Die Monologsammlung enthält eine Auswahl von Texten von der griechischen Antike bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts (leider nicht darüber hinaus, denn gerade zeitgenössische Texte wären besonders interessant gewesen). Berücksichtigt werden nicht nur reine, sondern auch "szenische" Monologe, in denen die handelnde Person mit einem tatsächlich vorhandenen Gegenüber spricht.
Zur Textauswahl:
Die "üblichen Verdächtigen" (Romeos "Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt" aus der Balkonszene), die Agafja aus Gogols "Heirat" etc) sind ebenso vertreten, wie etwas weniger bekannte Monologe (Goldonis "Mirandolina"). Der Löwenanteil wird aber leider von etwas "überstrapazierten" Texten ausgemacht. Aischylos, Sophokles, Euripides, Lope de Vega, Shakespeare, Shakespeare und Shakespeare (12 x!), Tirso de Molina, Moliere, Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux, Goldoni, Gozzi, Lessing, Goethe, Jakob Michael Reinhold Lenz, Schiller, Kleist, Grabbe, Nestroy, Gogol, Büchner, Hebbel, Turgenjew, Ibsen, Strindberg, Wilde, Tschechow, Schnitzler, Hauptmann, Wedekind, Hofmannsthal.
Es fehlen - wie bereits erwähnt - neuere Stücke, sowie Beispiele aus dem Bereich des Kinder-/Jugendtheaters. Therese Dörrs Monologsammlung ist da um einiges besser!
Ein bisschen "lieblos" erscheint mir die Sammlung auch. Naja, trotzdem ganz nett, weil die Zusammenstellung (hoffentlich) einige gute Leseanregungen gibt. Positiv hervorzuheben ist auch noch die im Anhang befindliche Liste mit weiteren Monolog-Vorschlägen.
Alles in allem: Ganz OK, aber nicht das Gelbe vom Ei.