Dieses ist nichts weniger als der beste Historienfilm aller Zeiten! Die bis ins kleinste Detail exakten Wiedergaben der angelsächsichen Handfeste (Probeheirat auf ein Jahr und ein Tag) bei der in altenglisch gesprochen wird, die Kampftechniken der "Shieldwall" oder der "Boarsnout" kann man besser nicht machen. Auch die Kostüme stimmen bis aufs i-tüpfelchen, so haben die Schuhe der "Wikinger" harte Sohlen mit Nägeln, während die Angelsachsen weichleder Bundschuhe tragen.
Das geniale ist das hier, zum ersten mal in einem Historienfilm, nicht etwa die Rolle der Könige und Herrscher beleuchtet wird, sondern die der "kleinen Leute". Daher ist es auch brilliant das die Schauspieler, die weitgehenst Laiendarsteller sind, tatsächlich den kulturellen Hintergrund haben den sie spielen. So sind die "Wikinger" echte Norweger und Isländer und die Darsteller von Snorri und Gyrd haben auch im wahren Leben so lange Haare und Bärte. Die "Normannen" werden dann auch von Franzosen dargestellt...Genial! Die Musik ist auch total anti-Hollywood, der Text ist historisch aus den "Anglo Saxon Chronicals" und es wird im Stil des 11. Jahrhunderts gesungen. Auch der Begriff "Mittelerde" ist authentisch und nicht von Tolkien erfunden worden. Hier erfahren wir auch das die Angelsachsen das Meer "die Walstrasse" und Flüsse die "Fischstrassen" nannten.
Am wichtigsten ist aber, das hier zum ersten mal weitgehend die Vorgeschichte der Schlacht von Hastings gezeigt wird. Hand aufs Herz, wußten sie das drei Wochen vorher eine riesige Invasion aus Norwegen, unter Harald Hadrada, mit 300 Schiffen und 25000 Kriegern stattgefunden hatte??? Hier weden alle drei Schlachten (Fullford, Stamford Bridge und Hastings) gezeigt. Die Kampfszenen sind zwar äußest brutal aber 100% realistisch! Wärend in Hollywoodproduktionen endlos Schwerter gegeneinander geschlagen werden, wird einem hier mit einem realistischen umeinander herumtänzeln, wie Boxer im Ring das ja auch tun,und dem Suchen einer Abwehrschwäche des Gegners, eine akkurate Wiedergabe geliefert. Auch das "Kopfnuss verpassen", dem Gegner die Zunge herauszubeissen und ,am Boden liegend, Sand ins Gesicht zu werfen sind aus Hollywoodsicht zwar unschön, aber dies ist eben ein realistischer Film und kein Fantasyschund!
Absolut genial ist auch die Rolle des Erzählers, dessen Identität erst am Ende dieses Monumentalwerkes verraten wird.
Ich empfehle allerdings allen die fließend Englisch sprechen den Film in Originalsprache zu sehen, alleine schon wegen Odgar's sympathischen "West Country Accent", oder Hakkon's norwegischen Akzent.
Das ist einfach nur noch schön! Wenn man dann noch bedenkt, das dem Projekt extrem limitierte Geldmittel zur Verfügung standen, so das selbst die Produzenten als Komparsen selbst mitspielten und es dazu auch noch dauernd geregnet hat, was man im Film nicht sieht, weil man "um den Regen herumgefilmt" hat, kann man sich der Hochachtung über die Leistung dieses ungewöhnlichsten aller Filmteams nicht entziehen.
Wer aber Hollywoodmurks mag, bei dem Menschen im Kampf mit Geschrei durch die Luft fliegen und nachdem sie schon dreimal erstochen worden sind wieder aufstehen, wie z.B. bei Spartakus, der sollte die Finger von diesem Film lassen! Wer allerdings eine Zeitreise in die Vergangenheit bevorzugt, um das Gefühl zu haben tatsächlich dabei gewesen zu sein, der wird dieses Filmes niemals müde und ihn sich immer wieder ansehen.