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100 Prozent tot: Das Phantom vom Grunewald
 
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100 Prozent tot: Das Phantom vom Grunewald [Gebundene Ausgabe]

Stephan Harbort
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Droste; Auflage: 1 (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3770014162
  • ISBN-13: 978-3770014163
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 79.815 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stephan Harbort
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Einblicke in die Psyche eines Serienmörders: "Ich wollte einfach nur sichergehen, dass die auch wirklich tot ist. 100 Prozent tot." Es ist der 21. Juni 1984, als die Berliner Kripo in den frühen Morgenstunden einen 24-jährigen Mann festnimmt. Er soll tags zuvor eine Schülerin vergewaltigt und unsäglich gequält haben. Doch was Günther Jacoby den Kriminalbeamten in den folgenden Tagen erzählt, übertrifft die schlimmsten Erwartungen: Der verheiratete Maurer gesteht ungerührt eine ganze Serie von Foltermorden an jungen Frauen. Nach zwei Jahren der Angst ist die "Phantomjagd" zu Ende, "Deutschlands unheimlichster Frauenmörder" ist gefasst, Berlins Bevölkerung atmet auf. Der Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort beschreibt und analysiert den schrecklichen Fall. Er präsentiert eine spannende Chronik der Ereignisse und das Psychogramm eines Serienmörders, dessen Bekenntnisse in dieser Form erstmals zu lesen sein werden.

Über den Autor

Stephan Harbort, 1964 in Düsseldorf geboren und dort lebend, Dipl. Verwaltungswirt, Kriminalhauptkommissar, langjähriger Lehrbeauftragter an der FH Düsseldorf und führender Serienmordexperte. Er sprach mit mehr als sechzig Serienmördern, entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Gewalttätern und ist als Fachberater für TV-Beiträge tätig. Durch seine Fernsehauftritte bei Günther Jauch, Johannes B. Kerner und Frank Elstner ist er einem breiten Publikum bekannt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das kann nur Stephan Harbort 15. November 2010
Format:Gebundene Ausgabe
"Kann man sowas erklären, wie es dazu kommt? Ich kann es nicht. Das entspringt irgendwo in meiner Fantasie. So stelle ich mir einen süchtigen vor, wenn er sich an Hasch oder Heroin berauscht. Man steigert sich da irgendwie hinein. Und dann hat kriegt man so einen rein wie einen Hammer - und dann hat man es gemacht"

Als am 20. März 1985 das Urteil "Der Angeklagte ist des Mordes in drei Fällen sowie der sexuellen Nötigung schuldig. Er wird zu zweimal lebenslanger Freiheitsstrafe sowie zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren verurteilt." gesprochen wird, ist das Urteilsmaß für den Angeklagten keine allzu große Überraschung. Auch der Nachsatz vom Vorsitzenden "Seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wird angeordnet" versteht der Serienmörder als logische Konsequenz für das große Leid, das er seinen Opfern angetan hat, andererseits ist er, so sein Gedanken, im Landeskrankenhaus erheblich sicherer aufgehoben als im Gefängnis wo ihm andere Insassen mit dem unter anderem mit dem Tod gedroht haben.

Der frisch verurteillte ist Günther Jacoby (*) und er war in seiner aktiven Zeit bis zu seiner Verhaftung wohl der schlimmste Serienverbrecher Deutschlands.

"...Ich wollte einfach nur sichergehen, das sie auch wirklich tot ist.
100 prozentig tot.."
Günther Jacoby

Seine Tatwerkzeuge lesen sich dabei wie ein Bestellkatalog in der Haushaltsabteillung. Wimpernzange, Hammer, Bindfäden, Kerzen, Wäscheklammern, Tischrohre und sogar stangenförmiges Wassereis waren neben Zigaretten und einem Auto ebenso zum quälen der Opfer geeignet wie ein Küchenbeil.

