Eigenartig wieso "13 Assassins" bisher so wenig gegenliebe in Amazon erfährt. Nach sehr guten internationalen Kritiken (Z.B Roger Ebert vergab 3.5 von 4 Punkten), mehreren Auszeichnungen und zuletzt auch einem großen Erfolg beim Box Office, war ich sehr gespannt auf den neuen Film von einem meiner Lieblingsregisseure Takashi Miike. "13 Assassins" ist ein remake eines gleichnamigen Films aus den 1960er Jahren, welcher wohl auf dem erfolg von den 7 samurai mitschwimmen wollte und so einige Parrallen zu diesem aufweist. weise hat sich Takashi Miike gegen ein unerreichbares remake von die 7 Samurai ausgesprochen und diese kleiner Produktion remakte. Meine größte Angst war das der Film zur platten Popcornplatte verkommen würde. Doch nach dem Film war ich begeistert, der Film ist nicht nur Popcorn-Kino aller erster Güte, sondern atmet auch mit jeder Faser den Geist alter Samuraifilme zu ihren besten Zeiten und verleiht so diesem eigentlich toten Genre einen neuen Aufschwung.
Der furchtbare Lord Naritsugu ist ein Psychopath, er foltert und mordet nach Belieben. Natürlich muss diesem Tyrannen Einhalt geboten werden, deshalb wird Shinzaemon Shimada beauftragt eine Schar von verbündeten um sich zu sammeln und dem fürsten einen Hinterhalt zu stellen um ihn zu töten. Er findet 13 Bundesgenoßen und zieht mit ihnen los, um den Fürsten ihn einem Dorf eine Falle zu stellen. Der Beginn einer erbitterten Schlacht...
Wie bei vielen Takashi Miike Filmen ist sehr leicht den Film in zwei Hälften zu teilen. Zuerst wird in einer langen, aber in keiner Weise langatmigen Exposition auf die 13 Assassins um Shinzaemon Shimada, sowie auf den grausamen Fürsten eingegangen. Der zweite Teil befasst sich mit der Reise zum Dorf und dem anschließenden fast 40 minütigen Gefecht zwischen den 13 und den Truppen des Fürsten. Miike versteht es im ersten Teil perfekt allen Samurai einen einprägsamen Charakter einzuhauchen, sowie beim Zuschauer reichlich Antipathien für den Fürsten aufzustellen. Hier ist auch Platz für einige Takashi Miike-typische Schockbilder, anzuführen ist vorallem das verstörende Bild einer Arme- und Beineamputierten Frau. Die Einbindung endlich mal wieder eines absolut psychopathischen Gegenspielers ist erfrischend, zumal der Fürst fantastisch, mit erschreckender Ruhe vom japanischen Schauspieler Goro Inagaki gespielt wird. Nicht minder gut spielt der Schauspieler Koji Yakusho, welcher Shinzaemon Shimada mimt. In seinem Spiel und Dialogen schwingt unverkennbar der Geist von heroischen Samuraiveteranen wie Toshiro Mifune oder Tetsuya Nakadai mit. Überhaupt füllt dieses heroische und stoische Feeling, welches alte Samuraifilme so markant macht, den Film mit jeder Faser. Wenn der Shinzaemon Shimada am Ende einen heroischen Wortwechsel mit dem Fürsten hat und sich dieser schliesslich sterbend und blutverschmiert im Dreck wälzt, dann sind das epische und unvergesslich Szenen, die einen auch lange nach dem Film verfolgen. Der zweite Punkt der jeden klassischen Samuraifilm ausmacht, ist das zerbröckeln dieses Mythos der Samurai als ehrbare Kämpfer und das Darrstellen des Kampfes als nihilitische und grausame Tätigkeit. Auch dies meistert Takashi Miike mit Bravour, der Endkampf ist wahrlich ein Gemetzel, welches nebenbei grandios inszeniert und choreographiert ist. Die Kämpfer sind von Schlamm und Blut durchtränkt, manche werden wahnsinnig, während brennende Stiere auf sie lospreschen und überall Sprengfallen auf sie lauern. Solche Dinge werden, neben viel klassischem Schwertkampf im Finale geboten und so ist dieses in jeder Hinsicht wahnwitzig und großartig geraten. der größte Unterschied zwischen den klassischen Samuraifilmen und "13 Assassins" ist lediglisch die Laufzeit. Takashi Miikes Film ist zwar nicht so tiefgründig, doch um einiges kurzweiliger als entsprechende klassische Samuraifilme.
Fazit:
Takashi Miike inszeniert ein episches und packendes Meisterwerk, welches sich nicht hinter den Klassikern des Samuraigenres zu verstecken braucht. Miike meistert jede inszenatorische Hürde mit Bravour und reichert den Film mit allem an was ein guter Samuraifilm braucht, der Film atmet den typischen Geist eines guten Samuraifilms und lässt ein episches und heroisches feeling entstehen.
9 von 10 Punkten