Eigentlich, Bernd, spielt es ja keine Rolle, dass ich in der Stadt lebe und studiere, in der du dich einst in Medizin und Juristerei erprobtest und in der du so viel Gelegenheit hattest, Material für dein Büchlein zu sammeln. Wahrscheinlich spielen sich in allen Universitätsstädten, in all diesen Staaten im Staate, dieselben Dramen ab, laufen dieselben merkwürdigen Geschöpfe herum, gibt es die gleichen menschlichen Verfehlungen. Weder als Arzt noch als Jurist verließest du die altehrwürdige Universität zu Jena, die den Namen Friedrich Schillers trägt. Wohl hat sie dazu beigetragen, dass aus dir ein erstklassiger Satiriker geworden ist, doch übst du nun grausame Rache an ihr. Ich war dabei, als du aus deinem Werk lasest und ich konnte mich eine Stunde lang vor Lachen nicht halten. Auch konnte ich nicht anders, als mir das Büchlein zuzulegen, welches ich in mich aufnahm und aus dem ich pausenlos zitieren möchte. Es ist die einzig wichtige Lektüre, die ich während meines Studiums kennen lernte. Und würdest du mir gegenüberstehen und würdest sagen: "Aber es ist doch nur Satire. Es ist Literatur gespickt mit Ironie, Hyperbeln und Metaphern!" Ich würde Kopf schüttelnd sagen: "Nein, Bernd. Es ist die Wahrheit. Ich habe alles wieder erkannt. All die selbstherrlichen Dozenten, die schleimenden Assistenten, die Jura-Snobs, die Ökos, diesen vielen Lärm um Nichts." Ist denn am Ende wirklich alles sinnlos, wie du, Bernd, es darstellst. Ich sage Nein, denn ich habe alles mit angesehen, habe jene Menschen gesehen, die du beschreibst, habe jenen Jahrmarkt der Eitelkeiten betreten, erforscht und letzten Endes durchschaut. Deswegen, Bernd, werde ich die Universität doch klüger verlassen als ich sie betrat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)