Der Düsseldorfer Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort hat Günther Jacoby mehrfach in Berlin besucht. Viele Stunden hat er ihm gegenüber gesessen und Tonbandaufnahmen angefertigt. "100 Prozent tot" gibt nicht nur tiefe Einblicke in ein Leben, das von Anfang an nicht normal verlief, sondern gibt auch den Blick auf Polizeiakten und Gerichtsprotukolle frei. Ein bemerkenswertes Interview mit dem Straftäter rundet das Buch ab.

Dabei geht es auch um die Fragen: Wie gerät ein Mensch, dessen Leben ja genau wie jedes andere einmal als unschuldiger Säugling begann, auf diesen Weg? Wie wird jemand zu einem Sadisten, Mörder, Folterer, der zu keinerlei Mitleid und Empathie fähig scheint? Und wie kann so jemand unerkannt mitten unter uns leben und doch nur durch einen dummen Zufall enttarnt werden? Und konnte man diese Verbrechen wirklich nicht verhindern?

Das aktuelle Buch "100 Prozent tot" ist ein Blick hinter die Kulissen eines Verbrechers, der auf nahezu unbeschreibliche Art und Weise Menschen gefoltert, gequält und ermordet hat. Dabei hat so ziemlich alles an Apparaturen, Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen benutzt, die sich in einem Haushalt so finden lassen. Bei seiner letzten Tat hat er jedoch viel von sich preisgegeben. Zu viel. So konnte man den damals 24 - jährigen am nächsten Tag durch einen Polizeieinsatz ausfindig machen und festnehmen.

Wieder einmal ist Harbort etwas gelungen, was eben nur Harbort kann. Er blickt in seinen Büchern und Studien tief in die Seelen der Kriminellen, ohne dabei voyeuristisch zu werden.

* Name geändert

Zum Autor: Der Düsseldorfer Stephan Harbort sprach in seiner Eigenschaft als Kriminalist mit mehr als 60 Serienmördern, Opfern und Verwandten von Serienmördern. Zudem entwickelte er international angewandte Fandungsmethoden zur Überführung von Gewalttätern. Durch zahlreiche TV Auftritte konnte er den Zuschauern das Phänomen" Serienmord näher erklären und so die Menschen in den Vordergrund setzten, die am meisten unter den Verbrechen gelitten haben - Die Opfer und deren Angehörigen. Dafür hat er den größten Dank verdient.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von WPeters
Format:Gebundene Ausgabe
Ich fand das Buch sehr aufschlussreich.
Harbort beschreibt zunächst sehr fesselnd die Kindheit und Jugend des Täters, die vielleicht schon jeweils einen Erklärungsansatz bieten, warum sich jemand zu so einer tickenden Zeitbombe entwickelt.
Von besonderem Wert jedoch sind die von Harbort geführten Interviews, in denen der Täter m.E. unverstellt einen Blick in sein Inneres gewährt.
Denn jetzt kann er sich ohne das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung zu dem äußern, was tatsächlich in ihm vorging und welche Fantasien er auszuleben versuchte.
Für mich sehr aufschlussreich: Es war eben nicht die Bestie in Menschgestalt, der von unheimlichen Trieb gesteuert, Frauen überfiel und tötete. Der Täter ging durchaus planvoll und organisiert vor und er konnte auch von seinem Vorhaben zurücktreten, wenn Opfer oder Gelegenheit aus seiner Sicht nicht günstig waren.
Und er bekennt ehrlich: Ich hätte weiter getötet, wenn ich nicht festgenommen worden wäre.
Fazit: Wieder eine lesenswerte, seriöse Veröffentlichung zum Thema Serienmord!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nichts für schwache Nerven und einsame, dunkle Herbstabende und dennoch: Wieder einmal ein gelungenes Werk aus der Feder des Serienmord-Experten. 320 Seiten Spannung, Gänsehaut und echtes Grauen - denn hier geht es nicht um einen erdachten Kriminalfall sondern um das wahre Verbrechen.

