Ich war auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit, relativ komfortabel auch im Wohnzimmer oder unterwegs im Internet surfen bzw. Dokumente bearbeiten zu können. Nachdem ich mich durch den Note- und Netbook-Dschungel gekämpft hatte, bin ich schlussendlich bei den EeePCs von Asus hängen geblieben. "Normale" Notebooks waren mir zu groß und erschienen mir eher als Halbprodukte denn als vollwertige Arbeitsgeräte.
Ich brauchte keinen PC-Ersatz, der Blu Ray-Discs abspielt, die neuesten Spiele in HD ruckelfrei darstellen kann und in etwa so handlich und mobil ist, wie ein Einbauherd. Mal ehrlich: "Mobil" und "2 Stunden Akkulaufzeit" widersprechen sich. Für kleinere Surf-Aktionen oder auch um mal etwas auf YouTube zu schauen hat mir bis dahin immer mein iPod touch 2G genügt, doch ist der Bedienkomfort recht dürftig, wenn man Texte verfassen will, die aus mehr als 2 Zeilen bestehen. Dazu kommt noch, dass man als Normalnutzer an den AppStore und die dort veröffentlichten Programme gebunden ist und es bis heute nicht möglich ist, Flashanimationen (und somit auch Flash-Webseiten) wiederzugeben. Das alles, gepaart mit dem kleinen Bildschirm und der nach einigen Monaten doch stark nachlassenden Akkuleistung ließ mich nach etwas wirklich Mobilem Ausschau halten.
Beim EeePC 1005P habe ich die notwendige Mobilität und den gewünschten Komfort zu einem günstigen Preis. Das Netbook zieht im Netzteilbetrieb maximal 10 Watt aus der Steckdose und lässt kaum Wünsche offen, was die Bedienung oder den Komfort angeht. Sicher darf man keine Höchstleistungen wie von einem Desktop-PC erwarten, aber das ist ja auch nicht der Einsatzzweck eines Netbooks. Die Punkte im Einzelnen:
Gehäuse und Verarbeitung
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Der allseits propagierte "Klavierlack" kommt auch hier zum Einsatz. Sieht chic aus, ist aber sehr Fingerabdruckanfällig. Das Netbook sollte daher in einer Schutzhülle transportiert/genutzt werden, sofern man Wert legt auf ein makelloses Erscheinungsbild des Gehäuses. Ansonsten ist das Netbook sehr stabil und ordentlich verarbeitet.
Zwei der drei vorhandenen USB-Buchsen finden sich auf der rechten, die dritte auf der linken Seite des Notebooks wieder, sodass man auch ohne Kabelkonflikte und Links-/Rechtshänderausrichtung z.B. eine USB-Maus anschließen kann. Der SD-Cardreader ist dezent mit einer Blindkarte versehen, sodass kein Staub die Kontakte verschmutzen kann.
Zum Aufklappen des Netbooks braucht man allerdings beide Hände und eine Einrastfunktion für den Deckel gibt es leider nicht.
Die Tastatur bietet keine Überraschungen und ist durchaus mit "normalen" Notebooktastaturen zu vergleichen. Der Anschlag ist angenehm und man kann auch längere Texte ohne Probleme darauf verfassen. Allerdings scheint die Tastatur in der linken Hälfte etwas "lose" zu sein, sprich: das Tastaturboard gibt dort beim Tippen etwas nach, was aber nicht weiter stört.
Das Display ist ausreichend hell, man muss also nichts abdunkeln, damit man etwas sehen kann. Gottseidank ist hier KEIN Glare-Display verbaut.
Das Multitouchpad ist in das Gehäuse integriert (also nicht abgesetzt wie bei vielen Notebooks) und bietet Features wie Zoom, Scrollen oder Blättern per Fingergesten. Obwohl ich mit Touchbads nie viel anfangen konnte, macht mir das Arbeiten mit dieser Variante durchaus Spaß.
W-LAN
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Entgegen der Produktbeschreibung beherrscht das 1005P durchaus W-LAN nach n-Standard. Die Verbindungsqualität und Stärke liegt deutlich über der meines iPods und ist unkompliziert zu handhaben.
Betriebssystem und Performance
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Als Betriebssystem ist Windows 7 Starter vorinstalliert. Im Grunde bemerkt man die Einschränkungen im alltäglichen Gebrauch nicht. Alle nötigen Netzwerkfunktionen sind vorhanden und sehr einfach zu konfigurieren. Auch die Installation von Programmen geht ohne Probleme vonstatten. Das einzige, was mir von den bekannten Einschränkungen der Starter-Version bisher aufgefallen ist: Man kann das Hintergrundbild nicht ohne Weiteres ändern. Das ist allerdings zu verschmerzen, da man den Platz auf dem Bildschirm (Auflüsung 1024x600) in aller Regel für die geöffneten Programme braucht.
