Diese Rezension gilt dem Hörbuch Eragon. Wer viel über den Inhalt erfahren möchte, lese bitte ein Review zu dem Buch ;]
Über das Buch: Die Welt ist stimmig und der Inhalt sehr gut erzählt. Was hier ein gerade mal 15-jähriger Autor geleistet hat, ist meisterhaft. Wie so oft kritisiert findet man Anleihen bei Herr der Ringe, Star Wars und anderen Größen - aber mit Verlaub - dieser Bastard hier ist gut gelungen. Und warum muss man das Rad auch immer neu erfinden?
Der Autor selbst hat sich sehr viel Zeit mit Beschreibungen der Welt, der Orte und der Charaktere genommen - alles ist voller Leben und Flair. Das ist es, was meiner Meinung nach diese Geschichte ausmacht.
Die größte Schwäche: Über weite Teile des Buches ist der Inhalt voraussehbar und ich wünschte mir, dass doch etwas Spannendes und Unerwartendes passiert. Beispiel: Viel Zeit verbringt Eragon mit seinem Lehrmeister und dem Drachen Saphira auf Reisen und jagt zugleich böse Kreaturen quer durch Alagaesia. Diese Reisen nehmen sehr viel Zeit in Anspruch und der Inhalt wird größtenteils mit Eragons Ausbildung abgedeckt. Irgendwann kommen dann auch unerwartete Wendungen und das Böse taucht ganz plötzlich an Orten auf, wo man es nicht erwartet - aber bis dahin musste ich einige Durststrecken durchlaufen. Eine Schwäche die auch schon der Herr der Ringe innehatte.
Dafür gibt es nonstop Stilmittel die den Leser in die epische Welt Alagaesia eintauchen lassen. Die Kampfsequenzen sind übrigens angenehm knapp beschrieben und auf das Nötigste beschränkt. Noch ein klarer Vorteil, denn nicht wenige Autoren beschreiben hier häufig jede Handgelenksdrehung.
Ich würde dieses Buch mit 4-5 Sternen bewerten. Doch geht es hier um das Hörbuch und was der Erzähler hier leistet, ist wahrhaft gekonnt und wird dem Titel "Geschichtenerzähler" mehr als gerecht.
Während Traumsequenzen fast geflüstert sind, werden Kampfsequenzen laut und unheilverkündend rezitiert. Jeder Figur verleiht Andreas Fröhlich mit viel Einfühlungsvermögen Charakteristik. So schwingt in Eragons Stimme jugendliche Unbefangenheit, während Brom einen rauen, markanten Schliff in seinem Unterton mit sich trägt.
Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und hoffe, dass die Charaktere aus Paolinis Buch im bald anlaufenden Film genauso gut umgesetzt werden, wie es Herr Fröhlich hier vollbracht hat.