Der Titel des Buchs ist vielleicht etwas missverständlich. Es geht nicht um jene besonders unwirtlichen, identitätslosen Stätten, die der Anthropologe Marc Augé als Nichtorte bezeichnet hat. Im Mittelpunkt des Buchs stehen vielmehr Orte, die im Bewusstsein der Frankfurter nicht so etabliert sind, wie sie es vielleicht verdienen, weil sie etwas abseits der üblichen Touristenrouten liegen. "Frankfurter Hingucker für Fortgeschrittene" wäre als Titel vielleicht passender.
Die Autoren sind intime Kenner der Stadt und wissen einiges vorzustellen, was man auch dann nicht wahrgenommen hat, wenn man lange in dieser Stadt lebt und viele Orte zu kennen glaubt. Die Kommentare zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten sind fundiert und niemals touristisch anbiedernd, und auch die Fotos zu den einzelnen Artikeln sind sehr gut. Ein kleines Manko: Es macht sicher den Charme des Buches aus, dass die einzelnen Objekte schlaglichtartig präsentiert werden und räumliche Nähe keine Rolle spielt, so dass jede Sache erst einmal nur für sich von Bedeutung ist; vielleicht wäre es doch hilfreich gewesen, am Ende Vorschläge für Rundgänge oder eine Karte beizugeben, um den Lesern die Besichtigung möglichst vieler der gezeigten "Unorte" zu erleichtern.