Mein Problem mit diesem Frank Schäfer ist, dass ich ihn trotzdem gerne lese. Trotzdem, weil mir Heavy Metal komplett am Allerwertesten vorbei geht, ich weder mit dem infernalischen Geschrammel noch mit der, sagen wir mal, sehr preiswerten Symbolik und Ikonographie des Genres auch nur das Geringste anfangen kann. Und trotzdem, weil Freund Schäfer so sehr in seine Sprache verliebt ist(so ungefähr in Richtung "das intrikate, ennui-induzierte Spiel der Protagonisten entbehrt nicht einer inhärenten Defäkationssymbolik und mag als ephemeres etc.pp."), dass er die Gefahr einer inflationären Verwendung von ihm geliebter Wendungen und Floskeln gar nicht mehr mitbekommt. Sein, des Schäfers, Problem ist wiederum wahrscheinlich, dass er sich mit dieser doch stark selektiven Sprache größeren Leserkreisen verschliesst und so gezwungen ist, gefühlt alle zwei Monate und wie ein Besengter ein Büchlein nach dem anderen auf den Markt zu werfen, um über die Runden zu kommen.
Aber wie gesagt, ich mag ihn trotzdem, und so habe ich all diese Büchlein gekauft und verschlungen, weil er trotz oben genannter Einschränkungen wirklich unterhaltsam ist, weil seine Begeisterung für das Metier aus allen Seiten schwitzt, weil der Gegensatz zwischen Kunststudentensprache und dem gepriesenen Heavy-Gebolze sehr charmant sein kann - und weil er ein ganz ausgezeichneter Beobachter von kleinen Alltagsnichtigkeiten ist, die er dann doch wunderbar in Worte kleiden kann. Also werde ich mir wohl auch die weiteren Werke Schäfers kaufen müssen und immer noch einen weiten Bogen um das Schwermetall machen.
Ach ja, auch das vorliegende Buch habe ich in einem Rutsch gelesen und weitestgehend goutiert, weil siehe oben.