nachtrag:
inzwischen habe ich das zelt probehalber im freien aufgestellt.
leider musste ich meine rezension von begeisterten 5 sternen in einen vernichtenden einzigen stern umwandeln.
doch lesen sie selbst:
das zelt lässt sich gut abspannen, sodass die zeltplane ausreichend gestrafft wird, um den gesamten innenraum des zeltes nutzen zu können.
das zelt wirkt aber trotz der zusätzlichen leinen, die ich angebracht habe, nicht sehr windfest auf mich.
ich habe es mit einer dose universalimprägnierspray besprüht und anschließend mit mehreren gießkannen voll wasser strömenden starkregen simuliert. das zelt ist wasserdicht: es blieb innen vollkommen trocken.
doch jetzt komme ich auf eine sehr unerfreuliche sache zu sprechen.
bevor ich zusätzliche spannleinen anbrachte, hatte ich das zelt zunächst nur mit den beiden beiliegenden abspannleinen "vorschriftsmäßig" abgespannt: nicht zu locker und nicht zu straff.
leider löste sich dabei sofort die randeinfassung, an der die abspannschlaufe angebracht ist, von der zeltplane. der schaden vergrößerte sich rapide, als ich die leine lockerte und dann wieder spannte. wenn ich das nicht repariere, ist das zelt nach wenigen tagen nicht mehr zu gebrauchen, weil sich der schaden bei jedem wind, bei jedem leinen nachspannen, bei jedem aufbau vergrößert.
ich werde diese stelle zwar reparieren und verstärken und dann keine probleme mehr damit haben. doch soetwas darf natürlich nicht sein. es tut mir sehr leid, aber aufgrund dieses gravierenden qualitätsmangels an dieser wichtigen abspannlasche muss ich inzwischen vom kauf abraten.
schade, denn all das gute, was ich in der ersten fassung meiner rezension über dieses zelt schrieb, stimmt ja tatsächlich:
meine rezension, nachdem ich das zelt gestern erhalten hatte
vorab muss ich zugeben, dass ich es noch nicht draußen getestet, sondern gerade erst ausgepackt und provisorisch im wohnzimmer aufgestellt habe.
da ich aber viel erfahrung mit zelten und deren vorhandenen (oder fehlenden ;-) qualitäten habe, traue ich mir hier schon eine treffende beurteilung zu. sollte sich beim praxistest herausstellen, dass das zelt doch nicht den erwartungen entspricht, verspreche ich hiermit, dass ich meine rezension um diese informationen erweitern werde.
das zelt samt gestänge, heringen, spannleinen und aufbauanleitung steckt in einer handlichen, 40x18x7,5 cm großem packtasche mit reissverschluss und trageschlaufe. die packtasche ist genau wie die beiden kleinen packsäcke für das gestänge und die heringe aus dem gleichen polyesterstoff wie das zelt selbst.
ich habe das zelt zwar noch nicht mit dem "gießkannentest" auf wasserdichtigkeit überprüft, doch ich habe genügend erfahrung mit zeltstoffen unterschiedlichster qualität, um zu sagen: es sollte mich sehr wundern, wenn dieses zelt nicht wasserdicht wäre. trotzdem werde ich vor dem ersten einsatz im freien sowohl den boden von unten her als auch die gesamte zeltoberfläche großzügig mit einem universalimprägnierspray einsprühen, das es in jeder drogerie für wenige euro zum imprägnieren von schuhen, funktionskleidung, planen und zelten gibt. das mache ich mit jedem zelt vor dem ersten gebrauch und wiederhole es auch im herbst vor dem einlagern für den winter, falls ich ein zelt in der saison öfter bei regen im einsatz hatte.
das gesamtgewicht beträgt sogar etwas weniger als die bei amazon angegeben 1,6 kg: es wiegt nur knapp über 1,5 kg. es ist also auch für ultraleicht-fans ein sehr interessantes zelt.
die farbe ist eher ein beige statt wie angegeben steingrau, doch sie ist trotzdem genauso dezent wie auf der amazonabbildung. es ist eine helle aber nicht grelle farbe. helle zeltfarben haben den vorteil, dass sich die zelte tagsüber bei hitze nicht zu sehr aufheizen. in der abenddämmerung lassen sie länger ausreichend licht durchscheinen, sodass man länger als bei dunklen zeltfarben ohne zusätzliche lichtquelle auskommt. allerdings handelt es sich in grüner umgebung aufgrund seiner beigen farbe nicht um ein tarnzelt, falls das für jemanden eine rolle spielen sollte: für verstecktes (und verbotenes ;-) wildcampen im wald ist es daher nicht die erste wahl.
der innenraum im zelt ist schlicht überwältigend! im volksmund werden firstzelte wie dieses zelt "dackelgaragen" genannt, denn normalerweise bieten sie durch die steil abfallenenden seitenwände innen wenig platz. dieses zelt ist anders. es ist so großzügig geschnitten, dass man auch als hochgewachsener mensch im eingangsbereich aufrecht sitzen kann, ohne den giebel oder die (evt. durch kondenswasser feuchten) seitenwände zu berühren. auch im hinteren teil ist das zelt noch hoch genug, dass eine kleinere person aufrecht sitzen kann.
