Seit Jahren bin ich mit grooooßen, wirklich leitungsfähigen Mobilrechnern unterwegs, die alles konnten und können, was ein Rechner leisten muss. All die Jahre (alles begann 1991 mit einem -.486-Läppi von Escom) war es wunderbar, was man unterwegs so alles machen konnte - aber eigentlich doch nur im Büro gemacht hat. Die kleineren Aufgaben, wie Kalenderorganisation, kurz was schreiben und und und...haben einfach nicht genug motiviert, die doch eher großen Rechner auszupacken um dem Sitznachbarn damit den Platz einzuschränken. Und die Fummelei, die erforderlich war, um mit dem Internet zu verbinden, gab ihr Übriges. Tolle Rechner also...aber das Handling hat nie wirklich glücklich gemacht. Genausowenig, wie die nützlichen Organisationstools am Handy, die zwar praktisch sind aber doch eher winzig in der Darstellung.
Eines Tages im März 2009 habe ich meine Skepsis gegenüber Kleinrechnern überwunden und mich nach einem 10''-Helfer umgesehen. Ziel war es, ein Gerätzu finden, auf dem ich bequem schreiben kann ohne Knoten zwischen Mittelfinger und Daumen, mit dem meine Büroorganisation auch in der jeweiligen Strandkneipe an der Ostsee oder dem Mittelmeer funktioniert und das mir gleichzeitig meine Mails oder das WWW an den Biertisch bringt, egal ob am Stammtresen oder in der Bahnhofskneipe bei Witten-und das alles ohne Umstände und Fummelei. Viele Geräte habe ich mir angesehen und in die nähere Auswahl kamm der Kleine von Asus. Von eee hat man bereits viel gehört: Günstiger Schüler-Rechner, Luxus-Taschenrechner...kleine Abfälligkeiten um das kleine Format. Und dann hatte ich es in der Hand: das Testgerät beim Fachhändler. Im Vergleich zu seinem großen 17''-Hochleistungsbruder ein absolutes Leichtgewicht aber dennoch gut zu greifen dank des Akku-Wulstes an der Rückseite. Hochglanzdeckel-naja...man hat sich an die Fingerabdrücke auf dieser seltsamen design-Stilblüte bei Gebrauchselektronik gewöhnt. Aufklappen ließ sich das Gerät sanft mit geichbleibend leichtem Widerstand: ein Hinweis auf solide Gelenke. Nichts reibt, nichts klappert-gute Haptik. Die Tastatur hat sich beim 1000HG verbessert: nach anderen eee-PC-Modellen hat hier eine Matrize mit comfortablen Tasten die etwas zerbrechlich wirkenden Einzeltasten abgelöst. Das Schreibgefühl ist herrlich weich aber nicht schlodderig. Das Mousepad wirkt zunächst etwas schlicht aber ich wollte ja weg von Hochleistungs-Gerät und mittlerweile bemerke ich immer wieder, dass "schlicht" nicht "schlecht" sein muss. Die drei USB 2.0-Häfen erlauben außerdem den Anschluss einer Mobilmaus, auch wenn gleichzeitig ein externes Laufwerk und ein Datenzäpchen am Gerät hängen (was allerdings fast nie vorkommt). Ein Eingang für Micro sowie ein Ausgang für Kopfhörer haben mich zwar bei einem solchen Kerlchen schon überrascht, aber sie geben wirklich mehr Leistung her, als man vermutet. Nach Anschließen von aktiven PC-Lautspechern kann man sogar problemlos eine akkustische Präsentation in einem größeren Besprechungsraum (oder Klassenzimmer) vorstellen. Einen Beamer anzuschließen ist kein Problem über einen VGA-Port, bei dem ASUS allerdings ein Gewinde für den sicheren Anschluss des VGA-Kabels vergessen hat: Also aufpassen, dass das Kabel nicht herausrutscht. Der Einschub für die SD- oder Multimediakarte ist durch einen Dummy gesichert: Macht sich gut, weil so die Kontakte im Gerät verschleißfrei geschützt sind. Ein sanfter Druck genügt für den Kartenwechsel.
Im Arbeitsalltag erweist sich der kleine Datenhelfer als robustes Arbeitstier. Seit nunmehr 8 Monaten trage ich das gerät nun täglich mit mir herum und es ist mit einer durchschnittlichen Laufleistung von 9 Stunden nie lästig laut oder bedenklich warm geworden. Die Festplatte verschiebt Daten schnell und sehr leise, man hört den Rechner eigentlich nur am späten Abend bei absoluter Stille. Im mobilen Einsatz sind bei voller Leistung 4 Stunden stromnetzunabhängiges Arbeiten möglich, gedrosselt (abgedunkelter Monitor, längere Zwischenspeicherintervalle, Lautsprecher aus...) hat er es sogar einmal schon auf 6 Stunden gebracht. Mit einem angeschlossenen DVD-Laufwerk ist es möglich einen Film von 110 Minuten aus reiner Akkukraft zu sehen. (Übrigens gibt es KFZ-Ladekabel, die auf sehr langen Autofahrten beliebig viele Filme erlauben, was mitfahrenden Kindern das Leben erheblich angenehmer macht...) Bluetooth und W-Lan verbinden übrigens auch in Hotels mit teilweise längeren Funkstecken sehr gut aber der Brüller ist der SIM-Karten-Schacht für mobiles Internet, der unter dem Akku versteckt ist. Er ist unberührt einfach immer am Gerät. Meine Erfahrung mit einer D1-Karte ist gut. Nach Einschieben in den Rechner verband der vorinstallierte ASUS 3G-Connection-Manager den Rechner in 27 Sekunden mit dem Himmelsnetz-nur die Eingabe der Verbindung und die Pin waren nötig. Seither bin ich ohne Sticksucherei und Gewurschtel auf dem europäischen Festland in sechs bis sieben Sekunden im Internet. Ich will ihn nicht mehr missen, den Kleinen. Ok:für umfangreiches Desktop-Publishing oder meine geliebten Flugsimulatoren wäre er nichts aber sein großer Bruder soll ja auch noch was zu tun haben.
Ich kann das Gerät wirklich jedem empfehlen, der ein stabiles, schnelles und zuverlässiges digitales Arbeitstier braucht. Einziger Nachteil: Er kocht keinen Kaffee.