Die Bootzeit ist akzeptabel und das Bearbeiten von Word- oder Excel-Dokumenten geht ohne Performanceeinbußen von der Hand. Auch Videos lassen sich flüssig abspielen, wobei je nach Codec auch schonmal Tearing (Bildversatz) auftreten kann.
Die verbaute 160GB-Festplatte ist in zwei sichtbare und somit unter Windows nutzbare Partitionen zu je 80GB aufgeteilt und bietet genügend Platz für alltägliche Arbeiten, Musik und Filme. Zwar wären 2GB RAM wünschenswert gewesen, aber selbst mit den verbauten 1GB RAM kann man zügig arbeiten und bemerkt das fehlende GB nicht wirklich, es sei denn, man versucht den EeePC zum Ersatz-PC umzubauen.
Interessant ist das "Asus Express Gate": Das Netbook hat 2 Einschaltknöpfe. Der rechte startet ganz normal Windows 7, der linke startet innerhalb weniger Sekunden die Express Gate-Oberfläche, unter welcher man z.B. Skype oder den Browser verwenden kann ohne erst komplett booten zu müssen. Ein nettes Feature wenn man "nur mal eben" etwas im Netz nachschauen möchte.
Inbetriebnahme
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Beim ersten Start nimmt sich das Netbook etwas Zeit für die Einrichtung des Systems und die entsprechenden Einstellungen. Da der Akku sowieso zunächst 8 Stunden geladen werden soll, legt man diesen in das Gehäuse ein, stöpselt das Netzteil ein und lässt dann die Konfiguration durchlaufen. Nach der ca. 30 Minuten dauernden Konfiguration erfolgt - sofern ein Internetanschluss vorhanden ist - das Herunterladen und installieren von Updates für den EeePC und auch für Windows 7.
Anschließend sollte man auf jeden Fall die Testversion der vorinstallierten Internet Security Suite deinstallieren, da diese doch sehr an der Performance zehrt. Hier gibt es durchaus schnellere und vor allem kostenlose Alternativen, z.B. von AVG, Panda oder Avira. Ich persönlich habe noch MS Works entfernt, da ich MS Office 2007 nutze. Dieses ist in einer Testversion ebenfalls vorinstalliert, lässt sich aber mit einem vorhandenen gültigen Key einfach aktivieren und erspart einem so die Installation über USB-Stick, Netzwerk oder externem DVD-Laufwerk.
Das dritte Programm, welches ich ersetzt habe ist der Internet Explorer. Im Grunde ist es kein schlechter Browser, aber die Performance wenn man mehrere Seiten (10-15) geöffnet hat, war doch recht dürftig. Hier habe ich mit Opera 10.60 sehr gute Erfahrungen gemacht. Der Seitenaufbau und die Performance allgemein sind doch um Längen besser als beim IE oder bei Firefox. Zudem benötigt man bei Opera keine weiteren Addons und hat z.B. einen Newsreader und E-Mail Client sofort integriert.
Schlussendlich installierte ich noch den Media Player Home Cinema, um den vorhandenen Media Player zu ersetzen, da der MPHC alle nötigen Codecs mitbringt und deutlich schlanker und performanter arbeitet als der vorinstallierte Media Player.
Die restlichen installierten Programme sind zwar nicht unbedingt für jeden notwendig oder nützlich, bremsen den Rechner allerdings auch nicht spürbar aus.
Webcam und Mikrofon/Boxen
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Die Boxen sind unterhalb der Tastatur an der Frontseite angebracht, die Webcam oberhalb des Bildschirms und das Mikrofon zweigeteilt links und rechts von der Kamera. Wie man sich denken kann, kann man über die Boxen zwar Musik hören, aber selbst "Brüllwürfel" vom Discounter haben mehr Qualität. Aber hier hat wohl auch niemand Heimkinoqualität erwartet ;)
Die Webcam liefert eine für Videochat (Skype & Co.) ausreichende Qualität und das Mikrofon lässt auch keine Wünsche offen, was das Plaudern übers Netz angeht. Lediglich bei lauter Umgebung treten Störungen auf, was aber bei integrierten Mikrofonen nichts Ungewöhnliches ist.
Fazit
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Wer ein Netbook sucht, mit dem man unkompliziert im Internet surfen, unterwegs an einem Word-Dokument oder einem Excel-Sheet arbeiten und ab und an mal ein Video ansehen kann, der wird hier nicht enttäuscht. Für wenig Geld bekommt man ein wirklich mobiles Arbeitsgerät, das nicht alle 2 Stunden an die Steckdose muss und trotzdem genug Komfort bietet, um auch länger damit arbeiten zu können. Wem das Tocuhpad nicht zusagt, stöpselt einfach eine beliebige USB-Maus ein und schafft sich so noch etwas mehr Komfort. Ansonsten heißt die Devise: Einschalten und loslegen!