Die beiden Jugendfreunde Moritz und Dirk aus dem tiefsten Brandenburg beginnen gemeinsam ihr Studium der Wirtschaftsmathematik an der TU Darmstadt. Schon bald zeigt sich, dass Moritz und Dirk doch sehr unterschiedlich sind. Dirk entwickelt sich zu Streber und Überflieger, Moritz jedoch ist der klassische Wurstelstudent, d.h. er wurstelt sich von Semester zu Semester und kommt irgendwie immer durch, gerade so. Moritz will vor allem eines, er will dazugehören, er will feiern, leben, lieben, er will kein Außenseiter mehr sein und seine brandenburgische Kleinbürgerlichkeit ablegen. Er wurstelt also 13 Semester vor sich hin, hangelt sich von Gelegenheitsjobs zu Gelegenheitsjobs, lernt seine Traumfrau Kerstin kennen und versaut auch das, bis er sich doch durch sein Studium irgendwie durchkämpft und einen Abschluss macht.
Ja, das Studentenleben ist tatsächlich so trivial, wie dieser Film. So gesehen ist der Film nicht schlecht, er ist realistisch, leider. Ob man darüber einen Film machen muss? Ich weiß es nicht. Ich selber habe studiert, fand es daher nicht so wirklich spannend, das Ganze mal für einen anderen Fachbereich an einer anderen Uni zu sehen, teilweise zog sich der Film wie Kaugummi, die 90 min wirkten wie ein Bollywood Epos. Es gibt in jedem Fach die Überflieger, die vor allem eines wollen: Nach den Studium Karriere machen. Sie machen Praktika, ackern und vergessen dabei zu Leben. Dann gibt es die Studenten, die das berühmt berüchtigte Studentenleben leben (soweit sie sich das leisten können) und dabei auch irgendwie einen Abschluss machen. Die Zukunftsaussichten sind sowohl für Überflieger als auch Wurstelstudent ungewiss ob mit oder ohne Abschluss, ja, so ist das Studentenleben. Ackern oder nicht, nach dem Abschluss winkt meist erst mal Harz IV oder die Maultaschenbude in Sydney, danach fehlt entweder die jahrelange Berufserfahrung oder man ist einfach überqualifiziert. Der Überflieger grämt sich über die verpasste Zeit, in der die anderen lebten, der Wurstelstudent macht sich Vorwürfe, warum er nicht doch ein bisschen mehr gemacht hat statt so viel zu feiern.
Die Schauspieler sind für einen deutschen Film wirklich erstaunlich gut und realistisch.
Fazit: Realistisch, leider. Die Realität ist banal und teils sehr langweilig, sie kann sich ziehen wir Kaugummi, aber so ist das Studentenleben eben. Wenig Geld, viele Nebenjobs, Sichtbeton in den Unigebäuden und labbriges Essen in der Mensa und letztendlich bringt einem der Abschluss oft nicht einmal einen Job ein.