Produktinformation
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Auf der Interimsplatte The Virgin Suicides komponierten Air den Soundtrack zum gleichnamigen Film und tauchten dabei tief in die musikalische Welt der Siebziger, in denen der Film auch spielt. Die lockere Leichtigkeit war dahin, Air pendeln zwischen Progressiv-Rock, gediegenen Sounds mit einer latenten Schwülstigkeit. Häufig erweckt das Erinnerungen an die Musik zum Softporno Bilitis oder frühes Material von Camel. Das ging soweit in Ordnung, da die Platte nicht als Air-Produkt sondern Filmmusik bewertet werden muss. Für 10000 Hz Legend aber können keine Ausreden herhalten und das zweite reguläre Werk der Franzosen hätte einige nötig. Der Opener "Electronic Performers" ist ja noch eine wunderbar ausgetüftelte und doch zugängliche Elektronik-Hymne. Direkt im Anschluss folgt "How Does It Make You Feel", und das Lied stimmt einen nicht gerade fröhlich. Klingt, als würden Camel durch einen Pomadefluss waten, und am Ufer singen obendrein noch die Engel.
Allmählich kommt die Befürchtung auf, dass Air unter die Latte springen, die sie mit Moon Safari auf Weltrekordhöhe legten. Jedenfalls ist "Radio #12" nicht der Sender des Vertrauens, aber im Anschluss bringt "The Vagabound" deutliche Linderung. Der Song ist ein kleiner Country-Blues, der so nur von Franzosen komponiert werden konnte und der zudem von der Stimme des Gastsängers getragen wird: Beck! Der US-Indie-Star traf Air in Los Angeles, wo das in Paris eingespielte Album seinen Feinschliff und die opulenten Streicherpassagen erhielt. Becks zweiter Gastauftritt findet auf der von psychotischen Sounds garnierten Up-Tempo-Nummer "Don't Be Light" mit einer Spoken Word-Einlage statt. Zwischen diesen beiden Höhepunkten des Albums liegen Tracks mit allen Air-typischen Merkmalen: leicht und doch melancholisch, fließend und doch mit einigen Skurrilitäten versehen. Diesmal aber fehlen Nachdruck und Langzeitwirkung, Air haben mit 10000 Hz Legend nichts falsch gemacht, allerdings machten sie auf Moon Safari im Gegensatz alles richtig. --Sven Niechziol
Die Musik ist so um einiges vielfältiger, als beim Vorgänger, dafür nicht so leicht konsumierbar. Es bleibt auch immer Zeit für einen kleinen Gag!
Air springen keinesfalls unter die Latte, sie übertreffen sich selbst!
Gekrönt wird das Album durch die Mitarbeit und die Auftritte von Beck. "The Vagabond" ist definitiv mehr Beck als Air. Beck ist wieder unheimlich cool ,charmant und witzig.
Air haben es geschafft, aus der French- oder Listening-Schublade zu springen. Hinein ins Ungewisse.
Air bringen Gänsehaut zurück in die elektronische Musik!
Wir brauchen mehr solcher Musiker, mit großem geistigen Horizont, mit Mut zum eigenen Stil und zur Veränderung!
******* (7 Sterne)
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