Prof. Dr. Lesch nimmt den Zuschauer mit auf eine grandiose Reise bis zum Rand des (sichtbaren) Universums einerseits und bis zur Planck-Länge andererseits. Einmal unterwegs, gibt Prof. Lesch die notwendigen Erläuterungen, so dass man auf der Reise auch dazu kommt, die Zahlenangaben in Beziehung zur Reiseposition zu bringen.
Gerade der interessante Aufhänger, der Mensch sei - in Anbetracht der ganz großen wie der ganz kleinen Dimensionen - genau in der Mitte, lässt nicht nur durch das Missverhältnis (10^26 m einerseits, 10^-35 m andererseits) aufhorchen, sondern gibt auch Anlass zu einer ganz einfachen, naheliegenden Frage:
Wenn wir in einer bestimmten Richtung von der Erde weg den Rand des Universums bei rund 14 Mrd Lichtjahren erreichen, wohin gelangen bzw. wie weit kommen wir eigentlich, wenn wir genau in die Gegenrichtung starten?
Unterschwellig sind wir hier beim geozentrischen Weltbild, nach dem die Erde im Mittelpunkt des Universums steht; hier wären ein, zwei erklärende Sätze angebracht, dass wir ganz gezielt in die Richtung schauen (bzw. reisen), in die auch Hubble zum "Ultra Deep Field" geblickt hat.
Ein Problem ist allerdings, dass man spätestens seit der beschleunigten Expansion des Universums nicht mehr automatisch sein Alter und die Lichtgeschwindigkeit korrelieren darf; mit anderen Worten, das Universum mag zwar rund 14 Mrd Jahre alt sein, der Radius des beobachtbaren Universums wird derzeit aber mit rund 14 Mrd Parsec (rund 47 Mrd Lichtjahren) kalkuliert. Beschleunigt sich die Expansion des Universums weiterhin nicht-linear, dann kann es eines (ferneren) Tages tatsächlich sein, dass wir bis zu 10^35m weit kommen - allerdings wird es dann unterwegs noch "totsterbenslangweiliger", also sehr viel leerer, dunkler sein als jetzt.
In der "Gegenrichtung" wäre es vielleicht erwähnenswert aufzuzeigen, dass die zusätzlichen 7 Dimensionen der M-Theorie mit ihren Strings in diesen Bereichen weit, weit unterhalb der Quark-Größe zu suchen sind.
Fazit: Eine wirklich grandiose Reise zum Größten und zum Kleinsten. Sie berücksichtigt leider Erkenntnisse nicht, die teilweise seit der Jahrtausendwende bekannt sind. Insgesamt wäre eine Neuausgabe (mit Angabe des Sachstands!) sehr empfehlenswert.