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1491: The Americas Before Columbus
 
 
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1491: The Americas Before Columbus [Englisch] [Taschenbuch]

Charles Mann
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 465 Seiten
  • Verlag: Granta Books; Auflage: New edition (6. November 2006)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 1862078769
  • ISBN-13: 978-1862078765
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 13 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 242.511 in Englische Bücher (Siehe Top 100 in Englische Bücher)
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Charles C. Mann
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

'Brilliantly insightful and unsettling book' Paul Muldoon, TLS *'A brilliant and startling exploration of the largely unrecognised great prehistoric cultures of the Americas' Popular Science Review 'Mann rewrites the history of the new world before Columbus. It should be compulsory reading for anyone teaching the history of the Americas' Tribune 'A well- researched and racily written new book... There are few better introductory books on the civilisations of pre- Columbian America, and none so up- to- date' The Spectator 'An immensely valuable book to anyone interested in agriculture and ecology as well as history and archeology. It is also rich in gossip about academic squabbles' Morning Star

Kurzbeschreibung

Up until very recently it was believed that in 1491, the year before Columbus landed, the Americas, one-third of the earth's surface, were a near-pristine wilderness inhabited by small, roaming bands of indigenous people. But recently unexpected discoveries have dramatically changed our understanding of Indian Life. Many scholars now argue that the Indians were much more numerous, were in the Americas for far longer, and had far more ecological impact on the land than previously believed. This knowledge has enormous implications for today's environmental disputes, yet little has filtered into textbooks, and even less into public awareness. Mann brings together all of the latest research, and the results of his own travels throughout North and South America, to provide a new, fascinating and iconoclastic account of the Americas before Columbus.

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Format:Taschenbuch
Das europäische Bild indianischer Kulturen und der vorkolumbianischen Landschaft Amerikas ist von Karl May und James F. Cooper geprägt: Heroische Naturvölker, die sich vor allem in Nordamerika gegen die europäischen Eindringlinge, besonders gegen die Bösen unter ihnen, wehrten. Die Ankunft der Europäer reißt sie aus einem genüg-samen Dasein als Jäger und Sammler. Hollywoodfilme zeigen die Weite der Prärie; ei-ne Naturlandschaft, in der riesige Herden wilder Büffel lebten, die die Indianer jagten. Und von denen sich auch die Siedler auf den Trecks nach Westen ernährten, bevor Buffalo Bill die wilden Tiere abschoß. Von den Maisfeldern der seßhaften Pueblo-Indianer wird in den Romanen und Hollywoodfilmen allenfalls am Rande berichtet. Bis auf diese wenig beachtete Ausnahme scheint die Landschaft Nordamerikas vor Kolum-bus vom Menschen völlig unbeeinflußt.
In Mittel- und Südamerika hingegen sind die mächtigen Bauten der mesoamerikani-schen Indianerhochkultuen nicht zu übersehen. Deren Bewässerungskulturen und die zur Landbewirtschaftung großflächig terrassierten Bergzüge werden jedoch allenfalls als regionales Phänomen wahrgenommen. Wesentlicher und charakteristischer für die indianische Bevölkerung scheinen die nackten Urwaldindianer am Amazonas. Als Jäger und Sammler der Früchte des Urwaldes gelten sie als Überlebende steinzeitlicher Kul-tur im Urwald. Das Klischee der indianischen Naturvölker, einer Naturlandschaft der Romane und Filme basiert auf frühen Reiseberichten der Eroberer und 'Entdecker'. Der Urwald Süd- und die Prärien Nordamerikas erschienen ihnen gleichermaßen wenig vom Menschen beeinflußt.

