Natürlich fährt man in Urlaub, weil man in den meisten Fällen von den Orten begeistert ist. Da kommt es nicht selten vor, dass man die kleinen typischen Unzulänglichkeiten wie Nepp, völlig überteuerte Preise und ähnliches bei den Touristenansammlungen mehr oder weniger verdrängt.
Da ich viele der beschriebenen Orte bereits selbst bereist habe, kann ich die in dem Buch beschriebenen Punkte in den meisten Fällen bestätigen. Ich habe mir das Buch vor allem deswegen gekauft, weil wir in den letzten Jahren alle beschriebenen Orte in den USA bereist haben. Ich konnte beim amüsierten Lesen und anschließendem nüchternen Nachdenken viele Punkte voll bestätigen. Man wundert sich vor Ort über einige Eigenarten, seien es überteuerte, "ganz bestimmt original regionale Souvenirs made in China" oder unverschämte Eintrittspreise für sogenannte "Attraktionen", die letztendlich mehr Nepp als sehenswert sind. Aber auch die beschriebenen Preise für Getränke und Essen an Orten, wo sich wirklich nur Touristen die Klinke in die Hand geben. Man freut sich, diese eigenen Eindrücke hier bestätigt zu bekommen. Und das trifft bei weitem nicht nur auf die USA zu. Auch meine Erfahrungen in Italien, Frankreich und England gehen mit dem Buch in vielen - natürlich nicht allen - Fällen konform.
Wohl gemerkt: Ich werden trotzdem wieder dorthin reisen - jedoch einige Dinge mit anderen, wacheren Augen sehen! Denn das Buch will nicht abschrecken, sondern auffordern, sich mal von der eigenen Touristenblindheit zu trennen. Man muss natürlich auch ein wenig für Ironie und überzeichneten Humor empfänglich sein.
Ein, wie ich meine, rundum gelungenes, amüsantes und witzig geschriebenes Buch, das keineswegs - wie hier in einer anderen Rezension behauptet wurde - entsorgt werden müsste! Sicherlich ist es kein Buch für Leute, die sich an ihren Urlaubsorten gern über den Tisch ziehen lassen. Ebenso ist das Buch für all diejenigen, die zum Lachen in den Keller gehen müssen, auch nicht gerade die richtige Lektüre.