religiösen Kriegstreibern vergossen wird.
Video.de
Über zweieinhalb Stunden hinweg entfacht Ridley Scott ("Thelma & Louise") einen atemberaubenden Bildersturm, der seinesgleichen sucht. So entstand ein überwältigendes Historiengemälde, in dem Gerard Depardieu ("Cyrano von Bergerac") als tragischer Held wieder einmal seine unglaubliche Bandbreite ausspielen kann. Allerdings wird so ein allzu beschönigendes Bild des umstrittenen Entdeckers entworfen, das auf filmischer Linie dennoch voll überzeugen kann. Sigourney Weaver ("Alien I-III"), Armand Assante ("Mambo Kings") und Loren Dean ("Billy Bathgate") sind nur drei aus einer Reihe von Weltstars, die dem Film in Nebenrollen zusätzliches Format verleihen. So setzt "1492" auch zweifellos die Segel für eine Kreuzfahrt in den Videoerfolg.
Blickpunkt: Film
Über zweieinhalb Stunden hinweg entfacht Ridley Scott ("Thelma & Louise") einen atemberaubenden Bildersturm, der seinesgleichen sucht. So entstand ein überwältigendes Historiengemälde, in dem Gerard Depardieu ("Cyrano von Bergerac") als tragischer Held wieder einmal seine unglaubliche Bandbreite ausspielen kann.
Kurzbeschreibung
Zielstrebig und auf westlichem Kurs segelt Columbus einem unbekannten Land entgegen. Er hofft Indien zu finden und landet nach einer gefährlichen Reise auf der Insel Guanahani, einem Paradies vor der Küste Südamerikas. Doch der Eindruck täuscht: Hurrikans, Brände, Aufstände, sinnlose Ausbeutung und Brutalität beherrschen das Land. Am spanischen Hof fällt Columbus in Ungnade. Mit einer Schiffsflotte ist man bereits unterwegs ihn zu verhaften; ein gewisser Amerigo Vespucci entdeckt vor ihm das Festland und er selbst wird nach seiner Rückkehr nach Spanien ins Gefängnis geworfen. Die Eroberung des Paradieses endet für Columbus mit Verachtung und Enttäuschung. Auch nach seiner Begnadigung durch Königin Isabella und einer weiteren Expedition geben seine Widersacher keine Ruhe, ihn und seine Entdeckung zu verleugnen...
Produktbeschreibungen
Vor über 500 Jahren wagte ein Mann, was niemand vor ihm gewagt hatte: die Reise auf dem westlichen Seeweg nach Indien. Nach gefahrenvoller Fahrt setzt Christoph Columbus am 12. Oktober 1492 als erster Europäer einen Fuß auf die Insel Guanahani. Das neu entdeckte Land ist zwar nicht Indien, aber Columbus eröffnet sich eine "Neue Welt" - ein bislang unergründetes Paradies. Doch das Paradies wird zur Hölle. "1492 - Die Eroberung des Paradieses" erzählt von den Träumen und Visionen eines unerschrockenen Mannes, von seinem legendären Aufstieg