Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Hamburg schon kennt oder mehr Zeit in Hamburg verbringt, für den ist das Buch sehr zu empfehlen. Ich wohne seit einigen Jahren in Hamburg und habe "die wichtigsten Sehenswürdigkeiten" schon mehrfach Freunden und Angehörigen gezeigt, die mich besuchten, so dass ich derer schon überdrüssig bin und mich freue, wenn ich von Hamburg auch was anderes sehe - das ich auch meinen Besuchen zeige, wenn es sich ohnehin in der Nähe von bestimmten Sehenswürdigkeiten befindet. Doch wer Hamburg zum ersten Mal besucht und sich dort nur für kurze Zeit aufhält, profitiert vom Buch weniger, da es einen mit der Fülle an Vorschlägen fast erschlägt.
Das Buch unterteilt sich in folgende Kapitel:
- Kultur (z.B. Laeiszhalle, Planetarium)
- Erlebnisse (z.B. Segeln auf der Alster)
- Aussichtspunkte (z.B. Dockland)
- Touren (z.B. Kiez, Tiefbunker)
- Sinne (z.B. Holthusenbad)
- Party (z.B. "MS Hedi")
- Natur (z.B. Römischer Garten, Boberger Düne)
- Einkaufen (z.B. Isemarkt)
- Gastronomie (z.B. Amphore)
- Kinder (z.B. Miniatur Wunderland, KLICK Kindermuseum)
Allerdings habe ich einzelne Vorschläge vermisst, so sind beispielsweise Blankenese und Övelgönne nicht aufgeführt, gehören aber auch nicht zu den ersten Dingen, die besucht werden. Dass Planten un Blomen kein eigenes Kapitel erhält, sondern nur der Japanische Garten als Teil dieser Parkanlage herausgehoben wird, hat mich gewundert (ich persönlich hätte dann auch wehe die Wasserlichtspiele herausgehoben).
Dass es auch ein Kapitel für Kinder mit sieben Vorschlägen gibt, ist toll.
Das Buch ist sehr übersichtlich, jedes Kapitel angenehm kurz, aber ausreichend ausführlich (max. 2 Seiten), durchgängig mit Fotos bebildert. Jedes Kapitel ist nach folgendem Stil aufgebaut, Beispiel "Der Alte Schwede" (ein überdimensionaler Stein an der Elbe, der über eine lange Treppe zu erreichen ist):
- große Überschrift, die zum Lesen einladen soll (z.B. "Dem Himmel so nah")
- dazu eine kleinere Überschrift mit Details zum Inhalt ("Besuch beim 'Alten Schweden'")
- ein bis mehrere Fotos
- ein Kreis mit Informationen zur Zielgruppe ("Für Strandperlen, Treppenläufer und junge Schweden")
- ein Kästchen mit Informationen zum Standort, Haltestellen
Je nach Besuchstipp werden in den Infokästchen auch Eintrittspreise, Internetadressen und Öffnungszeiten genannt.
Das Buch ist optisch wie sprachlich sehr ansprechend und hebt sich angenehm von anderen Reiseführern ab, die einen mit abstrakten Überschriften nerven und mit zu viel schwafelndem Text bei zu wenigen Bildern überfluten.
Es macht insbesondere jemandem Spaß, der in Hamburg wohnt und das Wichtigste schon kennt, aber viele Seiten von Hamburg noch nicht kennengelernt hat. Es werden keine 08/15-Tipps geliefert, sondern in der Tat Ausflugsziele, die aus der Reihe fallen und nicht in den klassichen Reiseführern zu Hamburg (von denen ich wohl schon vier Stück habe) stehen. Es ist auch geeignet für alle, die Hamburg noch nicht kennen und eine Woche oder länger in der Stadt weilen. So macht es Spaß, Hamburg Stück für Stück besser kennenzulernen.