"Coffee-table book" - so nennt man in England und USA diese Art von Büchern: großformatige gebundene Bücher in hochwertiger Ausführung, mit schönen Hochglanzfotos;
Bücher, die man dekorativ auf den Couchtisch legen und durchblättern kann, die jedoch kaum einen praktischen Nutzen haben.
Das vorliegende Buch trägt den Titel "1000 Traumziele abseits der bekannten Wege" und ist durchaus geeignet um angeregt darüber zu plaudern:
z.B. darüber, ob die Imam-Moschee in Isfahan, Iran tatsächlich eine praktikable Alternative zum überlaufenen Petersdom darstellt, ob die Cinque Terre tatsächlich weniger überlaufen ist als die Amalfi-Küste, oder ob das Publikum, das zum Trekking nach Chiang Mai fährt, tatsächlich gut beraten ist alternativ nach Bhutan zu reisen.
Manche Vergleiche (Reisealternativen) sind durchaus gelungen und anregend, so z.B. die Alternativen Riga und Brügge statt Prag oder die weniger bekannten Museen in Paris und Rom (als Alternativen zu Louvre und Vatikanischen Sammlungen).
Aber insgesamt läuft dieses Buch auf ein gedankliches Abhaken hinaus - "kenn ich, kenn ich nicht" - und manchmal stutzt man bei überraschenden und seltsamen Reisevorschlägen.
Letztlich ist es das Grundkonzept, das hakt: die Reiseziele sind weitgehend ohne Zusammenhang erwähnt, gerade so, als würde man wegen eines einzelnen Gebäudes, einer einzelnen Attraktion Hunderte oder Tausende von Kilometern reisen.
Bei einem solchen Buchkonzept ist freilich kein Platz für atmosphärische Dinge, für Land und Leute, für Zusammenhänge. Der Konsumaspekt des Reisens wird dadurch auf eine ziemlich unschöne Art und Weise hervorgehoben.
Fazit: zwiespältig.