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3.0 von 5 Sternen
Amerikanisches Werk, 19. August 2007
Rezension bezieht sich auf: The 9/11 Report: Die Comic-Adaption (Broschiert)
Als ich die Anzeige für diesen Comic sah, war ich gleich begeistert. Ich fand und finde es eine gute Idee, die Ereignisse vom 11.9., die Vor- und Nachgeschichte in einem Comic umzusetzen.
Nach dem Lesen bin ich etwas enttäuscht. Beeindruckend ist die zeichnerische Qualität und auch die Colorierung. Etwas irritiert war ich dann aber von dem schlechten Lesefluss, den der Comic hat. Natürlich werden heutzutage nur noch wenige Comics Bild neben Bild gezeichnet; Überschneidungen, unterschiedliche Bildgrößen sind völlig normal. Hier aber behindert sowas den Lesefluss, da ich immer wieder die falsche Reihenfolge einschlug, so verwirrend war die Anordnung der Bilder.
Darauf hinzuweisen ist auch, dass der gesamte Comic sehr textlastig ist, so dass ich immer wieder sehr schnell über die Bilder sprang, was eigenlich schade ist.
Zum Inhalt: der Comic lehnt sich ja explizit an den Bericht der 9/11-Commission an, und das macht den Comic zu einem durch und durch amerikanischen Comic. Da wird zurecht lamentiert, dass die Behörden und die Regierung vor den Anschlägen zu wenig getan hat, aber aus der Rückschau läßt sich sowas immer vorwerfen. Überhaupt bin ich der Ansicht, dass der Report viele Dinge zurecht kritisiert, aber das dies eben vor den Anschlägen so nicht zu sehen oder zu wissen war. Wer dachte schon daran, dass Terroristen ein Verkehrsflugzeug als Waffe verwenden könnten?
Sehr beklemmend finde ich das Kapitel über die letzten Vorbereitungen zu den Anschlägen und das erste Kapitel, das synoptisch den Verlauf der Entführungen bis zum Absturz der Flugzeuge nachzeichnet.
Alles in allem also ein zeichnerisch gelungenes Werk, dass aber ein sehr amerikanische Sichtweise darlegt (was ja so auch beabsichtigt ist). Die zahlreichen Empfehlungen der Kommission setzen eine gewissen Kenntnis des amerikanischen Regierungs- und Verwaltungsapparates voraus, sollten einen aber am Lesen nicht hindern. Wer eine Einführung in die Geschehnisse und die Vorgeschichte in anderer Form haben möchte, sollte zu diesem Comic greifen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Buch für alle und keinen..., 17. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: The 9/11 Report: Die Comic-Adaption (Broschiert)
Die Idee ist großartig: Eine Comicumsetzung des offiziellen 9/11-Reports. Der Abschlussbericht der "National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States" deckt den Verlauf und die Vorgeschichte der Anschläge vom 11. September auf - insbesondere, welche Versäumnisse der amerikanischen Behörden diese Anschläge erst möglich machten. Die Vorbereitungen und die Hintergründe der Attentäter werden beleuchtet. An Kritik wird nicht gespart, insbesondere an den teils mangelhaften Reaktionen in den Nachfolgejahren, trotzdem ist der Bericht nüchtern und sachlich.
Jacobson und Colon haben den genretypisch etwas drögen Report in einen Comic umgesetzt. Was herauskam, ist eine gute Übersicht darüber, was den Anschlägen voranging und wie sie abliefen. Trotz der klaren Sprache und den Bildern ist der Comic nicht leicht zugänglich: Viele Personen, Ereignisse und Hintergründe werden in wenigen Absätzen kurz abgehandelt. Wer nicht schon eine gewisse Übersicht mitbringt, muss teils sehr genau lesen, um davon nicht erschlagen zu werden. Eine gewisse Kenntnis des amerikanischen Regierungssystems hilft schon ungemein.
Die Quellen und Grundlagen, auf denen die Aussagen des Reports beruhen, bleiben meist ungenannt, Fakten und Vermutungen sind aber trotzdem klar abgegrenzt.
Was man bekommt, ist eine gute, klare Übersicht über den Report und die Themen, die er abhandelt. Mehr als eine Grundlage bietet das Buch aber auch nicht. Fraglich, ob man damit viele erreichen wird, die sich nicht ohnehin schon zum Thema informiert und eigene Meinungen gebildet haben. Der Versuch ist es wert. In seiner Sachlichkeit und Korrektheit ist es den hunderten von Verschwörungstheorie-Schmonzetten, die nach dem 11. September 2001 geschrieben wurden, auf jeden Fall weit überlegen.
Wer sich gründlich informieren will, ist mit Richard A. Clarkes "Against All Enemies" auf jeden Fall besser bedient. Trotz seiner betont persönlichen Sicht auf die Dinge hat der ehemalige Oberste Antiterrorismus-Berater beider Bushs und Clintons ein ebenfalls verständliches, aber weit tiefer schürfendes Buch geschrieben.
Trotzdem: Wegen der sauberen Darstellung, der Anschaulichkeit und Sachlichkeit kann man auch den "9/11 Report"-Comic Jugendlichen wie Erwachsenen guten Gewissens empfehlen.
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