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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Umfassend, spannend, ausgewogen, 26. November 2007
"1491" schließt eine große Lücke. Anekdoten und halbwahre Geschichten über die Menschen, die vor der Kolumbus-Überfahrt 1492 in Amerika lebten, gibt es massenhaft. Sie passen zwar nicht übermäßig gut zu den Erkenntnissen der Wissenschaft, aber diese Erkenntnisse haben sich bisher weder hier noch in Amerika zu einer breiteren Öffentlichkeit herumgesprochen. Um das zu ändern, hat Charles Mann sich die Arbeit gemacht, den neuesten Stand der Forschung zusammenzutragen und daraus ein umfassendes, spannendes und ausgewogenes Buch zu stricken. Die wichtigste Aussage: Amerika war mit großer Sicherheit kein dünn besiedelter, unberührter Kontinent, als Kolumbus in der Karibik vor Anker ging. Erst Krankheitserreger wie Pocken und Masern, die die Europäer meist unbeabsichtigt mit sich brachten, gaben im Kampf um den Kontinent den entscheidenden Ausschlag zugunsten der Neuankömmlinge. Natürlich ist diese Zusammenfassung grob vereinfacht, aber sie verdeutlicht den roten Faden des Buches: Amerika war anders und lebhafter, als wir dachten.
Mann geht glücklicherweise ganz und gar nicht übertrieben vereinfachend vor. Die größte Stärke des Buches ist es gerade, dass er seine Aussagen und seine eigene Meinung zu strittigen Fragen nicht einfach in den Raum stellt, sondern gewissenhaft erläutert. So können vielleicht sogar Fachleute darüber hinwegsehen, dass er selbst kein Wissenschaftler ist, sondern Wissenschaftsjournalist. Dabei bleibt das Buch trotz der Detailfülle bis auf wenige Seiten gut lesbar. Das liegt nicht zuletzt an den hier und da eingestreuten Anekdoten und Einzelschicksalen. Im Gegensatz zu den populären Geschichten über "die Indianer" (einschließlich der Inka, Maya und Azteken) sind diese Geschichten aber gewissenhaft recherchiert und vermutlich so nah an der Wahrheit, wie es nach so vielen Jahrhunderten nur möglich ist.
"1491" hat ganz zurecht eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten. Wenn es mal Kritik gegeben hat, dann vor allem für das Kapitel über den Amazonas-Regenwald. Mann schließt sich dort jenen Forschern an, die vermuten, dass ein erheblicher Teil des Waldes ein vom Menschen geprägter "Obstwald" ist, den man nicht unberührt lassen muss, sondern ruhig auf nachhaltige Weise nutzen sollte. In meinen Augen widerspricht das gar nicht den Forderungen von Autoren und Organisationen, deren Hauptanliegen der Schutz der natürlichen Ressourcen ist. Manns Standpunkt verträgt sich sogar gut mit Jared Diamonds hervorragendem und offensichtlich sehr grünem "Kollaps", denn beide gehen das Thema mit der erforderlichen Nüchternheit an.
Insgesamt wirklich zu empfehlen. Hoffentlich erscheint bald eine deutsche Übersetzung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein neuer Blick auf Amerika, 24. Mai 2009
Charles C. Mann ist Journalist und Schriftsteller, und widmet sich in seiner Arbeit gerne wissenschaftlichen Themen, die er in gut aufbereiteter Form der Öffentlichkeit zugänglich macht. Als er 1983 zum ersten Mal die Halbinsel Yucatán besuchte, und dort die Maya-Ruinen besichtigte, wurde er in den Bann der untergegangenen mesoamerikanischen Kulturen gezogen. Dieses, zunächst persönliche Interesse, führte schließlich zu dem vorliegenden Buch, "1491", das 2006 auf dem amerikanischen Markt veröffentlicht wurde.
Gegliedert in drei Teile, gibt "1491" Einblicke in ein Amerika vor dessen Entdeckung durch Columbus, eben im Jahr 1491. Wie der Untertitel "New revelations of the Americas before Columbus" schon andeutet, geht es dem Autor dabei primär auch darum, das allgemein verbreitete Bild der Amerikas (Nord, Mittel und Süd) vor 1491 zu widerlegen. Dieses allgemein vorherrschende Bild beschreibt den Erdteil als größtenteils unberührte Wildnis, mit vereinzelten Indianerdörfern und ihren primitiven Einwohnern, den zeitgenössischen Europäern in jeder Hinsicht unterlegen. Mittlerweile deuten die Erkenntnisse jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit jedoch auf ein ganz anderes Amerika hin: Dicht besiedelt mit teilweise weit entwickelten und viele tausende von Jahren alten Kulturen, Städten, größer als das Paris der damaligen Zeit, und einer Natur, die weniger eine Wildnis, als eine gezielt von den Menschen gestaltete und gepflegte Umwelt ist.
Im ersten Teil des Buches beschreibt Mann das Leben der Einwohner der Nordamerikanischen Ostküste, die den ersten Kontakt zu den europäischen Eroberern hatten. Dabei beginnt er eben mit diesem Kontakt, und beschreibt dann das bisherige Leben der Indianer. Es folgt eine Beschreibung des Inkareiches Tawantinsuyu. Hier in diesem ersten Teil geht Mann zudem auf die Folgen der Entdeckung Amerikas durch die Spanier für die bisherigen Einwohner ein.
Im zweiten Teil werden die großen mesoamerikanischen Zivilisationen, die Dreier-Allianz (Mexica/Azteken), die Maya und die kleineren Stämme genauer betrachtet.
Im dritten und letzten Teil des Buches, geht es schließlich um die Moundbuilders Nordamerikas, sowie die Bewohner Amazoniens. In diesem Teil widmet sich Mann außerdem dem Thema der "unberührten Wildnis". Es folgt eine kurze Koda.
Im Anhang des Buches befindet sich ein Appendix, in dem auf vier im Verlauf des Buches angerissene Themen (Der Begriff "Indianer", die Knotensprache, europäische Krankheiten und indianische Kalender) genauer eingegangen wird, ausführliche Anmerkungen und eine umfangreiche Bibliografie.
Das Ziel des Buches "1491" ist es, ein neues, besseres Licht auf die ursprünglichen Einwohner der Amerikas zu werfen. Und das gelingt dem Autor Charles Mann auch sehr gut. Auf den rund 350 Seiten beschreibt er einen Kontinent voller Leben und verschiedenen Kulturen, dass sich fundamental von der vorherrschenden Sicht unterscheidet. In der Wissenschaft hat sich dieser Trend zur Revision des veralteten Bildes Amerikas schon durchgesetzt, die große Masse der Allgemeinheit folgt hoffentlich. Bücher wie das hier besprochene, können ihren Teil dazu beitragen.
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5.0 von 5 Sternen
What's the lesson?, 3. Januar 2010
Very nice book. Very interesting and good to read.
And what's the lesson? Uniformity isn't good for you. Neither is isolation. On any level, from genetics to society.
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