... so sang einstmals der bekannte DDR-Schlagerstar Frank Schöbel seinen "Gassenhauer". Er proklamierte, dies nur für einen Kuss seiner Angebeteten zu tun. So selbstlos ist heutzutage wahrscheinlich niemand mehr. Doch für 29,95 kann der Leser des opulenten Werkes eine derartige Reise ohne Anstrengungen sogar vom Sofa aus unternehmen.
Um in der Tat all diese Orte auf der ganzen Welt zu besuchen, reicht ein normales Leben wahrscheinlich nicht aus (zumindest nicht das eines Berufstätigen) und wäre sicherlich auch finanziell unerschwinglich (also doch lieber 29,95) und erfordert überdurchschnittliche Kondition, denn Brights Team empfiehlt nicht nur touristisch gut erschlossene Gegenden auf der ganzen Welt, sondern ebenso oben besungene Polarregionen oder aber die 8.000er Gipfel des Himalajas.
Auf über 900 Seiten steigen wir auf das Dach unseres Planeten, um gleich danach weit unter die Meeresoberfläche zu tauchen, wir betreten dunkle Schluchten oder Höhlen mit unglaublichen Dimensionen. Die Reise führt uns durch glühend heiße Wüsten, vorbei an Lavaströmen gewaltiger Vulkane, in das undurchdringliche Grün eines tropischen Regenwaldes oder an den Rand eines farbenprächtigen Korallenriffs. Doch schon bald heißt es, den "dicksten Pelz" aus dem Schrank zu holen, Schneebrille und Eispickel in den Rucksack zu verstauen und die wärmsten Fäustlinge überzustreifen, um das Kalben eines Eisberges am Südpol zu erleben.
Neben atemberaubend schönen Bildern von durchgängig guter Qualität wird der Leser mit einer Vielzahl von Informationen versorgt. Jedes "Reiseziel" enthält Fakten zur geologischen Geschichte, zu einzigartigen Tier- und Pflanzenarten, lokalen Bräuchen und Gefahrenzonen sowie ein kleines Bild zur geografischen Einordnung. 960 Seiten beschreiben die Welt aus der Perspektive von Mutter Natur: ihre unergründlichen Geheimnisse, ihre zum Teil seltsame Schönheit.
Die Naturwunder sind nach Kontinenten und Ländern geordnet.
Das Buch soll nicht nur als Anregung zu einer erstrebenswerten Reise begriffen werden, sondern gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Dieser "Reiseführer" erinnert uns immer wieder daran, welchen Platz wir selbst in der Welt einnehmen. Durch Wilderei oder Umweltverschmutzung sind viele dieser Naturwunder bedroht, und manches wird vielleicht bald nicht mehr in Realität zu betrachten sein.
Fazit:
"1001 Naturwunder" besticht nicht nur wegen der wunderschönen zum Teil originellen Bildauswahl, sondern auch wegen seiner Tiefgründigkeit an geballten Informationen auf kleinstem Raum.