"Deutschlands unheimlichster Frauenmörder" - was hat man / frau sich darunter vorzustellen? Ein haariges Monster? Eine hakennasige Bestie? Ein finsteres Ungeheuer aus schrecklichen Albträumen, aus denen man bisher zum Glück immer wieder unbeschadet erwachte? Oder noch grausamer, weil sehr viel unberechenbarer: Ein Mensch wie du und ich mit nur einem kleinen Fehler in der Biographie, der unaufhaltsam auf den Abgrund zusteuerte und Tag für Tag ein Stückchen mehr aus der Gesellschaft herausfiel.

Wie gerät ein Mensch, dessen Leben ja genau wie jedes andere einmal als unschuldiger Säugling begann, auf diesen Weg? Wie wird jemand zu einem Sadisten, Mörder, Folterer, der zu keinerlei Mitleid und Empathie fähig scheint? Und wie kann so jemand unerkannt mitten unter uns leben und doch nur durch einen dummen Zufall enttarnt werden?

Harbort geht diesen Fragen in dem vorliegenden Buch nach. In Vernehmungsprotokollen, Akten und nicht zuletzt vielen Gesprächen mit dem Täter selbst spürt er den Ereignissen nach. Stück für Stück entfaltet sich eine Lebensgeschichte, wird eine ungute Laufbahn erkennbar, ungenutzte Chancen, eine Außenseiterexistenz wie aus dem Lehrbuch.

Eine Begründung, Rechtfertigung, Entschuldigung? Mitnichten! Die Taten des "Phantoms vom Grunewald" sind an Brutalität kaum zu überbieten. Auch Harbort lässt keinen Zweifel daran und dieses Buch ist sicher sehr weit jenseits jeglicher Thriller-Atmosphäre, wo man genüsslich mit einer Tasse heißem Kakao am Kamin sitzt und sich gepflegt ein wenig zur Feierabendunterhaltung gruselt. Hier handelt es sich um einen echten Menschen, jemanden, der einem schon morgen selbst begegnen könnte und den man kaum als eine solche Bestie erkennen würde - bis es zu spät ist!

Die Entwicklung vom hoffnungsvollen Anfang bis zum bitteren Ende wird minutiös protokolliert und so manches Mal möchte man als Leser schnell weiterblättern, das Buch zuklappen und die Schilderungen nicht zu nah an sich heranlassen. Das Verstehenwollen, der Versuch, Unfassbares zu (be-)greifen war es schlussendlich, das mich doch bis zum Ende weiterlesen ließ.

Eine Rückschau des Täters und seine Versuche, das Unerklärbare verständlich zu machen, runden diese Fallschilderung ab. Dessen Worte sind wohlgewählt, abgeklärt und mit der spürbaren Distanz von mehreren Jahrzehnten zu seinen schrecklichen Verbrechen. Jahrzehnte, in denen er sicher untergebracht wurde und von Versuchungen ferngehalten wurde. Erklärungsversuche, die es dennoch nicht schaffen, hinter die letzte Hemmschwelle blicken zu lassen, die fallen muss, um zu tun, was er tat. Und das ist auch gut so. So können wir uns auch morgen wieder angenehm gruseln und müssen nicht darauf achten, was in dem Außenseiter von nebenan so vorgeht, den wir immer verlachen und aus unserer Mitte vertreiben. Dann müssen wir nicht schauen, wo wir selbst Anteile an einer Entwicklung haben, die an so vielen Stellen sehr wahrscheinlich noch aufzuhalten gewesen wäre.

Mein Fazit:

Allen, denen reißerische Presseberichte voller Klischees nicht genügen und die mehr über die Hintergründe solcher Taten und Täter wissen möchten, kann ich dieses und auch die anderen Bücher des Autoren nur empfehlen. Auch wenn seine Werke mittlerweile Regale füllen, so bleibt das Thema doch noch immer faszinierend in all seinen düsteren Aspekten.
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