Bei allem zugegebenermaßen berechtigten Hype und Lob seiner beiden Konzerte in Deutschland sowie der nun folgenden Live-CD mit Aufnahmen aus dem Garden darf man eines nicht vergessen: Billy Joel hat in den 70ern seine kreativste und genialste musikalische Schaffensphase erlebt. Deshalb sind und bleiben die regulären Studio-Alben gerade für Neuentdecker der Musik von Billy immer vorzuziehen! Sicherlich verschafft eine Greatest-Hits-Sammlung oder ein Live-Album (in diesem Fall natürlich die "Songs in the Attic") einen guten Überblick über seine Songs, nicht jedoch über die Entwicklungslinie seiner Musik. Angefangen vom meist unterschätzten, aber als Debut-Album mit klarer und puristischer Songstruktur einfach seelenberührendem "Cold Spring Harbor" ("The Falling of the Rain"), das Erreichen einer neuen Songebene mit "Piano Man", die in ebendiesem Klassiker und "Captain Jack" gipfelte, ebenso "Streetlife Serenade" inklusive dem an Virtuosität nicht zu übertreffendem "Root Beer Rag", den New York-Soundtrack der 70er auf "Turnstiles" ("Summer, Highland Falls" als vielleicht dem besten, was Billy Joel je geschrieben hat), das klassische Hit- und Grammy-Album "The Stranger", welches für sich alleine nahezu ein Greatest-Hits-Album darstellt sowie den Abschluss mit dem genialen "52nd Street", Joel's Andenken an die berühhmte Jazz-Meile in New York, perfektioniert in Songs wie "Zanzibar" oder "Rosalinda's Eyes". Bei allem Respekt vor dem Gesamtwerk von Billy Joel erlaube ich mir, jedem, der in diesen Zeiten und leider ein wenig zu spät die Musik von Billy Joel entdecken möchte zu empfehlen, zunächst zu einem der o.g. Alben zu greifen. Es kann sein, dass danach keine weitere Greatest Hits- oder Live-Sammlung mehr nötig ist! In diesen Sinne: It's either sadness or euphoria...