Hella Klein zeigt in ihrem Erstlingswerk 10 nach 10 ihre langjährige Erfahrung in Theorie und Praxis der Montessoripädagogik. Der Aufbau in einen theoretischen Einführungsteil, der aber gar nicht theoretisch daher kommt sondern gerade auch für nicht mit der Montessoripädagogik vertraute Leser verständlich ist, und besonders die Fallbeschreibungen im zweiten Teil des Buches zeugen durch ihre Sprachwahl von dem tiefen Respekt - oder wie Montessori sagen würde: von der Demut - der Autorin gegenüber den Menschen, mit denen sie arbeitet bzw. gearbeitet hat.
Die einfühlsamen Beschreibungen berühren den Leser, gerade wenn man eigene Erfahrungen mit demenzkranken Menschen hat. Sie machen Mut, die eigene Sichtweise von Demenz noch einmal zu hinterfragen und die Krankheit nicht ausschließlich als Belastung am Ende einer Beziehung zu einem geliebten Menschen zu sehen, sondern vielleicht auch als Chance, sich dieser Person auch in diesem schwierigen Lebensabschnitt auf eine neue Weise anzunähern. Sehr lesenswert!!!