Mit diesem Mythos passiver Naturvölker in ursprünglicher Natur, der nicht nur in Europa sondern auch auf den amerikanischen Kontinent gegenwärtig ist, räumt Charles C. Mann in seinem Buch "Ancient Americans. Rewriting the History of the New Word" auf. Der Wissenschaftsjournalist faßt die Debatte amerikanischer Archäologen zur Besied-lung des Kontinentes zusammen. Für Landschaftsplaner interessant ist sein Buch, weil er sowohl den Einfluß der neolithischen und - in Übertragung europäischer Terminolo-gie - der metallzeitlichen Kulturen auf die Vegetation und Landschaft darlegt, als auch das falsche Bild einer in weiten Teilen vom Menschen unbeeinflußten 'Natur'landschaft Amerikas wiederlegt, die das europäische, westliche Verständnis von Natur und Land-schaft prägte.

Ch. C. Mann beginnt chronologisch mit der Einwanderungs- und Kulturgeschichte der indianischen Völker. Nicht erst im 11. Jhd. v. Ch. und auch nicht allein über die Bering-straße wurde der Kontinent besiedelt, sondern wesentlich früher und in mehreren Etap-pen. Die neolithische Revolution war unabhängig von Asien und Europa. Die ersten 'metallzeitlichen' Kulturen (Beni) brachen in katastrophalen Trockenperioden im 11. Jhd. zusammen. Neue Hochkulturen entstanden, so daß der Kontinent zum Zeitpunkt der 'Entdeckung' von Nord bis Süd durchgängig und vor allem dicht besiedelt war. Krank-heiten (insb. Windpocken, Masern), von den Europäern eingeschleppt, vernichteten annährend 80-90 % der Bevölkerung. Die Bevölkerungszahl von Zentralmexiko sank in ca. 100 Jahren zwischen 1451 und 1545 von ca. 25 Millionen auf ca. 3 Millionen noch bevor die Eroberer in das Innere des Landes vordrangen. Daher war die Landnahme so einfach und problemlos: Die Eroberer trafen auf ein entvölkertes Land, auf eine schein-bar naturbelassene Landschaft.

Tatsächlich war die vorkolumbianische Landschaft vom Menschen hergestellt: nahezu durchgängig von den Prärien Nordamerikas bis hin zu den Urwäldern des Amazonas. Die Weite der nordamerikanischen Prärie war nur zum Teil Weide für die Büffelherden. Die Büffeljagd war für die meisten Völker notwendig, nicht zum Fleischerwerb (das a-ßen sie freilich auch) sondern vor allem, um die Herden von ihren Äckern fern zu halten. Maisäcker, brachgefallen nachdem die indianischen Bauern an europäischen Seuchen gestorben waren: Das war in weiten Teilen die "Prärie", die die Europäer vorfanden. Frühe Reisebeschreibungen der ersten europäischen Siedler (Briten, sic!), die begeis-tert von herrlichen, aufgelockerten natürlichen Parklandschaften berichten, dechiffriert Ch. C. Mann als Beschreibungen von brachem, verbuschendem Acker- und Weideland. Ebenso verbracht ist der Terrassen- und Bewässerungslandbau der Hochkultu¬ren Mit-tel- und Südamerikas. Die Einflüsse dieser Kulturen auf die Landschaft und Vegetation, die topographische Veränderung der Berghänge, sind auch heute noch sichtbar.

