Seit Freitag in den Plattenläden, unauffindbar weil niemand weiß wer Daniel Wirtz ist, wo man ihn zuordnet, daher verschwindet er in belanglosen Regalen.
Diese CD bzw. der Künstler hat das absolut nicht verdient. War er mit Sub7even nur mäßig erfolgreich, so muss man sagen, dass er sich das Potential scheinbar für sich selbst aufgehoben hat. Für seine Geschichten, seine 11 Zeugen.
Aber der Reihe nach. Das Album startet mit dem Opener und dem Titelstück "11 Zeugen". Ein textlich sehr gutes Stück und hervorragend geeignet das Edelstück in die richtige Bahn zu lenken, denn "Ne Weile her" lässt aufhorchen. Bei diesem Lied musste ich kurzzeitig überlegen, wann es das letzte deutsche Lied, den letzten deutschen Interpreten/Band gegeben hat, die ein solch intensives, ehrliches, bedrückendes und zugleich ermunterndes Lied geschrieben haben. Gang ganz großes Tennis Herr Wirtz! Das Niveau wird weitergehalten mit "Mon amour" folgt eine Up-tempo Nummer vom feinsten und "Keine Angst" wird dann etwas ruhiger, aber wieder höchst anspruchsvoll in den Texten. "Wo ich steh" spaltet mich das erste Mal, geile Passagen, aber viel Kitsch, da sollte sich jeder sein eigenes Bild machen. In den nächsten 11 Minuten heißt es: Festhalten! "Der erste Stein" ist sehr sarkastisch, beängstigend und so ehrlich, dass Gänsehaut vorprogrammiert ist. Wer dann diese bei "Heute weiß ich" verliert, hatte keine Gefühle, keine Emotionen. Identifikationsfaktor 100%, aus Fehlern lernt man, danke Herr Wirtz! "Richtig Weh" treibts dann auf die Spitze. Ein Text von verlorener Liebe, nicht kitschig sondern authentisch, und wie! Musikalisch sehr gut untermalt, aber wieder ist es der Text und die Emotion, die diesen Titel ganz nach oben stellen.
Weiter gehts mit "Sag es", Hymne für Ehrlichkeit und die Folgen der Wahrheit. Wahnsinn!
"Weil ich so bin" ist stimmlich sehr gut gelungen (wie auch all die anderen Songs) und wieder eine Ansage an all die Leute, die nicht akzeptieren wie man ist.
Den Abschluss bildet "Wieder mal ne Nacht". Ein weiterer Höhepunkt zum Schluss, wieder sehr leise gehalten und sinnlich, aber mit Gänsehautfaktor!
Fazit: Wer diesem Album keine Chance gibt, verpasst was. Da kommen keine Ärzte, keine Onkelz, keine Hosen und schon gar keine Deutsch-Pop-Sternchen wie die ganzen Silberjulis, oder wie sie alle heißen. Die Platte legt die Messlatte für 2008 brutal hoch. Dauerhaftigkeit, Eingängigkeit wie selten gehört, Wiedererkennungswert hoch 3! Und die Texte sind fast schon revolutionär in der deutschen Musikgeschichte! Absolute Kaufempfehlung!