die breite des zeltes ist für eine person mit gepäck mehr als ausreichend. zu zweit würde ich zwar nicht darin schlafen wollen, doch das liegt nur an meinem subjektiven, sehr großen, persönlichen platzbedürfnis. für geselligere menschen ist genügend platz für zwei personen vorhanden, auch wenn das gepäck dann nicht allzu umfangreich ausfallen darf. ein hübsches detail sind die zwei im innenraum angenähten zelttaschen, in denen man kleinigkeiten wie taschentücher, brillen und handies unterbringen kann.
die zeltlänge ist wegen der senkrechten schmalseiten dieser firstzeltform auch für sehr große menschen geeignet: auch ein zweimetermann müsste in einem sehr bauschigen schlafsack stecken und sich brettgerade in rückenlage ausstrecken, um mit dem schlafsack die (evt. kondenswasserfeuchten) zeltwände zu berühren.
in der amazonbeschreibung fehlt die skizze mit den genauen innenmaßen, die dem zelt beiliegt. ich habe die angegebenen maße nicht nachgemessen, doch sie sind meiner augenschätzung nach ziemlich zutreffend: 2,20 m lang, vorne 1,40m breit und 1,10 hoch, nach hinten abnehmend auf 1,20 m breite und 0,9 m höhe.
positiv überrascht bin ich von der qualität der moskitonetzeinsätze, mit denen die dauerlüftung am hinteren giebel und der eingang abgedeckt werden: die maschen sind sehr klein und fein, sodass auch die berüchtigten "midges" (besonders kleine und sehr fiese mücken) nicht durchschlüpfen können.
wenn man nachts einen teil des eingangs - oder bei gutem wetter den gesamten eingang - nur mit dem moskitonetz verschließt, dürfte sich die kondenswasserbildung sehr in grenzen halten. die machart des eingangs kommt dieser maßnahme sehr entgegen: da man die reissverschlüsse von moskitonetz und zelteingangsplane wie ein umgekehrtes rolleau von unten nach oben schließt, kann man durch hoch- oder weniger hochgezogenen reissverschluss genau einstellen, wieviel belüftung man im eingangsbereich haben will. an kalten, windigen tagen kann der eingang ganz verschlossen werden, bei regen nur der oberer teil offengelassen werden, bei schönem wetter bleibt der eingang ganz offen, wobei das moskitonetz selbstverständlich geschlossen wird, um insekten draußen zu halten.
zum aufbau:
mit etwas übung ist es auch für eine person alleine kein problem, das zelt aufzubauen. es ist ein missverständnis, dass die hintere aufstellstange innen im zelt aufgestellt werden soll. die aufbauanleitung drückt sich hier etwas unklar aus. doch die richtige lösung ergibt sich bei genauem hinsehen von selbst: nur außen am zelt ist oben, am hinteren giebel eine verstärkte "kapuze" eingenäht, in die die aufstellstange gesteckt wird. im innenraum des zeltes ist weder diese verstärkte "kapuze" oben noch eine haltelasche für das untere ende der aufstellstange angebracht. die stange würde deshalb schon nach einigen malen auf- und abbau die zeltplane von innen durchstoßen, wenn man sie innen statt außen aufstellt.
jetzt komme ich auf einen schwachpunkt des zeltes zu sprechen:
das zelt wird mit nur zwei abspannleinen aufgespannt und gegen wind stabilisiert. das erleichtert zwar den aufbau, doch es macht es vermutlich auch schwierig, das zelt richtig zu spannen, sodass es straff dasteht und der innenraum bis zum letzten zentimeter nutzbar ist, ohne an eingesunkene zeltwände zu stoßen. da ich das zelt, wie gesagt, bis jetzt nur provisorisch im wohnzimmer aufgebaut habe, kann ich noch nicht sagen, wie gut es sich auf geeignetem untergrund bei guter befestigung durch die heringe spannen lässt.
gravierender ist die tatsache, dass ein zelt mit nur zwei abspannleinen nicht besonders windfest ist. die zeltplane wird schon bei etwas kräftigerem wind stark eingedrückt werden - und möglicherweise fliegt einem bei einem heftigen windstoß die ganze hütte davon.
doch dagegen kann man vorsorge treffen. hier ist etwas eigeninitiave gefragt. ich bringe zusätzlich zu den beiden beigelegten abspannleinen noch je zwei weitere leinen an den beiden abspannpunkten an. so kann ich das zelt nicht nur längs (in firstrichtung) abspannen, sondern zusätzlich auch noch im 90° winkel dazu nach rechts und links sichern.
ein weiterer kleiner mangel sind die beigelegten heringe: es sind die üblichen billigzelt-stahlstifte, die zelten in dieser preisklasse aber immer beiliegen.
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