Das Buch kursiert auf einigen Bestsellerlisten. Die Zusammenfassung auf dem Einband und die Idee der Geschichte haben mich sofort angesprochen. Das waren die besten Voraussetzungen für einige tolle Leseabende. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das die Erwartungen derartig enttäuscht hat.
Dabei halte ich auch im nachhinein die Idee und die Grundstory des Buches für sehr stark.
Eine junge Tierschützerin überfällt angestiftet durch einen Freund - in ihrem Idealismus ein Tierversuchslabor in Polen. Dabei verschwindet ein geheimnisvolles Fläschchen unbekannten Inhalts. Um ihren Depressionen und ihrem ereignislosem Leben zu entfliehen,heftet sie sich an die Fersen der Flasche und wird in eine Geschichte verstrickt, in die auch die Ex CIA Agenten Paul und Kerry hineingezogen werden. Eine radikale Umweltgruppe hat ihre ganz eigenen Vorstellungen vom Schutz der Umwelt entwickelt. Eine Pandemie biblischen Ausmasses soll die Erde von einem Großteil der Menschen befreien...
Leider spürt man kontinuierlich mit wachsendem Unmut, wie der Autor Seite um Seite das Potenzial der Geschichte verschenkt und weder die Spannung noch die Handlung auf den Punkt bringt.
Die Akteure stolpern atemlos - durch überirdische Eingebungen geführt - auf einer Schnitzeljagd um den halben Globus in einem Plot, der stets eine Nummer zu provinziell und einer Verschwörung, die stets eine Nummer zu groß ist, um am Ende in einem spannungsfreien Finale auch noch die letzten Klischees zu bedienen.
Der Kern des Buches ist eine Botschaft über unsere Umwelt und ihren Schutz. Rufin entwickelt hier seine ganz eigene Philosophie, bringt diese jedoch mit einer fast gebetsmühlenartigen Beharrlichkeit wieder und wieder im Text unter. Der moralinsaure Zeigefinder bleibt dabei ebensowenig erspart wie eine zuweilen pseudoliterarische Sprache, die es nicht vermag, den Text lebendig werden zu lassen.
Schade