Überraschend ist, daß selbst das Amazonas-Gebiet vom Menschen geprägt ist. Die Amazonas-Kulturen rodeten den Urwald zum Maniokanbau. Die siedlungsnahen Felder sind bodenkundlich nachweisbar, da mit Holzkohle aufgedüngt und mit Muschelkalk melioriert. Großflächig legten die frühen Amazonas-Indianer Orchard ('Obsthaine') zum Anbau von allerlei Frucht- und Nutzbäumen an. Die 'Urwälder' am Amazonas waren 'Forste' (s.lat.). Zur Erzeugung von Werkhölzer, -stoffen und zur Gewinnung von Baum-früchten war die Entwicklung der 'Wälder' jahrtausendelang durch gezielte Rodung, Entnahme unerwünschter oder Förderung erwünschter Bäume wie Pflanzungen ge-formt. Einige der Kulturbäume und palmen sind Neuzüchtungen, d.h. Kulturarten wie Mais. Die Orchard-Kultur formte maßgeblich die Vegetationsausstattung und die Land-schaft des Amazonasbeckens.
"Planting their orchards for millennia, the first Amazonians slowly transformed large swaths of the river basin into something more pleasing to human beings" (: 305).
Noch heute sind in den 'Urwäldern' Amazoniens die Spuren der Orchard-Kulturen zu erkennen:
"Visitors are always amazed that you can walk in the forest here and constantly pick fruit from trees, ... . That's because people plan¬ted them. They're walking through old orchards" (: 303).
Nachdem die Amazonas-Völker durch eingeschleppte Seuchen dahingerafft waren, fie-len die Orchards brach. Gleichzeitig bzw. kurze Zeit später wanderten von Seuchen und Conquistadoren vertriebene Volkstämme ein. Die heutigen 'Urwald'indianer migrierten erst im 17. Jhd. in das Amazonas-Becken. Sie ernteten die Früchte der verbrachten Obsthaine (Orchards).
"The Stone Age tribespeoble in the Amazon wilderness that captured so many Europaen imagi-nations were in large part a European creation and a historical novelty, they survived because the "wilderness" was largely composed of their ancestors' orchards" (: 304).
Selbst die "typisch steinzeitliche" Brandrode-Wirtschaft dieser Kulturen ist, nach Ch. C. Mann, ein neuzeitliches Phänomen, da ohne eiserne Äxte, mit Steinäxten allein, die Felder nicht in einem dreijährlichen Rhythmus gerodet werden können.
Dies also ist die Idylle der Amazonas: Der Urwald, die grüne Lunge der Nachhaltig-keitspropaganda, ist eine 500 Jahre alte Brache und die dort im Einklang mit der Natur lebenden Naturvölker sind pauperisierte, vertriebene Völker; Migranten, denen nichts weiter blieb, als die Früchte bracher, verfallender Obsthaine zu ernten.

Der Einfluß der Menschen auf die vorkolumbianische Landschaft Amerikas ist außer-halb der amerikanischen Archäologendebatte unbekannt. Er ist immens und dem Ein-fluß des Menschens auf die Landschaft in Europa vergleichbar, unabhängig davon ob nun, wie die Archäologen debattieren, beispielsweise das Amazonasbecken auf 'nur' 11,8 % der Fläche oder gänzlich bewirtschaftet wurde. Dies ist eine Debatte der Ar-chäologen. Unabhängig von der Quantifizierung ist der Einfluß indianischer Kulturen auf die Landschaft Amerikas unumstritten. Damit erscheint auch das europäische Land-schafts- und Naturverständnis in einem neuen Licht. Nicht vermeintliche Naturland-schaft sondern brache Kulturlandschaft liegen ihm zu Grunde. Dieses Mißverstehen der Brachen als Natur, die Unterscheidung von Kultur- und Naturlandschaft ist in der Natur und Umweltschutz allgegenwärtig.
Die Kenntnisse der Archäologen werden von Ökologen und Naturschützern aufs hef-tigste bestritten, worauf Ch. C. Mann karikierend hinweist. Ökologen und Naturschützer verlieren ihre 'natürliche' Basis. Denn, wenn der Amazonas-Urwald anthropogen ist, dann gibt's keinen Urwald, keine Naturlandschaft und schon gar keine Natur zu schüt-zen.

Leider gibt es das Buch bislang nur auf Englisch. Man kann warten und auf Überset-zung hoffen. Das Buch ist jedoch im amerikanischen Englisch populär geschrieben mit mittelprächtigen Schulenglisch unter Zuhilfenahme eines Dictionary gut zu lesen.

Die Rezension ist, mit Fußnoten verstehen und etwas erweitert erschienen in Notizbuch der Kasseler Schule 70(1) http://www.freiraumundvegetation.de.
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