- eine gute Idee literarisch unzureichend umgesetzt.
- Figuren, Szenerie und Handlung bleiben farblos und klischeehaft gezeichnet, ohne tiefere Emotionen
- die Hälfte des Buches nimmt ein Ritterturnier ein - wobei das Kampfgeschehen sehr unbeholfen dargestellt wird
- nicht unlogisch, aber doch sehr unsinnig ist das Geschehen: - der geblendete Severin handelt in der Regel wie ein Sehender (er kann sogar mit dem Elektroschocker zielen, den er auch ohne Einweisung bedienen kann), die Nonne Clothilde hat im "Kloster Paradiese" (sic!) das nötige Equipment, um eine der Zeitreisenden mit blonder Langhaarperücke zur "Märchenfee" zu stylen und hat, nach eigenen Worten "noch Termine frei" (sic!).
- obwohl die Inquisition erst 1215 auf dem Laterankonzil eingesetzt worden ist, ist sie in diesem Mittelalterszenario 12 Jahre später bereits mit Inquisitoren allgegenwärtig.
usw, usw.
- Dass die Hauptpersonen allesamt Höchstbegabte sind, wird ebenfalls nur klischeehaft dargestellt: 3jähriger findet Fehler in Englisch-Lexikon, Hochbegabte wird von Eltern "abgeschoben", Kurse dauern höchstens 3 Monate, da dann alles gelernt ist.... Ihr Leben im Internat spielt keine Rolle. Aber sie trinken Absinth aus der Flasche bis zur Besinnungslosigkeit, rauchen und verwenden reichlich "Kraftausdrücke".
- "Wow" und "cool" werden von mittelalterlichen Menschen als "wauwau und kühl" eingedeutscht
- man spürt, dass der Autor seine Protagonisten und ihr Abenteuer wirklich vor Augen hat - aber leider kann er es nicht packend vermitteln.
- Unklar ist mir, für welche Altersgruppe das Buch sein soll - für jüngere Leser sind weder die Alkohol-Szenen noch "Dildos" oder "Wichsfinger" geeignet, älteren Lesern sind die Schwächen des Buches zu deutlich.
Fazit: Auf keinen Fall "lehrreich", sondern nur eine maue Erzählung voller banaler Mittelalter-Klischees.
Schade.