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Produktinformation
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Tatsächlich ist historisch belegt und unbestritten, dass Zheng He mit seiner Flotte weit herumgekommen ist, unter anderem bis nach Borneo. Asiatische Hühner in Südamerika, Wracks vielleicht chinesischer Schiffe entlang der damaligen Routen, Töpferwaren mit chinesischen Inschriften in Peru -- Menzies hat zahllose Indizien zusammengetragen, die beweisen sollen, dass Zheng Hes mächtige Armada damals die ganze Welt umsegelt hat und bereits 70 Jahre vor Kolumbus in Amerika anlandete.
Für den Laien ist das Buch in jedem Fall eine spannende Lektüre -- umsonst erhält niemand 800.000 Dollar Vorschuss von seinem Verlag. Und insgesamt klingt das Ganze auch nicht unstimmig, wenngleich es hier und da schon einiger Fantasie bedarf, den kartografischen Beweisen zu folgen. Einer Fantasie, an der es den Mitgliedern der Royal Geographic Society wohl ermangelte, die Menzies mit seinem Vortrag nicht überzeugen konnte. --Alexander Dohnberg
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Problematisch ist, dass Menzies Fakten weglässt, wo sie ihm nicht in die Theorie passen. Die Angabe auf der Piri-Reis-Karte von 1513, Berichte portugiesischer Seefahrer liegen ihr zugrunde, deutet er als Verweis auf Christoph Kolumbus. Da dieser nie Südamerika erkundete, die Küstenlinien dieses Kontinents aber auf der Karte verzeichnet sind, vermutet er, dass nur chinesische Karten die Informationen für Piri Reis geliefert haben können. Dass ein gewisser Amerigo Vespucci bereits 1502 Südamerika bis zum Rio della Plata erkundete, lässt er unter den Tisch fallen. Kurioser ist gar seine Vermutung, chinesische Seefahrer hätten in Südamerika min. zwei Exemplare von Mylodons (Riesenfaultieren) gefangen und nach China gebracht. Menzies ignoriert, dass die Mylodons bereits vor 7000 Jahren in Südamerika ausstarben. Dies sind nur einige Beispiele.
Generell scheint Menzies sein Buch verfrüht geschrieben zu haben. An vielen Stellen liest man, die Forschung sei gerade dabei, dieses oder jenes potentielle Beweisstück zu prüfen, bspw. das Alter eines mglw. chinesischen Wracks in Australien, oder DNA-Vergleiche von Tieren in Amerika und Asien. Das bei einem negativen Befund ganze Teile seine Theorie zusammenbrechen könnten, scheint Menzies nicht zu interessieren.
Besonders schade ist die Auswahl der 30 Seiten farb. Abbildungen. Statt eines Bildes von vermeintlichen chinesischen Schiffswracks oder anderen hinterlassen schafften sieht man Photos von Peking, der Großen Mauer und chinesischen Porzellans. Was soll einem das sagen?
Dabei hat er doch eigentlich die bisher ueberzeugendste Erklaerung dafuer anzubieten, warum auf prae-kolumbianischen Seekarten Inseln und Kuesten verzeichnet sind, die zu jenem Zeitpunkt noch gar nicht von Europaeern entdeckt waren (damit unser sehr eurozentrisches Weltbild der Entdeckungen zu Recht erschuetternd). Das ist zwar auch schon anderen aufgefallen, doch haben sie entweder Ausserirdische (Daeniken) oder vorgeschichtliche, ohne weitere Spuren versunkene Kulturen (Hapgood/Hancock) verantwortlich gemacht.
Leider verfaellt der Autor aber dann in genau den Habitus, den er bei den Vorgenanten kritisiert, naemlich alles und jedes in seine Theorie passende sich zurechtzubiegen aber dann dort, wo etwas nicht passt (wie z.B. eine Insel, die nicht als soche abgebildet ist), zu spekulieren und Entschuldigungen zu suchen, (die Flotte muesse dort wohl in der Nacht vorbeigekommen sein...) Beispiel Newport Tower: der steht nicht, wie Menzies behauptet, "in windstiller Lage", sondern, ganz im Gegenteil, auf einem sehr windigen Hoehenruecken, "von Gestruepp ueberwuchert" ist er auch nicht (er steht in einem gepflegten Park), ist aus Feldsteinen gebaut und hat sehr kleine Fenster. Menzies ist sich aber trotzdem ganz sicher, dass er von den Chinesen als Leuchtturm erbaut wurde...(der von ihm hierzu angegebene Internetlink funktioniert nicht; die betr., reich bebilderte Arbeit stuetzt seine Theorie in keiner Weise).
Aergerlich vor allem, dass Menzies kaum Fotos oder Zeichnungen vorlegt und auch mit Intenet-Links ansonsten sehr sparsam ist. So haette man gerne Abbildungen der "beschrifteten" Steinstelen und Felsen gesehen, die die Chinesen angeblich an vielen Orten (Kapverdische Inseln, Dighton Fels, etc.,) etc. hinterliessen. Merkwuerdig nur, dass sie dabei nie chinesische Schriftzeichen verwendeten... Zwar bringt er 36 Fotoseiten, verschwendet diesen Platz aber mit Fotos der Grossen Mauer, der Verbotenen Stadt, ja sogar eines Eisbergs - schade. Auch fuer die angeblich zahllosen chinesischen Schiffswracks, die er der Entdeckerflotte zuschreibt, bringt er kaum einmal einen harten Beweis, sondern bleibt meist im Bereich der Spekulation. Eigentlich beschreibt er nur eines, bei Pandaran auf den Philippinen, also direkt vor Chinas Haustuer und von den vielen Fundstuecken, die er dort aufzaehlt, schreibt auch er selbst nur ein einziges Mittelamerika zu (haette sich und den Lesern also die anderen ersparen koennen), ohne allerdings einen Beweis dafuer anzutreten (immerhin gibt es hier ein Foto).
So geht es dann also Seite um Seite fort mit viel Wortmuell und Spekulation, aber wenig Fakten.
Zusammenfassend muss man sagen, dass (viel) weniger sicher mehr gewesen waere und dass wir es hier wohl in erster Linie mit einer erfolgreichen Marketingkampagne seitens des Verlags denn mit einem serioesen Werk ueber Chinas Entdeckungen zu tun haben. Das muss erst noch geschrieben werden.
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